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Dragon Naturally Speaking 11 : Diktieren ist viel schneller als Tippen

Man fange von vorn an

Schon wegen des größeren Vokabulars empfiehlt es sich nicht, ein altes Dragon-Profil für die neue Version zu aktualisieren. Man fange von vorn an. Bei uns arbeitete das neue 11er-Profil besser als das zwei Jahre lang gepflegte und persönlich angepasste 10er-Profil. Gegebenenfalls exportiere man seine Wortliste und importiere sie in die neue Version. Das gilt aber nur für Anwender, die ein eigenes opulentes Fachvokabular aufgebaut haben. Die typischen Schwierigkeiten sind übrigens in beiden Versionen gleich: Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Abkürzungen, Produkt- und Eigennamen bereiten noch immer Kopfzerbrechen. Mit ein bisschen Erfahrung kennt man im Laufe der Zeit die Stolpersteine und wird dann beispielsweise „ist vom Feinsten“ dahingehend diktieren, dass man dem „Feinsten“ das Kommando „groß“ voranstellt.

Die neue Version erfüllt zudem viele alte Wünsche, an erster Stelle der Import von DSS-Pro-Dateien professioneller Diktiergeräte: das ist für Ärzte und Anwälte ein Schritt nach vorn. Um Handmikrofone der Hersteller Philips und Olympus perfekt einzubinden, benötigt man wie gehabt Zusatzsoftware, hier hat vor allem Philips mit seinem „Device Control Center“ gute Arbeit geleistet, es funktioniert auch mit Dragon 11 prima.

Die „Verarbeitungsanzeige“ während der laufenden Erkennung wurde durch ein kleines, sich drehendes Nuance-Symbol ersetzt, man wird also weniger abgelenkt. Deutlich einfacher gerät nun die Verwaltung unterschiedlicher Benutzerprofile, und bei der Korrektur sind ebenfalls zahlreiche Verbesserungen zu beobachten. Richtiges Korrigieren bleibt entscheidend für die Lernfähigkeit von Dragon - und hier wird leider der Einsteiger mit der zwar erweiterten, aber noch immer dürren Online-Hilfe nicht besonders weit kommen. Wer den Drachen perfekt beherrschen will, muss einem Profi über die Schulter gucken.

Endlich werden auch Mehrkern-Prozessoren optimal angesprochen

Jenseits der Erkennung gesprochener Texte hat Dragon Naturally Speaking auch bei der PC-Bedienung zugelegt: „Durchsuche Wikipedia nach Frankfurter Allgemeine Zeitung“ versteht die Software auf Anhieb, aber auch „Durchsuche Facebook nach Max Müller“. Für uns der wichtigste neue Befehl: „Programme auflisten“ zeigt alle geöffneten Windows-Fenster. Wir probierten das Programm mit einem Core-2-Duo-Prozessor T5250 (1,5 Gigahertz) unter Windows 7 sowie einem T6300 (1,8 Gigahertz) unter Windows XP - das geht gerade noch ordentlich, etwas mehr Rechenleistung kann nicht schaden. Endlich werden mit Version 11 auch Mehrkern-Prozessoren optimal angesprochen.

Die amerikanische Software ist in mehreren Varianten erhältlich: Die teuren juristischen und medizinischen Versionen sollte man ebenso wie Professional (830 Euro) nur im Fachhandel nach entsprechender Beratung kaufen. Die von uns geprüfte Premium-Variante für 200 Euro ist das Paket der Wahl für die meisten Käufer. Sie unterstützt mehrere Audioquellen an einem Benutzerprofil, ferner das Diktat in so gut wie alle Anwendungsprogramme, auch in Microsoft Word, Excel und Outlook sowie in Open Office Writer. Mit Googlemail funktioniert es nach Angaben des Herstellers ebenfalls, bei uns aber nicht zufriedenstellend. Skeptisch sind wir bei der Einsteigerversion „Home“ für 100 Euro mit stark reduziertem Funktionsumfang. Auch „Premium Mobile“, die für 300 Euro ein billiges Diktiergerät mitbringt, würden wir nicht nehmen.

Mit Dragon Naturally Speaking 11 erfasst der Vielschreiber seine Texte dreimal schneller als mit der Tastatur. Die Ausrede, Spracherkennung sei noch unausgereift, gilt nicht mehr. Die größte Hürde ist das Diktieren selbst, also die im Textverarbeitungszeitalter verlernte Fähigkeit, im Kopf klar zu formulieren.

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