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Google Mail : In fünf Sekunden durch 30.000 E-Mails

  • -Aktualisiert am

Gmail als Java-Programm auf Nokias E61 Bild: Michael Spehr

E-Mail mit dem Handy oder Taschencomputer: Das ist derzeit ein Modethema. Es muss unterwegs nicht immer der Blackberry sein, wenn es um flinkes Lesen in der Straßenbahn oder im Meeting geht. Mit fast jedem besseren Mobiltelefon lassen sich die Mails abholen.

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          E-Mail mit dem Handy oder Taschencomputer: Das ist derzeit ein Modethema. Es muss unterwegs nicht immer der Blackberry sein, wenn es einem um flinkes Lesen in der Straßenbahn oder im Meeting geht. Mit fast jedem besseren Mobiltelefon lässt sich die E-Mail über Pop3 oder Imap abholen. Dazu sind verschiedene Parameter einzugeben, und manche Geräte lassen sich sogar derart einrichten, dass sie automatisch - nach einer halben oder vollen Stunde - die neue Post abholen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Jedermanns Sache ist diese Fummelei mit Pop3 oder Imap jedoch nicht. Und auf den meisten Handys lassen sich die Anhänge, seien es Word-, Excel- oder PDF-Dateien, nicht lesen. Eine Ausnahme ist der Blackberry oder ein Smartphone wie das Nokia E61 mit Office-Dateibetrachter.

          Nun gibt es eine Alternative, die man sich unbedingt ansehen sollte: Google Mail auf dem Handy oder Taschencomputer. Ein Konto bei Google Mail oder kurz Gmail ist schnell erstellt und kostenlos (www.gmail.com). Wir nutzen unseres seit Jahren. Auf einem Konto liegen mittlerweile 29.000 Nachrichten, täglich knapp 30 eingehende Mails zu je 65 Kilobyte. Dabei sortiert Gmail Spam aus, hinreichend perfekt. Über das Internet am PC sind all diese Mails blitzschnell zu durchsuchen, privat und sicher. „Blitzschnell“ ist keine Übertreibung: Um eine Phrase selbst aus einer der ersten Nachrichten aus dem Jahr 2004 zu finden, braucht Gmail am PC keine fünf Sekunden.

          und im Browser des Motorolas

          Das alles ist wunderbar

          Gmail mit dem Handy lässt sich auf zweierlei Weise nutzen: Zum einen gebe man im WWW-Browser des Mobilgeräts einfach www.gmail.com und seine Zugangsdaten ein. Klickt man auf „Merken“, sind diese fortan gespeichert. Anschließend baut sich der Posteingang von Gmail auf, und das ist schon alles. An den Bildschirm des Mobilgeräts angepasst sieht man hier sämtliche Eingangspost und ein Menüsystem, das alle wichtigen Gmail-Funktionen vom PC kennt. Oder man lädt sich ein eigenständiges Gmail-Programm aufs Handy, das es unter http://gmail.com/app gibt.

          Auch hier werden die Login-Daten gespeichert, und es gibt - je nach Mobiltelefon - mehr oder weniger umfangreiche Menüs. Mit einem Nokia E61 wird brav gefragt, ob die Java-Software aufs Internet zugreifen darf, und wenn man bejaht, lässt sich sogar der Zugang von Hand auswählen - also im Büro oder zu Hause kostensparend über das Wireless-Lan. Mit den Zifferntasten kann man Aktionen auslösen, das alles ist wunderbar.

          Umlaute werden derzeit nicht aufgelöst

          Aber es gibt zwei Dinge, die wirklich spektakulär sind: zum einen die schnelle Suchfunktion auf dem Handy, sowohl im Browser wie auch im Java-Programm: Wiederum in weniger als fünf Sekunden zeigt Gmail auf dem Handy-Display die eine gesuchte E-Mail aus 29.000 im Posteingang. Kaum zu glauben! Wie bei der „großen“ Suche im Internet oder der „kleinen“ auf dem eigenen Rechner mit beispielsweise „Google Desktop“ liegt der Trick des schnellen Findens in vorhergegangener Fleißarbeit: Die Inhalte werden bei Google in ruhigen Rechnerzeiten „indiziert“, das heißt, eine Tabelle wird aufgebaut, aus der für jedes Wort hervorgeht, wo es vorkommt.

          Bei der eigentlichen Suche muss dann für den Abfragenden nur noch in dieser Tabelle nachgeschlagen werden. Sie ist die „umgekehrte Datenbank“, in der hier nicht hintereinander Mails voller Wörter stehen, sondern hintereinander Wörter mit Indizes zu Mails. Dazu sollte ein sprachlich einfühlsames Abfrageprogramm kommen, das Wortvarianten mit ss statt ß zulässt, vielleicht sogar unter „Nüssen“ die „Nüsse“ oder gar eine einzelne „Nuss“ findet und etwas Grammatik gelernt hat - das aber wäre zu viel verlangt. Selbst Umlaute werden derzeit nicht aufgelöst. Bei Antwortzeiten von drei bis fünf Sekunden, ob stationär oder mobil, sollte man selbst nach Varianten suchen.

          Doch mobile Google Mail für Handys kann mehr als suchen: „Melden“ unerwünschter Mails als Spam schiebt sie mit wenigen Klicks endgültig weg aus dem Eingangskorb, „Markieren“ hebt eine Nachricht hervor, etwa zu späterer Bearbeitung zu Hause am „richtigen“ PC. Liest oder markiert man eine Mail unterwegs als „gelesen“, findet man auch das später im Webmailer so vermerkt.

          Ein großer Wurf

          Das zweite tolle Extra ist die Anzeige von Word-, Excel- oder PDF-Dateien - nicht nur auf Taschencomputern, sondern auch auf gewöhnlichen Handys für jedermann. Wir haben das mit einigen Modellen von Sony Ericsson und Motorola ausprobiert und waren immer wieder begeistert, dass so etwas überhaupt möglich ist. Was nicht geht, ist das Anhängen von Bildern beim Wegschicken von Mails oder der Zugriff auf das Handy-Adressbuch - das Google-Mail-Adressbuch im Netz steht natürlich zur Verfügung. Vor Zugriffen von Java-Programmen schützt sich das Mobiltelefon. Übrigens werden die Daten zwischen Google-Server und Handy verschlüsselt übertragen.

          Alles in allem ist die Google Mail auf dem Handy ein großer Wurf. Man sollte es ausprobieren. Unsere 29.000 Nachrichten okkupieren derzeit zwei der drei Gigabyte Speicherplatz, die Google jedem Nutzer gewährt. Also können wir noch ein Jahr lang unbeschwert empfangen, bevor dann vielleicht mal die eine oder andere Nachricht in den Papierkorb wandert - oder Google den Speicherplatz erweitert.

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