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Gamescom in Köln : Computerspiele - Motor der Entwicklung

  • -Aktualisiert am

Sonys „Move“ für die PlayStation 3 basiert auf einem Motion-Controller, der mit Hilfe von Sensoren seine Position, Bewegungen und Winkel erkennt. Rückmeldung erhält der Spieler über Vibrationen und eine farbige Kugel. Die wird auch von einer Kamera erfasst, die den Spieler samt Umgebung auf den Bildschirm bringt, ähnlich dem „EyeToy“, das es bereits für die PlayStation 2 gab. Manche Spiele verwenden einen zweiten Navigation-Controller für die andere Hand, mit dem bekannten Steuerkreuz und dem Analogstick. PlayStation Move kommt am 15. September in den Handel; alle drei Komponenten kosten rund 100 Euro. Microsofts Gegenentwurf „Kinect” für die Xbox 360 kommt hingegen gänzlich ohne Controller aus: Der Sensor erkennt die Bewegungen des Spielers. Der Zusatz kostet beachtliche 150 Euro; dafür können bis zu vier Spieler teilnehmen, ohne zusätzliche Geräte kaufen zu müssen. Kinect ist für November angekündigt. Für beide Systeme sind vom Start weg zahlreiche Spiele erhältlich.

Ob Bewegungssensoren, leistungsfähige Grafikchips oder grafische Oberflächen - Spiele treiben die technische Entwicklung voran. In den achtziger Jahren halfen sie bei der Verbreitung der Maus. Die PlayStation 2 trug vor zehn Jahren zur Etablierung des DVD-Formats bei, während Nachfolger Nummer 3 Blu-ray stärkt. Spiele sind die Anwendungen, die am meisten Rechenkraft fordern. Das führt zu stetiger Aufrüstung. Waren früher High-End-Workstations nötig, um ernsthafte Simulationen zu visualisieren, genügt heute ein Standard-PC. Hochauflösende Bilder von Spielen sorgen für die Verbreitung von HD-Monitoren.

Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 50 Millionen Stück verkauft

Freilich sind Spiele in erster Linie ein Unterhaltungsmedium. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 50 Millionen Stück verkauft. Hinzu kommen Abertausende gratis im Internet angebotene Titel. Doch ähnlich wie beim Kino, dessen Filme zu drei Viertel Importe sind, gilt Deutschland wohl als starker Verkaufsmarkt, aber nicht als international erfolgreicher Produzent. Von den zwölf großen Verlegern im Branchenverband BIU (siehe Kasten unten) kommt nur Koch Media aus dem deutschsprachigen Raum. Das hat Tradition: Die meisten namhaften Spielehersteller wurden schon vor Jahrzehnten in Japan - Nintendo, Konami, Sega - und in den Vereinigten Staaten - Electronic Arts, Activision - gegründet. Für ihre Eigenentwicklungen unterhalten sie in den meisten Ländern nur einen Vertrieb.

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