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Mobilfunkstandard 5G : High Five

Was bringt nun die fünfte Generation? Bild: AFP

Der Mobilfunkstandard 5G geht an den Start. Dass die Daten flinker fließen, ist nur ein Vorteil der neuen Technik. Die Netz-Infrastruktur übernimmt künftig Rechenaufgaben, und das Internet der Dinge mit Millionen Sensoren wird unterstützt.

          6 Min.

          Nahezu unbemerkt startete in diesem Sommer die nächste, die fünfte Generation der Mobilfunktechnik. Neue 5G-Technik zieht in die Basisstationen ein. Jetzt geht es los, nachdem vor einem Jahr die Frequenzen für 6,6 Milliarden Euro versteigert worden waren. Jeder Technikwechsel der Funkzellen ist eine Zäsur. Das betrifft scheinbar nur die Datenübertragung zwischen Endgeräten und Netz. Aber die Systemarchitektur bereitet stets einen Weg für neue Anwendungen, Dienste und Geschäftsmodelle. Als 2002 UMTS, die dritte Generation, einen zähen Anfang nahm, begann mit ihr die Erfolgsgeschichte des Smartphones. Zehn Jahre später folgte LTE als 4G und damit der Siegeszug des Streamings.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Was bringt nun die fünfte Generation? Mehr Datentempo, Downloads in Gigabit-Geschwindigkeit und kürzere Antwortzeiten. Das ist die Standardantwort, die überall zu lesen ist. Aber tatsächlich ist 5G eine neue Netz-Topologie, die nicht nur der bekannten Maxime „schneller, höher, weiter“ folgt, sondern 5G macht vieles anders. Die neuen Netze müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllen, und sie werden damit flexibel. 5G ist die Gigabit-Datenrate in einer kleiner Funkzelle. Aber 5G ist auch die neue Basisstation im Millimeterwellenbereich, die Fußballstadien, Messehallen oder Flughäfen versorgt. 5G ist ein Netzwerk für Sensoren im Internet der Dinge, die sich nur gelegentlich melden, und 5G ist erstmals die Idee, dass Anwendungen direkt in der Basisstation laufen, dass diese also Berechnungen ausführt und Ergebnisse zurücksendet an Endgeräte, um die Vorteile kurzer Antwortzeiten bestmöglich auszuspielen. 5G könnte man also als Schweizer Taschenmesser für die Netzwelt der Zukunft bezeichnen.

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