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Fernsteuerung von DJI im Test : Teurer fliegt besser

Eine Fernsteuerung von DJI mit zwei Joysticks und etlichen Tasten Bild: Hersteller

DJI hat eine Fernsteuerung mit heller Anzeige für ambitionierte Drohnenpiloten auf den Markt gebracht. Sie kostet 650 Euro. Wir haben sie ausprobiert.

          2 Min.

          Hobbydrohnen steuert man meist mit dem Smartphone. Entweder werden entsprechende Bedienelemente allein auf dem Handy-Display dargestellt, oder, die bessere Lösung, man spannt das Smartphone in eine Fernbedienung mit Joysticks ein, so dass sein Display als Kontrollmonitor für Flug, Fotos und Videos dient. Letzteres ist beim Marktführer DJI gang und gäbe, wenn es um die kleineren Fluggeräte geht. Die Fernsteuerung mit zwei Joysticks und etlichen Tasten hat zwei Klemmbacken zum Befestigen des Telefons, ein Kabel übernimmt die Datenverbindung.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das hört sich alles grundsolide an, hat aber seine Tücken. Zur Inbetriebnahme vor dem Flug benötigt man doch einige Minuten. Je nach verwendetem Smartphone ist die Anzeige für den Einsatz draußen bei strahlendem Sonnenschein nicht hell genug, und wenn man die Helligkeit auf den Maximalwert einstellt, ist der Smartphone-Akku schnell leer. Wir hatten bei unseren Flügen mit Hobbydrohnen fast immer ein eigenes Telefon nur für die Drohnensteuerung dabei.

          Jetzt gibt es eine neue Lösung für einige Drohnen von DJI. Die Smart-Fernsteuerung vereint in einem großen Gehäuse die Joysticks und gewohnten Bedienelemente wie auch einen fest eingebauten Monitor mit der Diagonale von 5,5 Zoll. Die Anzeige löst mit Full HD auf und ist mit 1000 Candela je Quadratmeter deutlich heller als die meisten Smartphone-Anzeigen, die Spitzenwerte zwischen 600 und 700 Candela je Quadratmeter erreichen.

          Es lassen sich die aufgezeichneten Videos über den eingebauten HDMI-Ausgang abspielen.

          Ungeachtet der großen Helligkeit liegt die Akkulaufzeit der Fernbedienung bei zweieinhalb Stunden. Im Inneren ist ein Akku mit 5000 Milliamperestunden fest verbaut, er lässt sich in ungefähr zwei Stunden komplett laden. Dazu befindet sich ein USB-Typ-C-Anschluss an der Unterseite. Die Fernsteuerung wiegt 630 Gramm, für den Transport lassen sich die Steuerknüppel abschrauben und rückseitig verstauen sowie die beiden Antennen einklappen. Der Apparat arbeitet im Temperaturbereich von minus 20 bis plus 40 Grad Celsius und verwendet als Unterbau das Android-Betriebssystem. Im Unterschied zur Smartphone-Ankopplung verbinden sich hier beide Partner, Drohne und Fernsteuerung, sekundenschnell.

          Wichtige Funktionen haben eigene Tasten, etwa zur Umschaltung des Flugmodus oder zum Aufrufen des automatisierten Rückflugs an den Startpunkt. Zwei Drehrädchen an der Oberseite dienen der Gimbal- und Kamerasteuerung, Videostart und Fotoaufnahme sind ebenfalls mit physischen Tasten schnell auf den Weg gebracht. Weitere Vorzüge dieser Fernbedienung: Fotos und Videos kann man auf Micro-SD-Karten speichern und drahtlos ans Smartphone senden. Ferner lassen sich die aufgezeichneten Videos über den eingebauten HDMI-Ausgang abspielen.

          Eigene Flugerlebnisse kann man direkt auf Facebook oder Instagram teilen. Die Fernsteuerung sendet ihre Daten mit dem hauseigenen DJI-Verfahren Ocusync 2.0, das auf 2,4 und 5,8 Gigahertz funkt. Kompatible Drohnen sind demnach die neueren Drohnen des chinesischen Herstellers wie etwa die Mavic 2 Pro, Mavic 2 Zoom, Mavic 2 Enterprise oder Mavic 2 Enterprise Dual. Die Reichweite liegt bei bis zu acht Kilometern. Die smarte Fernbedienung kostet als Einzelprodukt 650 Euro.

          Wer sie ausprobiert hat, wird nicht wieder zurückwollen zur Smartphone-Fernsteuerung. Der Apparat wirkt zwar beim ersten In-die-Hand-Nehmen sehr groß, ist aber ein professionelles Instrument für ambitionierte Drohnenpiloten. Für die Mavic 2 und andere Drohnen bietet DJI die Fernsteuerung auch im Paket an, der Aufpreis liegt dann bei 500 Euro.

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