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Google Home im Test : Okay Google, das reicht nicht

Hat manchmal eine lange Leitung: Google Home Bild: Hersteller

Amazon hat mit Echo den Anfang gemacht. Nun folgt Google ebenso mit einem vernetzten Lautsprecher. Im Test musste das Gerät Rede und Antwort stehen.

          Amazon hat mit Echo den Anfang gemacht. Nun folgt Google mit einem ähnlichen Lautsprecher, der sprachliche Anweisungen und Fragen versteht, um diese auch befolgen und beantworten zu können. „Home“, so der Name, ist etwas kleiner als Amazons Echo und spricht von sofort an Deutsch. Englisch kann das Ding schon seit Ende des vorherigen Jahres.

          Die kompakten Maße dürften auch der Grund sein, warum der Lautsprecher bei der Wiedergabe von Musik etwas kleinlauter daherkommt als sein größerer Konkurrent aus Seattle. Der Klang ist in Ordnung, aber auch nicht mehr, der Bass ist ultraweich, der Rest schön gefärbt. Um nebenbei Radio zu hören, reicht das. Das war der Eindruck bei moderat eingestellter Lautstärke. Will man in der Küche die Kochaktivitäten mit lauter Musik unterstützen, geht Google Home klanglich in die Knie. Es klingt, als würden bestimmte Frequenzbereiche immer wieder ihre Position verlieren, die Lieder sind mitunter kaum wiederzuerkennen. Der Sound war so schlecht, dass Amazons Echo für den Rest der Kochzeit die Rolle der Musikunterstützung übernahm.

          Wo ist die künstliche Intelligenz?

          Aber eigentlich geht es bei den vernetzten Lautsprechern um ihre künstliche Intelligenz. Damit brüsten sich gerne die Hersteller, und in den Medien wird die KI-Forschung zu einem der Lieblingsthemen hochgeschrieben. Doch für Google Home gilt das Gleiche wie für Amazon Echo: Wirklich intelligent sind diese Dinger (noch) nicht. Das ist schade, weil die Forschung in diesen Bereichen schon sehr viel weiter ist.

          In den Lautsprechern stecken mehrere Mikrofone, die mit Hilfe der Software sprachliche Äußerungen identifizieren, indem sie gesprochene Sprache transkribieren. Dafür braucht Google Home eine Verbindung zu entsprechenden Servern in Amerika. Wie ausgezeichnet die Spracherkennung ist, lässt sich schon seit einigen Jahren testen, indem man Android-Smartphone mit der Sprache bedient. Letztlich ist Google Home nichts anderes als ein Lautsprecher, auf dem der Google Assistent läuft, wie ihn Besitzer von aktuellen Android-Geräten kennen.

          Im Kino läuft nichts

          Die große Enttäuschung ist allerdings, dass der Assistent auf Home weniger kann als auf dem Handy. Das hat einen einfachen Grund: Der Lautsprecher hat keinen Bildschirm, kann somit nichts visualisieren. Bei der Frage „Was läuft heute Abend im Kino?“ antwortet Google Home, dass das Programm noch nicht verfügbar sei, während das Smartphone Bilder von „Planet der Affen“ oder „Der dunkle Turm“ zeigt und nach einem Fingertipp verrät, in welchen Kinos diese Filme zu welcher Uhrzeit laufen.

          Wie bei Amazons Echo rückt die simple Funktionalität einer Jukebox in den Mittelpunkt. Die sprachlichen Anweisungen „Spiele die besten Songs von Radiohead“ oder „Spiele Jazz“ ersetzen den Griff zum Smartphone auf angenehme Weise. Vorausgesetzt, man hat ein Abo von Google Music, Spotify oder Deezer. Genau diese Funktion haben jedoch immer mehr Bluetooth-Lautsprecher, die für Amazons Alexa-Funktionalität vorbereitet werden und somit mit Sprache gesteuert werden können. Zumal bietet Google selbst mit Chromecast Audio eine einfache Erweiterung an, die jede HiFi-Anlage smart werden lässt.

          Das bringt der Tag?

          „Checke meine Mails“ geht ebenso wenig wie „Füge einen Termin in meinen Kalender“. Was heute Abend im Fernsehen kommt, will Google Home auch nicht sagen. Dafür weiß der kleine Lautsprecher, was der Tag bringt – so wie sich das Google vorstellt. Auf die gleichlautende Frage schallt eine leicht individualisierbare Informationskolonne aus der Membran, beginnend mit der Wetterauskunft, dieser folgt der voraussichtliche Zeitbedarf zum Arbeitsort, es endet mit den Nachrichten des Deutschlandfunks. Jeden Tag das Gleiche.

          Bindet man Google Home in die smarte Umgebung zu Hause ein, koppelt das Gerät also etwa mit Chromecast am Fernseher oder den vernetzten Leuchten Hue von Philips, reduziert man zwar seine Ansprüche in Sachen Intelligenz des Geräts darauf, dass der Lautsprecher nur noch dumpf Befehle ausführt wie „Zeige meine Fotos auf dem Fernseher“. Doch nach einigen wenig erkenntnisreichen Konversationsversuchen macht es am meisten Spaß, Google Home entgegenzurufen „Mach alle Lichter aus“. Denn Wikipedia-Einträge kann man sich auch noch am nächsten Tag in Ruhe auf dem Computer durchlesen.

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