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E-Commerce : Innovationen treiben den Online-Handel an

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Handel im Internet wächst - auch in der Krise, wie das zweite Ebay Online-Business-Barometer zeigt. Traditionelle Handelskonzerne wie Metro und Tengelmann investieren erst jetzt ins Web. Innovationen kommen meist aus dem Ausland.

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          Der elektronische Handel im Internet bleibt auf Wachstumskurs. Nach einer Erhebung des Nürnberger Meinungsforschers GfK haben die Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr Waren für 15,5 Milliarden Euro im Netz gekauft, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Werden auch digitale Güter wie Musikdateien oder Online-Tickets mitgezählt, steigt der Umsatz im Netz auf 21,7 Milliarden Euro, hat der Bundesverband des Deutschen Versandhandels errechnet, dessen Mitglieder inzwischen mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Netz erzielen.

          Der Zuwachs im Internet fiel 2009 zwar geringer aus als im Jahr zuvor, als 19 Prozent Wachstum erreicht wurden. Doch das vierte Quartal gibt Hoffnung, dass die Delle nur vorübergehend war, denn in diesem Zeitraum wurden wieder 19 Prozent Zuwachs erreicht. In die gleiche Richtung weisen die Ergebnisse des zweiten Online-Business-Barometers von Ebay, einer Befragung von 1200 Händlern in Deutschland, die ihre Produkte auf dem Internetmarktplatz verkaufen. „Zwei Drittel der Online-Händler haben ihre gesteckten Umsatzziele in den vergangenen drei Monaten erreicht. Mehr als die Hälfte der Händler hat sich für die nächsten 12 Monate höhere Umsatzziele gesetzt als im vergangenen Jahr. Dies zeigt, dass die Händler gut durch die Krise gekommen sind und mit Optimismus in die Zukunft blicken“, sagt Ebays Deutschland-Chef Stephan Zoll.

          Die meisten Händler setzen inzwischen auf die Kombination eines Online-Verkaufs mit einem stationären Geschäft. Zwei Drittel der von Ebay befragten Händler äußerten die Überzeugung, dass der Online-Verkauf das Ladengeschäft zukunftsfähiger macht. Ein Fünftel der Befragten gab sogar an, dass erst der Online-Handel den stationären Laden am Leben erhält. „E-Commerce sichert gerade auch im ländlichen Raum oftmals das Überleben der stationären Handelsstrukturen“, sagt Zoll.

          Media-Markt und Saturn sind prominente Neuzugänge

          Prominente Neuzugänge im Online-Markt dürften in diesem Jahr die Metro-Elektronikketten Media-Markt und Saturn werden, die bisher im Netz nur auf ihre Filialen verwiesen haben. Auch der Handelskonzern Tengelmann investiert ins Netz. „Mit Brands4friends und Zalando haben wir uns an den derzeit schnellstwachsenden Internet-Start-ups beteiligt. Wir setzen große Erwartungen in deren weitere Entwicklung“, sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub.

          Die Einsicht kommt eher spät, denn in anderen Ländern wie Großbritannien sind die etablierten Händler schon viel weiter, haben schon deutlich höhere Online-Anteile an ihren Umsätzen erreicht. Eine Erhebung der Hochschule Niederrhein unter den größten deutschen Einzelhandelsfilialisten hat gezeigt, dass die Mehrzahl der Einzelhändler entweder überhaupt noch keinen Online-Shop betreibt oder nur „starre“ Online-Kanäle nutzt, um alte Waren zu verramschen oder magere Rumpfsortimente anzubieten. „Kein Dax-Handelskonzern erreicht - sofern bei ihm eine stationäre Vertriebsschiene um einen Online-Shop ergänzt wird - nennenswerte Online-Anteile im zweistelligen Bereich. Diese strategische Ignoranz und kaum nachvollziehbare Internetzurückhaltung müsste Analysten eigentlich Schweißperlen auf die Stirn treiben“, kritisiert Gerrit Heinemann von der Fachhochschule Niederrhein.

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          Eile ist geboten, denn inzwischen drängen schon die Online-Händler in die stationären Läden. Der Computerhändler Notebooksbilliger.de hat gerade seinen ersten Laden in München eröffnet und hofft, sich mit Internetpreisen auch im stationären Geschäft durchsetzen zu können. Sollte der Test in München funktionieren, sollen schnell weitere Filialen in anderen Städten folgen.

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