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Amazon Kindle Oasis im Test : E-Book-Reader mit Thermostat

Beim neuen Kindle Oasis kann die Farbtemperatur eingestellt werden. Bild: Hersteller

Amazon bekennt mit dem Kindle Oasis Farbe. Mit dem Lesegerät der Oberklasse lässt sich nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbtemperatur des Bildschirms einstellen. Bringt das etwas?

          Ja, da lesen Sie richtig: Amazon hat sein edelstes Lesegerät für elektronische Bücher, den Kindle Oasis, in der dritten Version auf den Markt gebracht, an dem sich nun die Farbtemperatur einstellen lässt. Farbtemperatur? Fällt denen sonst nichts mehr ein? Nun ja, diese Funktion kann praktisch sein für Menschen, die etwa am Abend viel lesen. Hersteller von Smartphones haben schon vor Jahren damit angefangen, die Helligkeit und Farbe des Bildschirms dem Umgebungslicht anzupassen. Unter den Einstellungen im Betriebssystem gibt es den Blaulichtfilter unter dem Menüpunkt „Augen schonen“, sodass der Bildschirm in wärmeren Farbtönen erscheint. Auch lassen sich Farbmodus und -temperatur konfigurieren.

          Was das Smartphone kann, kann der E-Book-Reader nun auch. Das Display des neuen Oasis bekommt bei Bedarf einen Gelbstich, der das Lesen angenehmer machen soll. Amazon spricht von der Farbe Bernstein. Die Stärke kann von 1 bis 24 eingestellt werden. Dafür zieht man mit dem Finger an einer Leiste entlang. Weil der Bildschirm sofort die Farbe angleicht, lässt sich die Stärke gut dosieren. Das funktioniert allerdings nicht parallel mit der Einstellung für die Helligkeit, sodass man möglicherweise immer mal wieder zu diesem Menüpunkt springen sollte, um die Farbtemperatur in Abhängigkeit von der Helligkeit zu vergleichen.

          Das Spiel mit Farbe und Helligkeit zeigt auf jeden Fall Wirkung. Aber es ist gewöhnungsbedürftig. Zeigt man Freunden den Unterschied zu den weißen Seiten des Vorgängers, fällt die Wahl häufiger auf den reinen Hintergrund. Eben weil dieser auf den ersten Blick heller und deswegen besser erscheint. Auf die richtige Betriebstemperatur kommt man bei längerem Lesen. Dann sorgt die Färbung dafür, dass man weniger müde wird, weil der Bildschirm weniger strahlt.

          Geblättert wird entweder mit den Tasten an der Seite oder durch kurzes Tippen auf den Bildschirm. Bilderstrecke

          Nun muss man diese Funktion in Relation zum Vorgängermodell setzen. Denn das ist der einzige Unterschied zur zweiten Version des Kindle Oasis. Und dieser konnte auch schon überzeugen. Der 7 Zoll große Bildschirm mit einer Pixeldichte von 300 ppi bietet aufgrund seiner Beleuchtung zu jeder Tageszeit und Umgebung sehr gut lesbare Buchseiten, die nicht spiegeln. Das Gehäuse ist nach IPX8 zertifiziert, was theoretisch wasserdicht bedeutet, aber in der Praxis heißt, dass der Oasis am besten nur mal kurz in die Badewanne fällt. Das Lesegerät kann komfortabel mit einer Hand gehalten werden, weil es einen dünnen Griff hat. Geblättert wird mit den beiden am Rand angebrachten Tasten oder einer kurzen Berührung des Bildschirms.

          Der einzige Nachteil des Oasis ist sein Preis. Die LTE-Version mit 32 Gigabyte Speicher kostet 320 Euro, für das Gerät mit W-Lan und einem Viertel so viel Festplatte werden immer noch 230 Euro fällig. Und dabei bleibt es nicht. Wer sich Amazons Edel-E-Book-Reader kauft und viel mit ihm unterwegs sein wird, sollte gleich eine Hülle dazu bestellen. Denn ansonsten ist der 7 Zoll große Bildschirm beim Transport ungeschützt. Auch lässt sich das Gerät besser in der Hand transportieren. Die Hülle erhöht den Preis noch einmal um 40 bis 60 Euro (je nachdem ob Stoff oder Leder), wenn es ein Originalzubehör von Amazon sein soll.

          Aber dann kann es mit dem Lesen endlich losgehen.

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