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Games Convention Online : Der Computer als Spielzeug

Teilnehmer auf der Games Convention Online (GCO) in Leipzig spielen am Stand von Travian Games ein Online-Spiel Bild: dpa

Die Branche der Videospiele sieht ein enormes Potential für noch mehr Wachstum. Vor allem Online-Spiele sind mit der GCO in Leipzig auf dem Vormarsch. Einer Studie zufolge wurde 2009 damit ein Umsatz von 140 Millionen Euro erzielt.

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          Spielen zählt nach wie vor zu den beliebtesten Aktivitäten am Computer. Etwa 21 Millionen Deutsche nutzen entsprechende digitale Angebote, wie der Branchenverband Bitkom in einer Umfrage ermitteln ließ. „Unter Jugendlichen stellen die Gaming-Abstinenzler eindeutig die Randgruppe dar“, konstatiert Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. 80 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind demnach Computerspieler. Und bei den 50- bis 59-Jährigen spielt immerhin noch jeder Sechste. Fazit des Verbandes: Die Branche habe noch „enormes Potential“.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zu den am stärksten wachsenden Bereichen gehören Online-Spiele. Anders als normale PC-Spiele lassen sie sich ohne komplizierte Installation von Software meist sofort im Internet starten. Und das kommt offenbar an. Im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Online-Spieler um 30 Prozent. Das ergab eine Studie des Forschungsinstituts Gamematrix im Auftrag des Spieleentwicklers Greentube, die im Rahmen der Spielmesse Games Convention Online (GCO) in Leipzig vorgestellt wurde. Im Vordergrund stehen Strategie- und Denkspiele, Action-Abenteuer sowie sogenannte MMOs - Online-Spiele, die virtuelle Welten bieten und häufig von mehreren tausend Spielern gleichzeitig über das Internet gespielt werden.

          Häufig zahlen sie regelmäßig für ihr Hobby

          Online-Spieler sind für die Industrie interessante Kunden. Häufig zahlen sie regelmäßig für ihr Hobby, im Schnitt etwa 28 Euro pro Monat. Das ist überraschend, zumal die Mehrheit aller Internet-Spieler aus Haushalten mit geringerem Einkommen stammt. Dazu kommt, dass sie sich für Reklame aufgeschlossen zeigen: „Jeder Dritte klickt aktiv Werbeanzeigen an“, lautet ein Resultat der Studie. Tatsächlich geht die Tendenz dahin, dass die Hersteller ihre Produkte statt über Software-Einnahmen zunehmend über Werbung finanzieren. Und über virtuelle Güter, die Spieler gegen reales Geld kaufen und dann im Spiel einsetzen können.

          Das Marktforschungsunternehmen PWC beziffert den Umsatz mit Online-Spielen in Europa für 2009 auf 16,8 Milliarden Dollar. 2010 wird ein Wachstum von knapp 14 Prozent erwartet. Europa ist nach Asien der zweitgrößte Markt auf der Welt. Im Vergleich sind das noch bescheidene Zahlen: Der Spielkonsolen-Markt soll etwa dreimal so groß sein.

          Ein Umsatz von 140 Millionen Euro

          Parallel zum Siegeszug der Multimedia-Handys, der Smartphones, werden auch mobile Spiele für die Programmierer immer interessanter. In den App-Stores von Anbietern wie Apple, in denen sich auf bestimmte Telefone spezialisierte Programme herunterladen lassen, stellen Spielprogramme einen großen Teil des Angebots. Häufig sind sie kostenpflichtig - von weniger als einem Euro bis zu zweistelligen Euro-Beträgen. Der Studie zufolge wurde 2009 mit „Mobile Games“ in Deutschland ein Umsatz von 140 Millionen Euro erzielt.

          Unterdessen hat die Leipziger Messegesellschaft hinsichtlich ihrer am Samstag beendeten Spielemesse Games Convention Online ein positives Fazit gezogen. Die drei Tage der GCO seien gefüllt gewesen mit „inspirierenden Ideen“, sagte Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner: „Die Leipziger Messe steht bereit, diese spannende Branchenplattform gemeinsam mit der Industrie weiter auszubauen.“ Damit trat er Befürchtungen entgegen, wonach 2010 die letzte Ausstellung dieser Art in Leipzig stattfinde.

          Die Sachsen leiden darunter, dass der Fachverband BIU die große Computerspielmesse Games Convention vor zwei Jahren nach Köln geholt hatte, wo sie als Gamescom erfolgreich ist. In Leipzig zurück blieb eine Fachmesse mit, so die Messegesellschaft in einem abschließenden Resümee, 630 Besuchern aus 26 Ländern und 32 Ausstellern aus 13 Nationen.

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