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Fünf Jahre Apple Watch : Mit dem Design der Eleganz

Die aktuelle Series 5 mit immer eingeschaltetem Display muss täglich an die Steckdose. Bild: Hersteller

Sie ist die meistverkaufte Smartwatch der Welt: Vor fünf Jahren kam die erste Apple Watch in den Handel. Ein Blick auf ihre Geschichte zeigt Erfolge und Flops. Wir spekulieren, was die kommende Series 6 kann.

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          Als vor fünf Jahren am 24. April 2015 die erste Version der Apple Watch in den Handel kam, waren die Reaktionen von Fachleuten und Journalisten wie beim Marktstart jedes neuen Apple-Produkts: Ein wenig verhalten, weil die Uhr nichts konnte, was man nicht bereits bei anderen Herstellern gesehen hatte. Während der Vorstellung des ersten iPhone 2007 war es nicht anders. Viele Smartwatches waren der Apple Watch deutlich überlegen. Eine Sportuhr von Garmin oder Polar bot mehr Möglichkeiten, mehr Analytik und mehr Sensoren. Die Apple Watch komme zu spät, hieß es, und sie sei zu teuer.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Auch die Schweizer Uhrenindustrie brachte viele kluge Argumente gegen die Neuerscheinung vor: Ihr Akku müsse jeden Tag geladen werden, sie funktioniere nur mit einem Apple-Smartphone, und sie sei kein langlebiges Produkt, obwohl die teuerste Variante mit Gehäuse aus 18 Karat Gelbgold oder Roségold bis zu 18.000 Euro kostete.

          Die Apple Watch wurde bereits im Herbst 2014 vorgestellt. Als die ersten Bilder während einer Pressekonferenz gezeigt wurden, ging ein Raunen durchs Publikum. Sie mochte alle jene Nachteile haben, von denen die Schweizer Uhrenspezialisten sprachen, aber trotzdem muss sich bis heute kein Manager, Spitzensportler oder Politiker schämen, dass er oder sie in aller Öffentlichkeit eine Apple Watch trägt. Sie hat ein Design der Eleganz, sie erlaubt Personalisierung durch Variation. Die Leistung der Designer bestand darin, dass die Uhr von Anfang an ein eigenständiges Produkt war und kein in ein Uhrengehäuse gedrängtes Mini-Smartphone. Auch die liebevoll gezeichneten Zifferblätter sind dafür ein Beleg.

          Armbänder selbst anpassen

          Von Anfang an kam die Apple Watch in zwei Gehäusegrößen, in unterschiedlichen Gehäusematerialien und mit wechselbaren Armbändern in allen Preisklassen. Die Hardware war und ist so pfiffig konstruiert, dass man selbst das aufwendige und teure Gliederarmband aus Edelstahl ohne Werkzeug an den eigenen Armumfang anpassen kann. Es steckt viel Raffinesse im Detail, wenngleich der ersten Generation etliches fehlte: Sie hatte kein GPS-Modul, war nur gegen Spritzwasser geschützt, hatte weder Kompass noch Höhenmeter und verfügte nur über ein Viertel des heute verwendeten Speichers. Die Preise in Deutschland begannen bei 400 Euro.

          Die Hardware war und ist so pfiffig konstruiert, dass man selbst das aufwendige und teure Gliederarmband aus Edelstahl ohne Werkzeug an den eigenen Armumfang anpassen kann.
          Die Hardware war und ist so pfiffig konstruiert, dass man selbst das aufwendige und teure Gliederarmband aus Edelstahl ohne Werkzeug an den eigenen Armumfang anpassen kann. : Bild: Hersteller

          Nach der ersten Series 0 genannten Modellvariante von 2015 folgten im Jahresrhythmus eine Series 1 bis Series 5, die jeweils mit leistungsstärkeren Prozessoren, mehr Speicher und mehr Sensoren ausgestattet waren. Das Design blieb bis zur Series 4 von 2018 identisch. Nun wurde der Rand rund um das Display reduziert und die Bauhöhe so geschickt geändert, dass auch ältere Armbänder nach wie vor ansteckbar waren.

          Die Apple Watch hat ein eigenständiges Betriebssystem Watch OS, und sie erlaubt die Anpassung von Drittanbieter-Anwendungen an die Uhr. Apps lassen sich mittlerweile mit Watch OS 6 direkt auf der Uhr auswählen und installieren.

          Digitale Krone und Apps als bunte Murmeln

          Bedient wird die Uhr mit dem Finger auf dem berührungsempfindlichen Amoled-Display, der Seitentaste und der „digitalen Krone“, die man drehen und drücken kann. Weiterhin gehört „Force Touch“ zum Bediensystem, quasi ein „rechter Mausklick“ durch festen Druck auf das Display. Die Apps liegen wie bunte Murmeln auf einer einzigen Ebene, man kann sie bewegen und verschieben, nach eigenem Gusto anordnen und die Größe der Symbole mit Drehen der Krone ändern. Wie auf dem iPhone erreicht man Push-Meldungen aller Art durch einen Fingerwisch vom oberen Displayrand nach unten. Mit NFC gelingt das kontaktlose Bezahlen per hinterlegter Kreditkarte.

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