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Computerspielemesse : Besucheransturm bei der Gamescom

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Es wummert, rattert und kracht in allen Hallen: Bei der Gamescom können Computerfreaks Spiele-Neuheiten ausprobieren. Neben Online-Spielen sind Smartphone-Apps ein großes Thema - und eine Herausforderung für die etablierten Konsolen-Hersteller.

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          Mit einem Besucheransturm hat der erste Publikumstag der Computerspielemesse Gamescom in Köln begonnen. Schon lange vor der Einlasszeit warteten tausende Fans vor den Eingängen. Als die Türen um punkt 10.00 Uhr öffneten, liefen viele Besucher zu den lang ersehnten Neuheiten. An den Ständen von Spielen wie „Diablo 3“ oder „Call of Duty: Modern Warfare 3“ bildeten sich innerhalb weniger Minuten lange Warteschlangen.

          Die Gamescom hatte am Mittwoch mit einem Fachbesucher- und Medientag begonnen. Rund 550 Aussteller, so viele wie noch nie, zeigen die aktuellen Trends der Branche. Im Mittelpunkt der Messe stehen Online- und Bewegungsspiele, 3D-Animationen, für die keine Spezialbrille benötigt wird, sowie Apps für Handys. Bis zum Sonntag werden insgesamt mehr als eine Viertelmillion Gäste erwartet.

          Die Aussteller zeigen rund 300 neue Spiele, darunter viele Welt- und Europapremieren. Von den auf der Gamescom vorgestellten Neuheiten erhoffen sich die Hersteller einen Umsatzschub für das wichtige Weihnachtsgeschäft. Die Besucher können alles selbst ausprobieren. Deshalb protzen viele Unternehmen nicht nur mit den Spielen selbst, sondern auch mit ihren Ständen: Schneidige Sportwagen bei „Need for Speed“, ein Kampfjet bei „Battlefield 3“ oder gruselig verkleidete Fantasy-Figuren sind beliebte Foto-Motive.

          Konkurrenz durch Smartphones

          Schon am Vorabend der Messe machte Sony mit neuer Hardware Schlagzeilen. Der japanische Konzern kündigte eine abgespeckte Variante der mobilen Konsole Playstation Portable (PSP) für rund 100 Euro an, die im Herbst auf den europäischen Markt kommt. Damit will Sony nach eigenen Angaben vor allem Teenager erreichen. „Diese Gruppe hat typischerweise noch keine Smartphones“, sagte der künftige Europa-Chef Jim Ryan.

          Zudem senkt das Unternehmen den Preis der Playstation 3 auf 250 Euro für die günstigste Variante. Bei den mobilen Geräten sehen sich die Hardware-Hersteller zunehmender Konkurrenz durch Smartphones ausgesetzt. Rivale Nintendo hatte erst kürzlich den Preis für sein neues Gerät 3DS um rund ein Drittel auf 160 Euro vergünstigt.

          Nach Ansicht des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) sind die wirtschaftlichen Vorzeichen für die Branche gut. Im ersten Halbjahr 2011 habe die Branche rund 793 Millionen Euro mit Spiele-Software umgesetzt, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet der BIU eine Steigerung um drei Prozent. Klassische Konsolen und PC-Spiele haben dabei nach wie vor den größten Anteil am Umsatz. Stärkster Wachstumstreiber seien aber Online-Spiele.

          „Wir haben ein sehr gesundes Wachstum“

          Diese waren auch ein Schwerpunkt auf der Games Developers Conference. Experten aus aller Welt diskutierten auf der Tagung am Rande der Messe, wie sich mit zumeist kostenlosen Spielen für den Browser oder Soziale Online-Netzwerke Geld verdienen lässt.

          Investoren wittern in diesem Geschäftsmodell das nächste große Ding und schießen kräftig Kapital in die jungen Firmen. Der Hype sei keine Blase, erklärte Jens Begemann, Chef des Berliner Entwicklers Wooga. „Wir haben ein sehr gesundes Wachstum, weil Millionen aktive Nutzer dahinterstehen und nicht nur irgendwelche Karteileichen. Das unterscheidet uns von Second Life“, sagte er dem Fachportal Heise.de.

          Auch ernste Themen spielen bei der Gamescom eine Rolle. Bei einem Fachkongress an diesem Donnerstag diskutieren Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über Jugendschutz und Medienkompetenz. Bei einer Job-Börse werben Unternehmen und Ausbildungsinstitute um die zumeist jungen Besucher.

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