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Google Stadia im Test : Spielen ohne Konsole

Der Controller liegt gut in der Hand. Bild: AFP

Mit Google Stadia spielen Kunden fast ohne Hardware. Der Dienst funktioniert im Grunde gut – er hat aber einige Tücken, die man kennen sollte.

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          Stadia ist der englische Plural von „stadium“, steht also für „Stadien“. Und genau solche Stadien will Google mit seinem neuen Videospieldienst öffnen. Das Versprechen ist nicht weniger, als auf jedem Bildschirm spielen zu können – Fernseher, Computer, Smartphone, alles passt. Funktionieren soll das darüber, dass das Spiel nicht mehr auf einem lokalen Gerät, sondern auf einem Server im Rechenzentrum läuft. Dieser streamt nur die Bildschirminhalte auf das Endgerät. Cloud-Gaming heißt diese Technologie – und zahlreiche Fachleute sind der Ansicht, dass sie die Videospielbranche in den nächsten Jahren umwälzen wird.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Google setzt bei seinem ersten Eintritt in den Gaming-Markt voll auf sie, auch wenn der Konzern sie nicht erfunden hat. Die Frage ist: Reichen die Übertragungsraten des Internetanschlusses aus, damit sich das Spielen tatsächlich so anfühlt wie auf dem heimischen Gerät? Stadia ist seit vergangenen Dienstag in Europa und Nordamerika verfügbar.

          Wenn man Stadia wie eine Spielkonsole benutzen will, braucht man allerdings doch ein wenig Hardware. Die Verbindung des Fernsehers zum Internet erfolgt über einen Chromecast Ultra, Googles hauseigenes Streamingmodul. Zudem braucht man einen von Google eigens für Stadia entwickelten Controller. Beide Geräte gibt es für 129 Euro zusammen mit einem Dreimonatsabonnement des Premiumzugangs Stadia Pro. Der Controller liegt gut in der Hand, wirkt aber im Vergleich zum Controller der Playstation 4 etwas plastiklastiger. Zur erstmaligen Einrichtung von Stadia muss man Streamingmodul, Controller und sein Smartphone einander vorstellen, letzteres konfiguriert die Geräte. Da das über zwei verschiedene Apps geschieht, gerät es etwas umständlich – hat man sich durch die Einrichtung gearbeitet, kann man mit einem Tastendruck tatsächlich gleich den im Starterpaket enthaltenen Science-Fiction-Shooter „Destiny 2“ losspielen.

          Er wirkt aber im Vergleich zum Controller der Playstation 4 etwas plastiklastiger.

          Wir haben das an einer DSL-Internetleitung mit einer Datenrate von 50 Megabit je Sekunde getestet. Daran angeschlossen war ein normales Heim-W-Lan auf dem 2,4-Gigahertz-Frequenzband, über das Stadia lief. Unter diesen Umständen gab es bei Destiny schon im Hauptmenü die ersten Ruckler. In actionreicheren Sequenzen des Spiels kam es dann sogar zu eingefrorenen Bildern, Tonaussetzern und falsch interpretierten Bewegungsbefehlen. Anders war es, als wir den Chromecast über Netzwerkkabel mit dem Router verbanden, das Drahtlosnetzwerk also umgingen. Dann lief das Spiel flüssig und war völlig vergleichbar mit dem Spielen auf einer Spielkonsole. Google empfiehlt für Stadia ein neues W-Lan, das schon auf dem 5-Gigahertz-Frequenzband funkt. Wer noch keinen entsprechenden Router hat, dem bleibt anscheinend zunächst nichts anderes übrig, als ein Lan-Kabel durch sein Wohnzimmer zu legen. Wem die Einrichtung am Fernseher zu anstrengend ist, der kann Stadia genauso am Computer nutzen. Dazu braucht man tatsächlich gar keine zusätzliche Hardware, lediglich Googles Chrome-Browser. Die Spiele lassen sich mit Tastatur und Maus bedienen. „Destiny 2“ läuft flüssig und ruckelfrei, auch über das selbe W-Lan, in dem es auf dem Fernseher stockte. Am Computer kann man exakt an der gleichen Stelle weiterspielen, an der man auf dem Fernseher aufgehört hatte. Google löst sein Versprechen ein, dieselben Spiele tatsächlich auf allen Plattformen zugänglich zu machen.

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