https://www.faz.net/-gy9-7if0p

Fritzbox 7490 im Test : Leitstand des vernetzten Heims

Fritzbox 7490: Schaltzentrale für alles Mögliche Bild: Hersteller

Internetprovider und Bundesnetzagentur forcieren den „Routerzwang“. Gegen die Einheitskost setzt AVM seine Fritzbox-Familie. Das neue Topmodell 7490 ist Router, Telefonzentrale, Mediencenter und Schaltzentrale.

          4 Min.

          Geht es nach dem Willen vieler deutscher Internetanbieter, dürfte es so etwas Feines schon bald nicht mehr geben: Gegen die Fritzbox setzen sie auf den „Routerzwang“. Der Kunde soll nur noch mit No-Name-Routern des Anbieters ins Internet, und damit er kein anderes Gerät verwendet, werden kurzerhand die erforderlichen Zugangsdaten geheim gehalten. Die Bundesnetzagentur hat diesen deutschen Sonderweg abgesegnet, der Kunde verliert die Wahlfreiheit. Noch gibt es Anbieter ohne Routerzwang, wie etwa die Telekom.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Zwangsrouter bieten meist nur das Nötigste für einen Basiszugang ins Internet. Wer mehr Sicherheit will - Stichwort: VPN-Anbindung ins Büro -, muss extra zahlen. Ungeliebte Dienste wie die Internettelefonie sind von vornherein nicht implementiert. Kompliziertes wie Media-Server oder Dyn-DNS-Dienste gibt es gar nicht. Mit dem Freifahrschein der Bundesnetzagentur wird der Markt aber nicht nur ärmer, auch die Sicherheit der fernkonfigurierbaren Zwangsrouter bleibt auf der Strecke, denn für alle Systemeinstellungen hat der Provider den Hauptschlüssel. Fehler in der Programmierung aus der Ferne können beispielsweise dazu führen, dass Unbefugte ins eigene W-Lan eindringen.

          Wachwechsel mit der Fritzbox 7390

          Wer einen offenen Router sucht, ist seit Jahr und Tag mit einer Fritzbox von AVM bestens bedient. Beim leistungsfähigsten Topmodell steht jetzt, nach drei Jahren, ein Wachwechsel an: Die Fritzbox 7490 beerbt die (weiterhin erhältliche) 7390, und das ist für die Internetgemeinde ein so wichtiges Ereignis wie die Präsentation einer neuen S-Klasse von Mercedes-Benz. Die Ansprüche und Erwartungen sind hoch, aber man weiß bei AVM auch: Zunächst erwirbt man eine Option auf die Zukunft, die neue Hardware ist entscheidend, die Software hingegen wird erst im Lauf der kommenden Monate das gesamte Potential ausschöpfen. Beim Design ändert sich so gut wie nichts, die neue Box ist voluminöser geworden - und sie wird deutlich weniger warm.

          Wichtig sind die inneren Werte, die schnelleren Prozessoren, die gesamte Plattform ist auf mehr Tempo ausgerichtet. Welche Hardware zum Einsatz kommt, teilt AVM traditionell nicht mit. Es ist ein SoC, „System on Chip“ mit Doppelkernprozessor und einer Taktrate von 600 Megahertz. Das Datentempo im Heimnetz erreicht laut Hersteller brutto bis zu 1300 MBit/s (wenn alle Partner mitspielen), und neben dem neuen, flinken W-Lan nach dem Standard 802.11 ac im 5-Gigahertz-Band kann gleichzeitig eine 802.11-n-Verbindung mit 450 MBit/s im 2,4-Gigahertz-Bereich aufgebaut werden. Schneller wird auch der Zugriff auf Peripherie, etwa die am USB-Port angeschlossene Festplatte für Multimediales, sie ist nun mit USB 3.0 erreichbar, die bereitstehende elektrische Leistung für Peripherie erreicht maximal 4,5 statt 2,5 Watt. Flott weiterhin: ADSL2+ und VDSL werden für die von außen hereinkommenden Datenströme unterstützt, auch das sogenannte Vectoring, das noch mehr Tempo aus den alten DSL-Leitungen herauskitzelt. Ferner läuft der Routerbetrieb auch mit Kabelmodem, Glasfaseranschluss oder einem UMTS-Stick.

          Weitere Themen

          Blitzer erkennt Handys am Steuer Video-Seite öffnen

          Sydney : Blitzer erkennt Handys am Steuer

          Wer in Australien am Steuer telefoniert, wird seit Sonntag geblitzt, denn Kameras erkennen Handys beim Fahrer. Damit soll die Zahl der Verkehrstoten über zwei Jahre um ein Drittel gesenkt werden.

          Topmeldungen

          Individuelle Mobilität : Ein Lob auf das Auto

          Einst galt das Auto als des Deutschen liebstes Kind, jetzt tut mancher so, als trage es die alleinige Schuld am Weltuntergang. Die überwältigende Mehrheit der Bürger aber will und kann nicht auf das Auto verzichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.