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Flexibel sein und sparen : Darum lohnt sich ein Dual-Sim-Smartphone

Bild: Getty

Zwei Sim-Karten und zwei Rufnummern: Das bedeutet jedoch nicht, dass man ständig zwei Telefone herumträgt. In aller Welt gibt es Dual-Sim-Geräte.

          Mit nur einem Handy unterwegs? Wie altmodisch. Der typische Deutsche hat mehr als eine Nummer. 82 Millionen Einwohner nutzen 114 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Das Zweitgerät ist also nicht nur im Kommen, sondern bereits angekommen. Mit verschiedenen Sim-Karten zu jonglieren kann sinnvoll sein. Zum Beispiel, um berufliche und private Anrufe zu trennen. Im Ausland bewährt sich eine Zweitkarte ungeachtet der abermals gesunkenen Roaminggebühren. Denn außerhalb der EU bleibt die Mobilfunknutzung mit der deutschen Sim-Karte teuer. Auch im Inland kann der wechselseitige Einsatz mehrerer Mobilfunkkarten sinnvoll sein. Etwa um das Beste aus unterschiedlichen Tarifen und Sparangeboten herauszuholen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zwei oder mehr Sim-Karten im Dauereinsatz bedeuten jedoch nicht, dass man ständig zwei Telefone herumträgt. In aller Welt gibt es Dual-Sim-Geräte für zwei Sim-Karten, jedenfalls für die Betriebssysteme Android und Windows. Ein iPhone mit Dual Sim ist nicht zu haben, und in Deutschland sind die zweigleisig funkenden Apparate vor allem deshalb Mangelware, weil die Netzbetreiber blockieren. Der Kunde soll ausschließlich die Karte seines Providers ins Smartphone stecken, den Umsatz will man nicht mit einem Konkurrenten teilen. Deshalb gibt es in den deutschen Mobilfunkläden nur die Singles.

          Hinter den Kulissen üben die deutschen Provider viel Druck auf die Hersteller aus, damit diese ihre Dual-Sim-Versionen nicht auf den hiesigen Markt bringen. Wer ein entsprechendes Smartphone der Oberklasse sucht, findet zum Beispiel das Samsung Galaxy S7 in der Duos genannten Variante oder ein Sony Xperia Z5 Dual oder ein Huawei P9 Dual Sim nicht in deutschen Läden. Diese Modelle muss man auf eigene Faust importieren - oder nach deutschsprachigen Händlern suchen, die sich auf Dual-Sim-Smartphones spezialisiert haben.

          Nur noch ein einziges Mobilfunkmodul

          Die Technik eines Dual-Sim-Smartphones ist kein Hexenwerk, sondern gilt als ausgereift. Die ersten Modelle nahmen vor Jahr und Tag zwar beide Sim-Karten auf, aber zum wechselseitigen Gebrauch einer der beiden Karten musste man das Gerät jeweils neu starten und die entsprechende Karte manuell auswählen. Diese Mühsal ersparten jene Geräte, die dann endlich mit zwei Sende- und Empfangseinheiten (Dual Sim Full Active) ausgerüstet waren.

          Heute verwenden die aktuellen Geräte nur noch ein einziges Mobilfunkmodul, und man ist trotzdem gleichzeitig mit zwei Rufnummern bei unterschiedlichen Anbietern erreichbar. Die Technik heißt Dual Sim Standby. Über ein Zeitmultiplexverfahren sind beide Sim-Karten gleichzeitig eingebucht. Wird allerdings über eine Sim-Karte ein Gespräch geführt, ist man mit der zweiten nicht erreichbar, und es gibt Einschränkungen für Datenverbindungen.

          Eingehende Telefonate funktionieren wie gewohnt, gegebenenfalls lässt sich für jede Sim-Karte ein eigener Klingelton festlegen, so dass man hört, ob es ein geschäftliches oder privates Telefonat ist. In der Benachrichtigungsleiste des Betriebssystems erscheint für jede Sim-Karte ein kleines Symbol, das die Empfangsqualität separat anzeigt. Bei abgehenden Gesprächen wählt man die Sim-Karte wahlweise vor jedem einzelnen Telefonat, oder man legt eine für alle Gespräche fest.

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