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„Games“-Sparte geplant : Google will spielen und nicht nur suchen

Zählt zu den beliebtesten Spielen im Internet: Zyngas „Farmville” Bild: Archiv

Google soll bis zu 200 Millionen Dollar in das Online-Spiele-Netzwerk Zynga investiert haben. Der Konzern plant angeblich eine „Games“-Sparte. Besonders interessant für Google ist, Nutzer von „Social Web“-Angeboten an sich zu binden.

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          Unter den Computerspielen zählen die über das Internet ausgetragenen Online-Spiele zu den am stärksten wachsenden Segmenten. Entsprechend hoch ist das Interesse der virtuellen Industrie. Jetzt soll der Internetkonzern Google, ohne darum groß Aufhebens zu machen, bis zu 200 Millionen Dollar in das Online-Spiele-Netzwerk Zynga investiert haben. Zynga produziert unter anderem „Farmville“. Das Bauernhofspiel gehört derzeit zu den beliebtesten Spielen auf dem sozialen Netzwerk Facebook und damit im Internet überhaupt. Zynga-Gründer Mark Pincus zeigt sich alles andere als bescheiden, wenn es um die Möglichkeiten seines Geschäftes geht. Nach seinen Angaben nutzen mehr als 35 Millionen Menschen die Spiele des Unternehmens tagtäglich. „Social Games sind auf einem guten Weg, eines der wichtigsten Unterhaltungsmedien weltweit zu werden und dabei sogar TV-Shows zu übertreffen“, gibt sich Pincus überzeugt.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So ist es nachzuvollziehen, dass es sich bei dem Millionen-Investment Googles um einen „in hohem Maße strategischen Deal“ handeln soll, wie es in dem gewöhnlich gut unterrichteten Silicon-Valley-Blog „Techcrunch“ heißt. Zynga sei der Eckpfeiler einer neuen Sparte „Google Games“, die noch in diesem Jahr starte. Besonders interessant an Zynga sei für Google, Nutzer von „Social Web“-Angeboten an den Suchmaschinenkonzern zu binden. Bislang war Google mit Aktivitäten in Richtung sozialer Netzwerke nicht sonderlich erfolgreich. Außerdem könne Google möglicherweise sein eigenes Online-Bezahlsystem „Google Checkout“ auf diese Weise nach vorne bringen. Derzeit ist Paypal, Tochtergesellschaft von Ebay, das Hauptbezahlsystem für Zynga-Spiele.

          Konsequenter Weg

          Google ist nach Facebook nicht das einzige Unternehmen, das seine Fühler in Richtung Zynga ausstreckt. Im Mai hatte der Portalbetreiber Yahoo eine Übereinkunft mit dem Spielenetzwerk bekanntgegeben. Danach liefert Zynga auch Spiele an das Internet-Angebot von Yahoo. Zynga selbst hat damit seine starke Abhängigkeit von Facebook ein Stück weit verringert. Eine eventuelle Zusammenarbeit mit Google wäre also nur konsequent auf diesem Weg.

          Google will sich zu alldem nicht äußern. „Marktgerüchte und Spekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht“, sagt Unternehmenssprecher Kay Oberbeck. Dass es sich um mehr als bloße Gerüchte handelt, darauf weisen neue Stellenangebote des im kalifornischen Mountain View ansässigen Unternehmens hin. Google sucht aktuell für die Firmenzentrale einen „Product Management Leader, Games“. Dieser Manager soll laut Ausschreibung unter anderem die Spiele-Produktstrategie des Suchmaschinenanbieters entwickeln. Vorausgesetzt wird ein „tiefes Verständnis des Spielegeschäfts“ und ein Gespür für die Produktion von „Hits“.

          Ein „Hit“ dürfte zumindest das Engagement bei Zynga werden. Im ersten Halbjahr 2010 soll der Anbieter von „Farmville“ und „Mafia Wars“ einen Umsatz von 350 Millionen Dollar erzielt haben - die Hälfte davon sei operativer Gewinn. Für 2011 gehen die Schätzungen bereits von einem Jahreserlös von einer Milliarde Dollar aus.

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