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Tipps für den Ausstieg : Raus aus Facebook

Bild: Stier / F.A.Z.

Ein Skandal folgt dem anderen: Facebook hat das Vertrauen seiner Nutzer verspielt. Wer jetzt aussteigen will, muss jedoch einige wichtige Dinge beachten.

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          Facebook gefällt nicht mehr. Die negativen Schlagzeilen häufen sich: Falschnachrichten, Hackerangriffe und Datenskandale setzen dem Konzern zu. Der Aktienkurs fällt, die Nutzerzahlen sind rückläufig, und jüngere Menschen meiden das Netzwerk ohnehin. Nach den jüngsten Enthüllungen, dass Facebook die PR-Firma Definers Public Affairs bezahlte, um eine Kampagne gegen den amerikanischen Finanzinvestor und Philanthropen George Soros und andere Kritiker zu lancieren, ist für viele Menschen das Maß voll. Schon im Frühjahr machte ob des Skandals um Cambridge Analytica der Hashtag #deletefacebook im Netz die Runde: Facebook kontrolliere seine zwei Milliarden Mitglieder, sammele fortwährend Daten für kommerzielle Zwecke und entziehe sich selbst jedweder demokratischen Kontrolle und Verantwortung, hieß es. Deshalb solle man Facebook verlassen. Es spalte die Gesellschaft, indem es Falschnachrichten und die Meinungen von Extremisten verstärke. Facebook fördere mit seinen Algorithmen eher Wut und Angst, statt Fakten und Abwägung in den Vordergrund zu stellen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Doch wie funktioniert das, sich von Facebook zu verabschieden? Wie wird man Facebook wieder los? Es ist ja nicht damit getan, die App vom Handy zu löschen, sondern man muss sein komplettes Facebook-Konto löschen und sich ebenfalls von Whatsapp und Instagram verabschieden. Der Nachrichten- und der Bilderdienst sind seit 2014 und 2012 Teil des Zuckerberg-Konzerns und gleichen alle persönlichen Nutzerdaten untereinander ab. Dass die Whatsapp-Gründer Jan Koum und Brian Acton Facebook ebenso verlassen haben wie die beiden Instagram-Väter Kevin Systrom und Mike Krieger, sollte einem zu denken geben. Spätestens im kommenden Jahr, wenn Facebook auch Werbung über Whatsapp ausspielen will, kommt die nächste Belastungsprobe für ein ohnehin angespanntes Verhältnis. Immerhin, man kann Facebook ohne weiteres verlassen, das ist die gute Nachricht, vor allem mit Seitenblick auf Google, das den Status eines unentrinnbaren Monopols erreicht hat.

          Über das Menü „Deine Facebook-Informationen“ gehen

          Einen Menü-Eintrag zum Löschen des Facebook-Kontos muss man in den Einstellungen lange suchen. Wer glaubt, ihn gefunden zu haben, landet bei der Option, den Account zu pausieren. Man muss vielmehr im Web-Browser über das Menü „Deine Facebook-Informationen“ gehen und dort die Lösch-Option auswählen. Zuvor wird einem abermals angeboten, das Konto nur vorübergehend zu deaktivieren und seine persönlichen Daten zu laden, was wiederum sinnvoll sein kann.

          Gelöscht wird das Facebook-Konto mit dem Löschbefehl und der anschließenden Eingabe des Kennworts jedoch keineswegs. Facebook lässt einem 30 Tage Bedenkzeit, bis der Prozess startet. In dieser Zeit kann man sich wieder einloggen und damit das Löschen des Kontos abbrechen. Weiterhin teilt Facebook mit, dass es mehrere Wochen dauern könne, bis alle Nutzereinträge gelöscht seien. Allerdings kann man sich nicht darauf verlassen, dass „Löschen“ auch löschen bedeutet. Es kann gut sein und spricht vieles dafür, dass Facebook nichts löscht, sondern nur eine Löschmarkierung setzt.

          Man erhöht das Risiko für Datendiebstahl

          Vor dem Löschen sollte man darauf achten, dass alle Dienste, die mit Facebook verbunden waren, entkoppelt werden. Dies betrifft vor allem das umstrittene „Login mit Facebook“. Man wähle in den Facebook-Einstellungen das Menü „Apps und Websites“. Login mit Facebook sollte man nicht nutzen, denn so erfährt jeder angeschlossene Dienst weitaus mehr über einen als nötig, und man erhöht das Risiko für Datendiebstahl.

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