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Fünf In-Ear-Hörer im Test : Kabellos gehört zum guten Ton

Sieht am gewöhnungsbedürftigsten aus, macht aber in Sachen Bedienung und Klang am meisten her: Airpods von Apple Bild: Wolfgang Eilmes

Kabellose In-Ear-Hörer sind beliebt wie nie zuvor. Fürs Musikhören und Telefonieren erscheinen sie ideal. Wir haben fünf Produkte ausprobiert – und enorme Qualitätsunterschiede gefunden.

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          Der Sommer kommt, das Leben spielt wieder draußen. Für Sport und Musik benötigt man natürlich die richtige Ausstattung. Möglichst klein und leicht, für die Radtour ebenso geeignet wie für den Kurztrip mit Handgepäck. In diesem Sommer stehen kabellose In-Ear-Ohrhörer hoch im Kurs. Mittlerweile kann man sicher sein, dass die Technik funktioniert. Besonders kleine Ohrenstöpsel, die allein per Bluetooth mit ihrem Zuspieler verbunden sind, guten Klang bieten und trotz kompakter Abmessungen eine lange Akkulaufzeit haben: Das ist nicht selbstverständlich, wie ein Blick auf die Geschichte dieser Gerätegattung zeigt. Als das Münchener Start-up Bragi im Jahr 2014 sein „Wunder-Gadget aus Deutschland“ vorstellte, hörten sich die Details der unter dem Namen „The Dash“ beworbenen Ohrhörer geradezu unglaublich an: In-Ear-Ohrhörer, drahtlos und zudem mit Hilfe integrierter Sensorik auch für Fitness-Tracking und Telefonie geeignet. Zur Verwirklichung der Idee sammelte Bragi in kürzester Zeit 3,4 Millionen Dollar auf Kickstarter ein, es war die bis dahin erfolgreichste Kampagne in Europa.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Als der smarte Ohrhörer deutlich später als angekündigt für 300 Euro auf den Markt kam, war die Begeisterung dahin: Die Bluetooth-Verbindung vom Smartphone zu den beiden Ohrenstöpseln brach immer wieder ab. Monatelang laborierte Dragi mit Software-Updates an den Schwierigkeiten herum, gelöst wurden sie nie. Akkulaufzeit und Akustik ernteten vernichtende Rezensionen. Inzwischen sind Nachfolgegeräte im Handel, aber in den Anfangszeiten der Bragi-Ohrhörer sagte mancher Fachmann, dass derartig kleine, autonome Bluetooth-Geräte schon deshalb nicht funktionieren würden, weil der Kopf des Trägers die Funkübertragung von einem Ohr zum anderen störe.

          Diese Befürchtung erweist sich als unbegründet. Wir haben fünf kabellose In-Ear-Modelle ausprobiert, und dass man bauartbedingt mit gewichtigen Nachteilen rechnen müsste, hat sich nicht gezeigt. Alle arbeiten mit Bluetooth mit einer Reichweite von einigen Metern, eignen sich für die Musikwiedergabe und zum Telefonieren und nutzen die mitgelieferte Hülle als Ladestation. Die Minis sind nicht nur hinsichtlich von Klang, Komfort und Akkulaufzeit zu beurteilen. Die Handhabung macht den Unterschied: Wie einfach steckt man das Kleinteil ins Ohr, wie lässt es sich in seinem Etui verstauen, wie kompliziert ist die Bedienung? Gibt es Tasten, oder reicht ein Fingerklopfen aufs Gehäuse zur Steuerung der Musikwiedergabe aus?

          Die Größe der Etuis variiert je nach Hersteller deutlich Bilderstrecke
          Die Größe der Etuis variiert je nach Hersteller deutlich :

          Ein Bose Soundsport Free Wireless, groß, wuchtig, gegen Schweiß und Wasser geschützt und vom Hersteller als Sportbegleiter empfohlen, hat außer einer Bluetooth-Taste zwei weitere für die Einstellung der Lautstärke und eine vierte als Multifunktionstaste. Die Ohrhörer werden geradezu „ins Ohr geschraubt“, sitzen sehr fest, aber das Hineinlegen ins riesige Ladeetui lässt die Frage aufkommen, welcher Ohrhörer auf welche Seite gehört. Alles ist gut, aber kompliziert.

          Das Gegenteil sind die oft belächelten Airpods von Apple, mittlerweile hat man sich an ihre ungewöhnliche Bauform gewöhnt. Sie haben nicht eine einzige Taste, Sensoren erkennen, dass sie ins Ohr gesteckt wurden, und sie werden induktiv in einem schmalen Etui geladen, das wiederum in die Hosentasche passt. Es sind Immer-dabei-Teile, den meisten Menschen passen sie gut ins Ohr, auch beim Sport. Aber nicht jedem.

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