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Fitnessarmbänder : Nischenprodukte für Ambitionierte

Sportarmbänder, wie diese von Garmin, sind gefragt wie nie. Bild: Hersteller

Wearables und Fitnessarmbänder verkaufen sich wie warme Semmeln. Verspielte Naturen protokollieren nicht nur den Sport. Aber viele Geräte haben Nachteile.

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          Die guten Vorsätze fürs neue Jahr sind noch nicht vergessen, aber man hätte doch gern einen zusätzlichen Motivationsschub, wenn es um Bewegung und Sport geht. Vielleicht kann clevere Technik helfen: Fitnessarmbänder und Smartwatches erfassen die zurückgelegten Schritte und andere sportliche Aktivitäten, zeigen Entwicklungslinien und Trends oder erlauben ein virtuelles Kräftemessen mit anderen Aktiven. Im vergangenen Jahr haben sich die Verkaufszahlen der Helfer am Handgelenk mehr als verdoppelt. Das sagen zumindest die Marktforscher von IDC, die für 2015 in aller Welt 78 Millionen verkaufte Geräte gezählt haben. IDC sieht Fitbit, Apple, Xiaomi, Samsung und Garmin in der ersten Reihe. Jedoch reichen bereits weniger als 5 Millionen verkaufte Geräte je Quartal für einen Spitzenplatz.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          So groß ist der Markt also nicht, er wächst nur schnell. Der Fitnesstracker schlechthin ist und bleibt das Smartphone. Die neuen Wearables und Uhren sind hingegen Nischenprodukte für Ambitionierte, die mehr wissen, ihre sportlichen Aktivitäten präziser erfassen und mit zusätzlichen Daten wie etwa der Herzfrequenz ergänzen wollen. Jedes gängige Smartphone kann beim Joggen oder Spazierengehen die Trainingszeiten oder zurückgelegten Strecken mitsamt Angaben zur Geschwindigkeit erfassen. Das ist dank GPS-Anbindung keine Hexerei. Ein neueres iPhone und einige Androiden haben sogar einen eigenen Prozessor fürs Zählen von Schritten und Treppenstufen eingebaut. Mit zusätzlicher Hardware wie beispielsweise einem Brustgurt zur Messung der Herzfrequenz und entsprechenden Apps kann man sein Training bereits ordentlich und detailliert auswerten.

          Immer am Körper

          Fitnessarmbänder und smarte Armbanduhren haben es demgegenüber schwer. Ihren Nutzen müssen sie erst unter Beweis stellen, und das tun sie mit verschiedenen Ansätzen. Der große Vorteil eines kleinen Fitnesstrackers kann beispielsweise darin bestehen, dass man ihn immer am Körper trägt, dass also jede Bewegung tagsüber wie auch der nächtliche Schlaf zur Auswertung gelangen. Die mehrtägige Akkulaufzeit soll ein weiterer Vorteil gegenüber dem Smartphone sein. Je kompakter das Fitnessarmband und bescheidener sein Display, umso länger hält der Akku durch. Zehn Tage sind nicht ungewöhnlich. Die Anzeige am Gerät muss nicht viel können. Denn die Daten werden typischerweise in einer App oder im Web-Browser am Rechner angezeigt - und gleich ausgewertet. Da sieht man dann, etwa bei Garmin oder Fitbit, sämtliche Bewegungs- und Aktivitätsdaten auf einem Zeitstrahl, kann wochenweise vergleichen, Auswertungen bis ins Detail vornehmen und zusätzliche Informationen nachschießen, etwa zur Nahrungsaufnahme.

          Verspielte Zeitgenossen mit einem Faible für Vergleiche und Statistiken lassen ihre Aktivitäten nach Bedingungen filtern, etwa Ort, Zeitpunkt und Dauer eines Laufs. Wer lieber mit anderen trainiert, setzt zum virtuellen Wettstreit an - oder gründet gleich einen Laufclub, etwa auf dem Strava-Portal, das im Übrigen mit den Daten der Geräte von Tomtom, Garmin und Suunto synchronisiert. Trainingsvorbereitung und -planung, die Erstellung von Laufstrecken und Prognosen zu Wettkampfzeiten bieten indes auch viele Websites, die in erster Linie von den Besitzern einer Handy-App angesteuert werden. Typische Adressen neben Strava: Runtastic, Endomondo, Runkeeper und Runalyze. Wer sich umschaut, achte auf das Gratisangebot und mögliche Fallen bei den Abodiensten. Die großen Anbieter sind auch großzügig hinsichtlich der Daten, die sie von ihren Kunden abgreifen. Hier setzt sich Runalyze als Open-Source-Laufportal positiv ab.

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