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Digitale Fotobearbeitung : Herr über die Bilderflut

Die Arbeit mit Lightroom zu beschleunigen verspricht der finnische Hersteller Loupedeck. Bild: Hersteller

Zurück zu Rädchen und Tasten: Die Hardware-Konsole Loupedeck soll die digitale Bildbearbeitung mit Adobe Lightroom beschleunigen. Wie gut funktioniert das?

          2 Min.

          Das Fotoshooting ist beendet, Hunderte Bilder wollen gesichtet und bearbeitet werden. Glücklich kann sich schätzen, wer dafür einen effektiven Arbeitsablauf eingerichtet hat, zum Beispiel mit dem Fotoverwaltungs- und Bearbeitungsprogramm Adobe Lightroom. Die Arbeit mit Lightroom zu beschleunigen verspricht der finnische Hersteller Loupedeck. Er liefert eine Konsole mit Tasten und Einstellrädern für viele der wichtigsten Funktionen. Der Anblick des Loupedeck kann es mit der Eleganz eines Apple-Produkts aufnehmen. Doch beim Bedienen der Tasten spürt und hört man, dass die Konsole komplett aus Kunststoff besteht.

          Stefan Tomik

          Redakteur in der Politik.

          Die Installation ist kinderleicht, eine gedruckte Anleitung entbehrlich. Man lädt die Software von Loupedecks Website, verbindet die Konsole über USB-Kabel mit dem Rechner und legt los. Eine separate Stromversorgung ist nicht notwendig. Die Handhabung der Konsole erklärt sich weitgehend selbst. Es gibt Tasten, um Bilder mit Sternen zu bewerten, ins Bild hinein zu zoomen, Vorher- und Nachher-Versionen zu vergleichen, Fotos zu exportieren oder den jeweils letzten Bearbeitungsschritt rückgängig zu machen. Vier Pfeiltasten erlauben das Navigieren im Bildarchiv. Praktisch sind Copy- und Paste-Tasten, um Bildanpassungen von einem auf weitere Fotos zu übertragen. Übersprungen wird dabei allerdings das Dialogfeld, in dem sich die zu übertragenden Einstellungen einzeln auswählen lassen.

          Wo die Konsole an Grenzen stößt

          Mit Drehknöpfen lassen sich wichtige Bildanpassungen wie Helligkeit, Kontrast, Klarheit und Weißabgleich ausführen. Ein Druck auf den Regler setzt alle Änderungen zurück. Ein großer Vorteil ist, dass der lästige Wechsel zwischen den einzelnen Entwicklungsmodulen entfällt: Sobald man den Regler betätigt, öffnet Lightroom automatisch das zugehörige Panel.

          Das größte Einstellrad ist der Bildrotation in Schritten von 0,4 Grad zugewiesen. Allerdings schließt Lightroom das zugehörige Bearbeitungsfenster schon kurz nach der Drehung wieder – für die Feineinstellung bleibt zu wenig Zeit. Und meistens ist es mit einem Dreh nicht getan. Auch der Bildausschnitt und das Seitenverhältnis sollen verändert werden. Da stößt die Konsole an ihre Grenzen.

          Farbton, Sättigung und Luminanz lassen sich über acht separate Regler für jeden Farbkanal korrigieren. So kann man etwa Rottöne gezielt und schnell verstärken. Doch die Einstellräder sind empfindsam und wollen mit viel Fingergefühl und keinesfalls im falschen Winkel bedient werden.

          Ein fürs Schärfen reservierter Regler fehlt. Man kann diese Funktion jedoch dem Regler C1 zuweisen, der standardmäßig mit der Vignettierung belegt ist. Überhaupt sind mehrere Tasten individuell konfigurierbar. Trotzdem lässt sich die enorme Funktionsvielfalt von Lightroom nicht in eine kleine Hardwarekonsole pressen. Und so werden – anders als es die Loupedeck-Website suggeriert – weder Tastatur noch Maus überflüssig. Die Erstgenannte braucht man nach wie vor für die Verschlagwortung von Bildern, die andere zum Beispiel für den Bildbeschnitt, Objektivkorrekturen, Arbeiten mit dem Pinsel oder der Gradationskurve und die Feinjustierung beim Schärfen. Der Wechsel zwischen den Eingabegeräten ist jedoch umständlich: Steht das Loupedeck vorn, kann man die Tastatur nur noch schlecht erreichen, ohne mit den Armen unbeabsichtigt einen Regler zu verstellen. Also muss die Konsole jedes Mal beiseitegeschoben werden. Das ist nichts für kleine Schreibtische, auf denen sich womöglich auch noch ein Grafiktablet befindet.

          Das knapp 250 Euro teure Loupedeck funktioniert derzeit ausschließlich mit Lightroom Classic CC und Lightroom 6.

          Womit wir beim letzten Kritikpunkt wären: Das knapp 250 Euro teure Loupedeck funktioniert derzeit ausschließlich mit Lightroom Classic CC und Lightroom 6. Sobald ein Bild in Photoshop weiterbearbeitet wird oder der Anwender auf eine der interessanten Lightroom-Alternativen von On One Photo Raw bis Capture One Pro umsteigt, kann die Konsole nichts mehr ausrichten. Das soll sich angeblich in näherer Zukunft ändern. Bis dahin ist das Konkurrenzprodukt Palette Gear flexibler. Und auch mit einem universellen Grafiktablet lässt sich die Bildbearbeitung vereinfachen. Es funktioniert als Mausersatz mit jeder erdenklichen Anwendung.

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