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Google Daydream im Test : Mit dieser VR-Brille will man spielen

Aus sicherer Entfernung einen Hai in den Nähe erleben: Eine Variante der neuen VR-Brille von Google Bild: Hersteller

Die Virtuelle Realität soll das große Ding der Zukunft sein. Das glaubt auch Google. Deswegen bietet das Unternehmen mit der Daydream eine neue VR-Brille an. Ist sie nur eine von vielen?

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          Google hat jetzt also auch eine. Das dürfte der Eindruck von vielen Technikjournalisten gewesen sein, als die VR-Brille Daydream Anfang Oktober präsentiert wurde und Ende letzter Woche auf den Schreibtischen als Testgerät landete. Zeiss hat eine, LG auch, Samsung sowieso, HTC sogar eine mit Raumtracking, ebenso wie Sony für seine Playstation. Doch es war Oculus, die letztlich die VR-Brille erfunden hatten.

          Nun muss man Google zugestehen, dass das Unternehmen mit Cardboard schon Anfang 2014 einen schlichten Vorgänger präsentierte und damit vor fast allen eben genannten Unternehmen herauskam. Der Kartonbausatz von damals passte zwar für nahezu jedes Smartphone, funktionierte aber mehr schlecht als recht.

          Der Stoffüberzug ist Geschmackssache - er fällt auf jeden Fall auf

          Mit Daydream setzt Google nun neue Maßstäbe. Auch dieses Mal braucht es für VR-Brille ein Smartphone, das als Bildschirm der Brille dient und die Rechenleistung übernimmt. Praktischerweise hat Google mit dem Pixel vor knapp vier Wochen ein neues herausgebracht. Für die neue VR-Brille Daydream ist die XL-Variante mit 5,5 Zoll vorgesehen, passen würde aber auch das Pixel mit 5 Zoll großem Display. Prinzipiell können jedoch alle Smartphones verwendet werden, die „daydream-ready“ sind. Huawei hat bei der Vorstellung des Mate 9 angekündigt, dass es dafür geeignet ist. Laut Google werden weitere folgen.

          Der Startbildschirm der Daydream-App

          Und Daydream ist das zentrale Element. Die gleichnamige Plattform muss als App installiert werden. Ähnlich wie bei anderen Herstellern verwaltet man über sie den Zugang zur Virtuellen Realität. Google integriert in Daydream natürlich seine eigenen Android-Dienste. Unter Fotos sammelt man Bilder, im Playstore lädt und kauft man neue Apps, Filme und Serien finden sich unter Play Movies, in Street View erkundet man die Straßen der Welt. Ebenso gibt es die klassische App-Übersicht, wie man sie vom Android-Smartphone kennt.

          Daydream ist letztlich ein Android für VR, das auf dem normalen Android aufsetzt. Um Apps herunterzuziehen oder Fotos hochzuladen, sollte das Smartphone mit einem W-Lan verbunden sein, eine Mobilfunkverbindung geht zur Not aus. Ein Internetverbindung ist für die Nutzung der meisten Apps, die bereits installiert sind, nicht notwendig.

          Ein Smartphone - derzeit nur das Pixel - wird vor die Linsen gespannt

          Das Smartphone wird vor die beiden Linsen gespannt, dahinter eine Klappe mit einem Gummizug befestigt. Das Gehäuse ist mit einem Stoffbezug umgeben, dort wo die Brille auf dem Gesicht sitzt, federt ein weicher Rand den Druck ab. Bei der ersten Anprobe fällt auf, dass der untere Rand nicht abschließt, weil der in der oberen Hälfte sitzende Gummizug das Gehäuse nur oben andrückt. Das könnte von Googles Designern absichtlich so gemacht sein. Denn es stellt sich beim Ausprobieren heraus, dass man die Schärfe des Bildes anpassen kann, indem man die Brille etwas nach oben oder unten schiebt. Bei anderen VR-Brillen wie der Gear von Samsung lässt sich der Abstand der Linsen mit Hilfe eines Rädchen varieren. Dass die Daydream unten nicht dicht abschließt und ein wenig Licht eindringt, fällt erstaunlicherweise während ihrer Nutzung kaum auf.

          Der Controller funktioniert sehr gut

          Bis hierhin verhält sich die Daydream ähnlich wie viele andere VR-Brillen. Der eigentliche Clou ist der Controller, seine verlässliche Handhabung und dessen Einbindung in die Anwendungen. Dadurch verleiht er Googles VR-Brille eine Aura, wie sie bisher nur die Brillen wie die HTC Vive, Oculus Rift oder Playstation VR hatten. Denn diese begeistern dadurch, dass man in der virtuellen Welt etwas unternehmen kann. Ihre Besonderheit ist das Raumtracking mit Hilfe von Infrarot-Sensoren oder Kameras und die Verwendung eines Controllers. Der Nutzer verhält sich aktiv, indem er spielt, zeichnet, auswählt oder sortiert. Ähnlich fühlt es sich in einigen Spielen auf der Daydream an, obwohl man immer nur einen Standpunkt einnimmt und sich nicht wie bei HTC und Co. in einem definierten Raum bewegen kann. Er wird mit dem Smartphone per Bluetooth gekoppelt, sodass er mit allen Geräten, die „daydream-ready“ sind, eingesetzt werden kann.

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