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Fahrradcomputer ausprobiert : Es kommt doch auf die Größe an

  • -Aktualisiert am

Alles fest im Griff. Bild: Getty

Um zu wissen, wo man gerade wie schnell und wie lange schon entlangradelt, braucht niemand einen Fahrradcomputer. Aber wozu dann?

          6 Min.

          Ein Fahrradcomputer am Lenker? Nicht nur zur Not tut es doch mindestens genauso gut das Smartphone, oder? Und wenn das daheim oder gut verpackt in der Trikottasche bleiben soll, reicht auf alle Fälle die dicke Multisportuhr am Handgelenk. Die hält, wie eine Stoppuhr zum Radfahren gestartet, ständig Ausschau nach den Satelliten des GPS und weiß genau, wo sie ist und wie spät es ist. Sie misst die Außentemperatur und den Luftdruck, zeigt die nächste Regenfront aus einer App, kennt unseren Terminkalender, sie hat eine Playlist für unterwegs und Kleingeld für einen Snack. Sie kennt am Berg die Steigungsrate und in der Abfahrt die Maximalgeschwindigkeit, sie zählt die Höhenmeter, treppauf, treppab die Stockwerke und jeden Schritt zu Fuß. Währenddessen fühlt sie den Puls und piepst alarmierend, wenn sie eine neue Mail im Postfach oder eine Arhythmie des Herzschlags entdeckt. Am Ziel gratuliert sie zur neuen Bestzeit mit einem kleinen Feuerwerk oder einem gepixelten Pokal. Auf die Kalorie genau behauptet sie den Energieverbrauch zu kennen und hat dazu einen Tipp parat, wie lange wir uns erholen sollten. Und nach dem Nickerchen weckt sie mit Hummelbrumm. Nicht nur mit simpel vorausweisenden Pfeilen, sondern auf einer richtigen Karte zeigt sie, wo es zurück nach Hause geht. Und alles, alles ist protokolliert und parat dafür, sofort oder bei der nächsten Gelegenheit zu Freunden und ins Netz geschickt zu werden.

          Was will man mehr? Wer diese Frage nicht nur rhetorisch stellt, begibt sich auf ein weites Feld mit vielen Fallstricken: Kann man und, wenn ja, wie viele, vor allem aber welche externen Sensoren koppeln? Geht das schnell und problemlos, oder ist es eine instabile Geduldsprobe? Welche Übertragungsstandards werden unterstützt? Ist die Herzfrequenzmessung am Handgelenk so genau wie die mit einem Brustgurt oder einer Manschette am Arm? In welchen Formaten kann ich Karten, Routen oder Vergleichswerte von woher auf mein Gerät herunterladen? Sind Komfort und Geschwindigkeit der Navigation vielleicht ausreichend für Läufer, aber nicht für das Tempo eines Fahrrads? Bleibt man mit den Daten seiner App oder einer Alleskönner-Uhr auf nur die eine Cloud und deren Auswertungen vom Hersteller der Hardware beschränkt? Oder kann ich mit einem Gerät zwar meine Daten sammeln, sie aber an ganz anderer Stelle auswerten und meiner Community präsentieren? Muss ich meine Heldentaten selbst zum virtuellen Treffpunkt schaffen, oder geht das automatisiert? Auch mit Fotos und Videos?

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