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Gaming PCs : Spiel am Limit

Das vernetzte Abenteuer: Teilnehmer des Dreamhack-Festivals in Leipzig, das Tausende von Begeisterten im Januar zum gemeinsamen Spiel versammelte. Bild: Getty

Leistung satt, laut wie ein Sportwagen und ein martialisches Design: Wenn aus braven Windows-Rechnern ein Gaming PC wird, fährt Hardware in den Grenzbereich.

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          Eine Höllenmaschine mit viel Dampf ist angesagt. Groß, laut, heiß und vor allem schnell. Power pur und Tempo sind das Gebot der Stunde; übertakten und im Grenzbereich fahren ist das Ziel. Also bitte keine Stromspar-Prozessoren und keine kastrierten Grafik-Chips. Wer im Geschwindigkeitsrausch von solchen Rechner-Boliden träumt, will nicht etwa als Forscher mit seinem PC die letzten Geheimnisse der Wissenschaft lüften, sondern ist jung oder jung geblieben und braucht das Adrenalin für einen Spielerechner, der neudeutsch Gaming PC heißt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Man muss das Stichwort Gaming PC nur in den Raum werfen, um sofort Widerspruch zu ernten. Jugendliche kennen das Problem: Die neunmalklugen Eltern wiegeln ab, sie haben etliche Einwände: Eine Spielekonsole wie die Playstation 4 oder die Xbox One kostet weniger als 300 Euro, ist schnell in Betrieb genommen, muss nicht aufwendig konfiguriert werden, hat keine Treiber-Probleme, lässt sich dezent im Fernsehmöbel verstauen und hat alles, was das anspruchsvolle Spielerherz begehrt. Warum sollte man sich den Tort antun, einen eigenen Rechner für Spiele zu konfigurieren, der nicht nur teuer ist, sondern vermutlich auch laut, einen hohen Stromverbrauch hat und sich nicht ins Wohnzimmer einfügt?

          Wer vom Gaming PC träumt, lässt sich von diesen Bedenken nicht aufhalten. Ein moderner, schneller PC ist deutlich leistungsfähiger als die Konsolen, beginnt die Gegenrede, und er biete einen riesigen Vorteil, auf den man in der Welt von Xbox und Playstation verzichten müsse: Multitasking mit der Möglichkeit, mitten im Spiel zu anderer Software zu wechseln, schnell etwas im Internet nachzusehen oder sich mit den Mitspielern auszutauschen. Mit einem Spielerechner unter Windows hätte man mehr Auswahl bei der Software, viele Programme wie etwa Simulationen, und die meisten Team-Rollenspiele liefen ohnehin nur auf dem Computer. Zudem seien die einzelnen Pakete deutlich günstiger als ihre Pendants in der Konsolenwelt.

          Alte Abenteuer bekommen neuen Charme

          Online-Spiele sind am Rechner ohne monatliches Abonnement von Premiumdiensten nutzbar, und nicht zuletzt gibt es für bewährte Computertechnik die Mods, also kostenlose Erweiterungen, die begeisterte Spielefreunde erstellt haben. Mit Mods entstehen neue Level oder Charaktere, andere Mods stellen das Spielekonzept komplett auf den Kopf und werden damit zu eigenständigen neuen Abenteuern. Aus dem Strategiespiel Warcraft 3 entstand so die Taktiktüftelei Defense of the Ancients, kurz Dota.

          Viele Mods von Hobbyentwicklern werden meistgespielte Spiele, und viele alte Abenteuer erhalten durch die Auffrischung mit neuen Inhalten einen jungen Charme. Apropos alte Spiele: Wer auf den Windows-Rechner als Daddelmaschine schwört, mag als weiteren Vorteil dieser Plattform die Option sehen, selbst betagte Schätzchen noch weiterhin in Betrieb zu nehmen. Für Playstation und Xbox endet die Kompatibilität mit jeder neuen Generation. Auch in Richtung Zukunft fährt man mit dem PC besser, lautet ein letztes Argument, denn die neuen VR-Brillen passen eher zum Rechner denn zur Konsole, und überhaupt: Bei den Eingabegeräten erlaubt der PC nicht nur mit Maus und Tastatur deutlich mehr Flexibilität, sondern auch bei der Wahl des passenden Controllers oder sonstiger Gerätschaften, die für das jeweilige Spiel angesagt sind. Die Hardware des PC bietet per se mehr Freiraum, sie lässt sich zudem mit wenigen Handgriffen aufrüsten und nach eigenem Gusto erweitern.

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