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Smartphones im Vergleichstest : Für jeden was dabei

China gegen Amerika: Vivo X 51 5G und Google Pixel 5 Bild: Hersteller

Vivo, die Nummer zwei aus China, will den europäischen Markt erobern und wirft in der gehobenen Mittelklasse das X 51 ins Rennen. Wir halten das Google Pixel 5 dagegen, das irgendwie ganz anders ist.

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          Auf den ersten Blick dürfte es verwundern, warum gerade diese beiden Smartphones zusammen in einem Text auftauchen. Werden da nicht Äpfel mit Birnen verglichen? Ja und nein. Zunächst kostet das Obst etwa das Gleiche. Das Pixel 5 bekommt man für etwas mehr als 600 Euro, das Vivo X 51 5G wird für knapp 800 Euro angeboten. Damit finden sich beide in der Auslage der Mittelklasse. Wer das beste und teuerste Smartphone will, lässt die beiden Geräte links liegen. Aber es gibt immer noch genügend Leute, die keine vierstelligen Beträge für ein Handy ausgeben wollen. Außerdem wollen viele Android-Freunde ein möglichst pures Betriebssystem, und da war die Auswahl bisher gering. Außer Google haben nur wenige andere Hersteller wie Nokia ein nacktes Android im Angebot. Nun kommt Vivo mit seiner Variante hinzu, die dem Original sehr nahe ist. Also haben Apfel und Birne schon zwei ähnliche Eigenschaften: Mittelklasse und als Betriebssystem ein pures Android.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dann hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Google und Vivo zielen auf unterschiedliche Gruppen. Die fünfte Version des Pixel ist spektakulär unspektakulär. Google hat eine Art Downsizing betrieben. Das Pixel gibt es nur noch in einer Größe, und zwar 6 Zoll. Entsperrt werden kann es neben üblicher Pin- oder Zeicheneingabe nur noch mit dem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Die Hauptkamera hat lediglich zwei Objektive, der Nutzer wählt zwischen Weitwinkel und Superweitwinkel. Kabellos aufladen lässt sich das Pixel weiterhin. Das war es eigentlich schon. Keine Bildwiederholrate von 120 Hertz, immer noch keine Triple-Kamera, kein Entsperren mit Gesichtserkennung, kein randloser Bildschirm und keine innovative Technik. Doch braucht man all das?

          Nachdem Google sein Pixel 5 in einer virtuellen Konferenz vorgestellt hatte, waren wir enttäuscht. Schließlich hatten viele ein echtes Flaggschiff erwartet. In den Händen halten wir nun ein Mittelklassegerät für 613 Euro. Doch je länger man es im Alltag nutzt, desto mehr stellt sich die Erkenntnis ein: Das reicht eigentlich. Leistungsvermögen hat es mit dem Qualcomm Snapdragon 765G und acht Gigabyte Arbeitsspeicher genug. Der Akku mit seinen 4000 Milliamperestunden hält erfreulich lange. Und mit einem Pixel ist der Nutzer immer auf den neuesten Stand des Betriebssystems. Die Rückseite aus recyceltem Aluminium ist einfach klasse. Äußerst griffig fühlt sie sich an, Finger hinterlassen keine Spuren, und das ist eine gelungene Abwechslung zu all den glänzenden Glasrücken der Konkurrenz. Pixel 5 ist ein Smartphone für die Liebe auf den zweiten Blick.

          Aber die Liebe ist in Gefahr, wenn man höchste Ansprüche an die Kamera stellt. Die Kamera des Pixel macht gute Fotos, kann aber mit den Android-Flaggschiffen von Huawei, Samsung, Oppo oder Xiaomi nicht ganz mithalten. Wenn die Lichtverhältnisse mäßig sind, gleicht Google mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz nicht ganz aus, was die Konkurrenz mit besserer Soft- und Hardware erzielt. Zudem sollte man sich nicht auf die Automatik verlassen, sondern am besten an den beiden Stellschrauben drehen, die Google mit dem Pixel 4 eingeführt hat. Mit der Doppelbelichtung lassen sich Bildausschnitte unterschiedlich belichten.

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