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Consumer Electronics Show : Eine nüchterne Show von Steve Ballmer

  • -Aktualisiert am

Warum streckt Ballmer eigentlich nicht die Daumen nach oben bei der Windows 7-Ankündigung? Bild: AP

Der Vorstandschef von Microsoft verzichtet auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas auf großartige Visionen. Aber Steve Ballmer verspricht, dass mit Windows 7 alles besser wird - und hat die Betaversion zum Download angekündigt.

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          Eines war schon vor Beginn der Rede klar: Als Publikumsmagnet kann es Steve Ballmer nicht mit Bill Gates aufnehmen. Ballmer, der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft, stand am Mittwochabend als Eröffnungsredner der CES in Las Vegas auf dem Programm. Es war seine Premiere, und er trat kein leichtes Erbe an, denn in den vergangenen Jahren hielt die Rede stets der Mitgründer und Verwaltungsratschef Gates, der sich mittlerweile aus dem Tagesgeschäft bei Microsoft zurückgezogen hat.

          Roland Lindner
          (lid.), Wirtschaft

          Der Auftritt von Gates war stets eine der Hauptattraktionen der Messe. Schon Stunden vorher bildeten sich lange Schlangen vor dem Ballsaal im Venetian-Hotel. Davon konnte diesmal keine Rede sein, der große Saal füllte sich nur mit Mühe. Freilich musste Ballmer nicht nur gegen den Legendenstatus von Gates ankämpfen, sondern auch gegen die Wirtschaftskrise, die für allgemein niedrigere Besucherzahlen auf der CES sorgt.

          Nüchterner Auftritt von Steve Ballmer

          Es war ein nüchterner Auftritt von Steve Ballmer. Während Bill Gates sich in der Vergangenheit gerne als Visionär präsentierte und dabei auch oft den Blick in die weit entfernte Zukunft wagte, blieb Ballmer viel näher am derzeitigen Geschäft von Microsoft. Wenn er über die Zukunft sprach, dann beschrieb er Entwicklungen, die in der Branche längst vorangetrieben werden oder Realität sind, zum Beispiel die Konvergenz verschiedener Geräte wie Computer, Mobiltelefon und Fernseher und deren Vernetzung.

          Damit auch jeder versteht, was ein Ordner ist
          Damit auch jeder versteht, was ein Ordner ist : Bild: REUTERS

          Ballmer brachte auch gute Nachrichten mit nach Las Vegas. Höhepunkt war die Ankündigung, dass Windows 7, die nächste Version des Microsoft-Betriebssystems, von sofort an als Betaversion für Entwickler heruntergeladen werden kann. Damit hat das mit Spannung erwartete Programm einen großen Schritt auf dem Weg zur Markteinführung gemacht. Auch die Demonstration von Windows 7 überzeugte mit nützlichen Anwendungen - und weckte damit Hoffnungen, dass das Programm die Misserfolge des ungeliebten Vorgängers Windows Vista vergessen lassen könnte. Zudem kündigte Ballmer mehrere Allianzen für seine Internetplattform Windows Live an. Enttäuschend wenig Neues hatte er dagegen über das Handy-Betriebssystem Windows Mobile zu sagen. Auch die Ausführungen zum Videospielegeschäft mit der Xbox und zum digitalen Musikspieler Zune waren dürftig. Insgesamt fehlten seinem Auftritt die erhofften Überraschungseffekte.

          Zentraler Teil seiner Rede: Windows hochjubeln

          Gleich zu Beginn seiner Rede versuchte Ballmer, angesichts der Wirtschaftskrise Aufbruchstimmung zu verbreiten: „Wir sehen uns heute einigen Herausforderungen gegenüber. Das betrifft uns alle, und es wird einige Zeit andauern.“ Von diesem Umfeld dürfe man sich aber nicht beirren lassen. „Es mag die Versuchung geben, unseren Optimismus und unseren Ehrgeiz zurückzuschrauben. Aber die Unternehmen, die in den harten Zeiten weiter auf Innovation setzen, werden einen Wettbewerbsvorteil haben.“ Der technische Fortschritt werde weitergehen. „Egal wie lange die Rezession dauert: Wir werden eine immer reichhaltigere digitale Welt haben.“ Ballmer machte es zum zentralen Teil seiner Rede, Windows hochzujubeln. „Windows wird das Zentrum des technologischen Sonnensystems sein“, tönte er und meinte damit nicht nur das Windows-Betriebssystem für Personalcomputer, sondern auch das Handy-Betriebssystem Windows Mobile und die Internetplattform Windows Live. Die drei Produkte werden nach seiner Darstellung zu einer zunehmend integrierten Familie, je mehr sich verschiedene Geräte wie Computer und Mobiltelefon untereinander vernetzen.

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