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Filmportal : Kino.to macht als „Kinox.to“ weiter

  • -Aktualisiert am

Vom Netz genommen: Das Angebot von Kino.to ist nicht mehr erreichbar Bild: dpa

Im Juni hatte die Polizei die Seite „Kino.to“ vom Netz und die Betreiber festgenommen. Der Vorwurf: Urheberrechtsverletzung in großem Stil. Jetzt ist das Filmportal unter neuem Namen online - und verhöhnt die Filmindustrie.

          Das umstrittene Filmportal Kino.to ist wieder online – zwar unter dem Namen Kinox.to, aber fast identisch aussehend, mit einem ähnlichen Filmangebot und mit einer frechen Botschaft für seine Gegner: „Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen, nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden?“ Die Botschaft endet mit dem Satz: „Legenden können schlafen, aber sie werden niemals sterben.“ Kurz nach dem Neustart war Kinox.to offenbar wegen des Besucheransturms aber nur eingeschränkt zu erreichen.

          Vor wenigen Wochen hatte die Polizei die Seite Kino.to vom Netz genommen und die Betreiber der Seite festgenommen. Der Vorwurf: Urheberrechtsverletzung in großem Stil. Kino.to hatte auf illegale Kopien von Spielfilmen oder Fernsehserien im Internet verlinkt. Offenbar haben die Behörden aber nicht alle Beteiligten festnehmen können. In einem Online-Forum hieß es, die Polizei habe nur 13 der 26 Mitglieder des Betreiberteams gefasst. Allerdings ist bisher nicht klar, wer hinter der neuen Internetseite steckt. Technisch gesehen ist es aber keine Schwierigkeit, die Internetseite auf einen anderen Netzwerkrechner im Internet zu verschieben.

          „Macht euch keine Sorgen“

          Das Auftauchen des neuen Portals sei nicht überraschend, erklärte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die im Auftrag von Unternehmen und Verbänden der Film- und Unterhaltungssoftware-Branche arbeitet. Allerdings sei Kinox.to trotz der Ähnlichkeit nicht mit dem Vorgänger zu vergleichen, sagte eine GVU-Sprecherin. „Durch den Zugriff der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sind auch die Server der großen Hoster beschlagnahmt worden, daher ist der Bestand an Videos deutlich kleiner.“ Ob die GVU auch gegen Kinox.to vorgeht, ist noch offen. Man werde beobachten, ob das Angebot eine „kritische Größe“ überschreite, sagte die Sprecherin. Tatsächlich sind diese Angebote im Internet sehr beliebt. Nach Angaben der Behörden hatte die Seite Kino.to 4 Millionen Nutzer im Monat. Die meisten Nutzer werden nur wenig Mühe gehabt haben, eine ähnliche Seite mit Filmangeboten zu finden. Die Nachfrage nach Filmen im Internet ist groß, aber die Filmindustrie hat bisher noch kein Vertriebsmodell gefunden, das von den Nutzern in großem Stil nachgefragt wird. Das Ergebnis sind viele illegale Angebote, die von der Filmindustrie mit juristischen Mitteln bekämpft werden. Allerdings folgt auf jede Schließung einer solchen Seite meist sehr schnell die Eröffnung eines neuen Angebotes, so dass einzelne Erfolge das Problem der illegalen Raubkopien im Internet nicht beseitigen.

          Unter Juristen ist umstritten, ob sich die Nutzer mit dem Anschauen dieser Filme strafbar machen. Die Filme werden nicht aus dem Netz heruntergeladen, sondern „gestreamt“, also über die Internetleitungen übertragen. Eine Botschaft geben die Betreiber von Kinox ihren Nutzern auch noch auf den Weg, nämlich dass sie keine Angst vor einer Strafverfolgung haben sollen. „Macht euch keine Sorgen, wir haben nie Daten gespeichert und werden es auch weiterhin nicht tun.“

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