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Google navigiert : Kostenlos kann teuer werden

Wer Google Maps kennt, wird sich auch hier bestens auskennen Bild: Hersteller

Google Maps Navigation lässt sich zwar nur in Amerika und mit Android in der Version 2.0 einsetzen. Doch zwei Dinge sind hierzulande schon klar: Die kostenlose Straßennavigation bringt viele Finessen aufs Handy. Und die Navi-Hersteller zittern schon.

          5 Min.

          Das Thema hat uns seit Jahren beschäftigt: Die Fahrzeugnavigation mit dem Handy, sie ist neben dem Internetzugang der wichtigste Pluspunkt moderner Smartphones. Alle großen Hersteller haben in diesem Bereich viel investiert, kluge Köpfe angeworben und etliche Millionen Euro in die Hand genommen. In diesem Herbst begeisterte ein nahezu perfektes Navi-System für das iPhone: Man nehme dazu den „Mobile Navigator“ des deutschen Herstellers Navigon. Die Software kostet 70 Euro mit Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Programm ist kinderleicht zu bedienen und bietet fast sämtlichen Komfort der großen und teureren Nachrüstsysteme. Die Bildschirmdarstellung auf dem Apple-Kleinod ist klar, präzise, und im Wirrwarr der fremden Großstadt findet man sich gut zurecht.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Es fehlen im Vergleich mit den besseren Nachrüst-Kopiloten nur die Sprachwahl und Verkehrsinformationen. Letztere kann man aber seit kurzer Zeit ebenfalls dazu kaufen. Traffic Live kostet derzeit einmalig 20 Euro, vom Dezember an fünf Euro mehr. Mit diesem Modul kommen Informationen über Staus, Verkehrsdichte und Baustellen via Mobilfunk ins Handy. Und schließlich verwenden wir eine Fahrzeughalterung der Konkurrenz, nämlich das „Car Kit“ des niederländischen Navi-Herstellers Tom Tom. Es beseitigt einen kleinen Mangel des iPhone, nämlich die geringe Empfindlichkeit seines eingebauten GPS-Empfängers. Ohne zusätzliche Unterstützung kommt es immer wieder zu kurzen Aussetzern bei der Routenführung, deshalb bringt das Car Kit ein eigenes GPS-Modul mit. Kostenpunkt: 100 Euro. Das hört sich zunächst teuer an, aber die Halterung hat weitere Pluspunkte: Sie übernimmt die Stromversorgung des Handys, bietet eine für den Gelegenheitseinsatz allemal ausreichende Freisprechanlage und überträgt mit einem Kabel die Musik vom Handy zur HiFi-Anlage des Autos.

          Ein Meilenstein der Handy-Navigation

          Alles in allem sind mindestens 190 Euro fällig. Zugegeben: Für diesen Preis bekommt man bereits kleine Nachrüstsysteme, aber der Charme der iPhone-Lösung besteht darin, dass man den Kopiloten stets dabei hat. Das ist ein Meilenstein der Handy-Navigation. So steht die Navigon-Software seit Wochen ganz weit oben in den Charts von Apples Handy-Laden „App Store“. Nokia bietet für seine Telefone ebenfalls ein Navi-Paket an. „Ovi Karten 3.0“ lässt sich kostenlos laden, unentgeltlich ist ferner Kartenmaterial aus allen Ländern der Welt, nur für die eigentliche Routenführung verlangen die Finnen einen jährlichen Obolus von 60 Euro sowie weitere 18 Euro für Verkehrsdaten.

          Google zeigt bei seiner Handy-Navigation die Umgebung mit realen Bildern
          Google zeigt bei seiner Handy-Navigation die Umgebung mit realen Bildern : Bild: Hersteller

          Ein florierender Markt, zufriedene Kunden, tolle Programme und erkleckliche Einnahmen. In Europa werden in diesem Jahr rund 20 Millionen Navigationsgeräte verkauft, die Umsätze liegen im Bereich einiger Milliarden Euro. Die Investitionen der Unternehmen haben sich gelohnt, jetzt können sie ihre Ernte einfahren.

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