https://www.faz.net/-gy9-yso9

Dank geeigneter Apps : Das iPad wird zum Arbeitsgerät

Bild: spehr

Pfiffige Programmierer haben das Einsatzspektrum des iPad deutlich erweitert. Apps wie Dropbox, Office 2 HD, Reeder oder Instapaper machen aus Apples Tablet-Computer mehr als eine Konsummaschine.

          4 Min.

          Als vor gut einem Jahr das erste iPad auf den Markt kam, waren wir alles andere als begeistert. Die meisten Journalisten sangen zusammen mit dem Hersteller Apple ein Loblied, wonach das iPad geradezu ein Paradigma für die nächste Generation besonders einfach zu bedienender PCs sei. Das konnten wir nicht nachvollziehen und sahen in ihm eine Maschine für den passiven Konsumenten, fürs unverbindliche Dahinsurfen im Netz. Das aktive Arbeiten mit Inhalten war damals kaum möglich, das Arrangieren von Daten eine Qual, und wir kritisierten vor allem das dem Nutzer nicht zugängliche Dateisystem.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          In diesem Punkt hat sich nichts geändert, auch mit dem iPad 2 bleiben Inhalte an die „Apps“ gebunden, sie müssen mit iTunes synchronisiert werden, und dass der Tablet PC aus Cupertino sich nur dann in Betrieb nehmen lässt, wenn er mit einem Kabel an einen „richtigen“ PC angeschlossen wird, ist das i-Tüpfelchen einer langen Liste der Gängelungen und Einschränkungen.

          Anfangs haben wir das iPad so gut wie nie genutzt. Aber in den vergangenen Monaten hat sich vor allem bei den Apps so viel getan, dass es mittlerweile oft zum Einsatz kommt. Aus dem Lesegerät wird ein Arbeitsinstrument, und für diese Entwicklung ist nicht Apple verantwortlich. Vielmehr sind es pfiffige Programmierer, die mit etlichen Kniffen die Restriktionen umgehen. Am spektakulärsten ist die sogenannte Dropbox, der Datenspeicher in der Cloud, der in seiner kleinsten Variante (mit 2 Gigabyte Speicherplatz) sogar gratis zu haben ist. Die Dropbox ersetzt den USB-Stick, man spielt die Software auf seine PCs (Windows, Mac, Linux), und was an einem Rechner in der Box abgelegt wird, steht fortan auf allen anderen PC ebenfalls zur Verfügung. Die Synchronisation erfolgt selbsttätig und im Hintergrund, auf dem Smartphone (iPhone, Android) kann man ebenfalls auf die Inhalte zugreifen.

          Bequeme und direkte Auswahl der Schriftart
          Bequeme und direkte Auswahl der Schriftart : Bild: Spehr

          Ohne iTunes-Synchronisation

          Dieser Alleskönner unter den Cloud-Speichern stellt auf dem iPad rasch den Kontakt zu den eigenen privaten Daten her, und zwar ohne iTunes-Synchronisation. Die PDF- oder Word-Datei, die man morgens am Rechner in die Dropbox schiebt, steht automatisch mittags auf dem iPad zur Verfügung, eine Internetverbindung vorausgesetzt. Alle gängigen Dateiformate zeigt die iPad-Dropbox in einem großen Vorschau-Fenster an.

          Die nächste Finesse dieses Cloud-Speichers ist die Zusammenarbeit mit iPad-Apps, um Inhalte auch zu bearbeiten. Bei der iPad-Textverarbeitung gilt zwar Apples überaus hübsches Pages als Maß aller Dinge. Aber diese App aus der iWork-Familie arbeitet nicht uneingeschränkt mit der Dropbox zusammen. Zum Glück gibt es andere Möglichkeiten: Office 2 HD für 6 Euro bietet eine Textverarbeitung und eine Tabellenkalkulation mit Word- und Excel-Kompatibilität. Zugegeben: Die App reicht nicht ansatzweise an den Komfort, die Ausstattung und die hübsche Gestaltung des Apple-Pendants heran. Was man auf dem Bildschirm sieht, ist schlicht gehalten - aber funktional.

          Der Pluspunkt von Office 2 HD ist die geschickte Datensynchronisation mit dem PC oder Mac. Zum einen lässt sich per Wireless-Lan auf die von Office 2 HD verwalteten Dateien zugreifen. Im Datei-Explorer gibt man einfach eine http-Adresse ein, schon kann man seine Dokumente zwischen beiden Geräten drahtlos kopieren. Zum anderen erlaubt die Software eine nahezu perfekte Dropbox-Anbindung. Nicht nur das, unterstützt werden auch weitere Cloud-Speicher wie Googe Docs, die iDisk und Mobile Me von Apple, My Disk, icloud, box.net sowie WebDAV-Speicher, wie ihn etwa T-Online oder GMX anbieten. Der jeweilige Dienst muss nur einmal eingerichtet werden und steht anschließend wie ein Laufwerk zur Verfügung. Man kann Ordner anlegen, vom Cloud-Speicher aufs iPad kopieren - oder direkt auf dem externen Speicher arbeiten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ruth Bader Ginsburg

          Amerikas Supreme Court : Ikone liberaler Rechtsprechung gestorben

          Sie war wohl die bekannteste Richterin der Vereinigten Staaten. Nun ist Ruth Bader Ginsburg gestorben. Präsident Trump bekommt damit die Chance, zum dritten Mal einen Richter für den Supreme Court zu nominieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.