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Infotainment im Citroën C4 : Zwischen lustlos und Luxus

Die forsche Form: Der Citroën C4 mit neuer Designlinie Bild: Citroen

Der Citroën C4 ist ein schickes Auto. Während das Infotainment mit einigen positiven Überraschungen auftrumpft, enttäuscht das Cockpit.

          2 Min.

          Sieht ziemlich schick aus, lautet der erste Eindruck. Wir nehmen im neuen Citroën C4 Platz, der sich nun als originell gezeichnetes Crossover profilieren will. Wir wollen das Infotainment erkunden, und der Blick landet sofort auf dem großen 10-Zoll-Monitor in der Mitte des Armaturenbretts. Er gehört zur Serienausstattung, nur in der kleinsten Modellvariante „Live“ muss man darauf verzichten. Was zunächst staunen lässt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als trickreich konstruiert: Die Anzeige hat sehr breite schwarze Ränder, und da links und rechts stets prominent die gewählte Temperatur und die Einstellungen der Klimaanlage angezeigt sind, reduziert sich die Fläche für Inhalte auf die Mitte.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Noch enttäuschender wirkt das digitale Kombiinstrument vor dem Lenkrad. Was sich hier in einer trostlosen Darstellung zeigt, ist geradezu mickrig. Statt schöne Grafiken für Tachometer, Drehzahlmesser und anderes zu zeichnen, haben die Designer lustlos eine minimalistische Darstellung zusammengeklöppelt, die weder ansehnlich noch funktional ist.

          Also zurück zum Touchscreen und der Bedienung des Infotainment: Kann man zur Einstellung der Klimaanlage auf physische Tasten unterhalb der mittleren Lüftungsdüsen zurückgreifen, kommen für nahezu alles andere die berührungsempfindliche Anzeige und der Finger zum Einsatz. Zum Einstellen der Lautstärke gibt es indes neben Lenkradtasten auch einen Drehsteller zur Beifahrerseite hin, der allerdings bei Dunkelheit nicht beleuchtet ist.

          Was man mit einigen Fingertipps erledigt, ist nahezu selbsterklärend, große Schaltflächen führen die jeweiligen Menüs. Positiv fällt beim Navi die Flexibilität der Zieleingabe auf. Auf der virtuellen Tastatur muss man in der Regel nur wenige Buchstaben tippen, um sofort die ersten Vorschläge zu erhalten. Das funktioniert nicht nur mit Ort und Straße, sondern auch während der Suche nach Sonderzielen. Nach Beginn der Routenführung erkennt der Fachmann sogleich, dass hier bewährte Technik von Tomtom zum Ziel führt.

          Liebe zum Luxus: Der große Monitor macht auf den ersten Blick viel her.
          Liebe zum Luxus: Der große Monitor macht auf den ersten Blick viel her. : Bild: Citroen

          Die Darstellung ist übersichtlich und präzise, und am rechten Bildschirmrand gibt es die Tomtom-typische Visualisierung der Verkehrsstörungen. Man sieht sofort, in welcher Entfernung ein Stau zu welcher Verzögerungszeit führt. Die Staudaten kommen in Echtzeit mit eingebauter Sim-Karte ins Fahrzeug, das ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich. Das Navi gehört mit Ausnahme der beiden günstigsten Modellvarianten Live und Feel zur Serienausstattung.

          Auch die Sprachsteuerung hat eine Finesse, die man bei einem Fahrzeug, das in der günstigsten Version 20.000 Euro kostet, sonst nicht findet: Es ist die Online-Anbindung mit Dragon Drive. Was nicht auf Anhieb im Auto verstanden wurde, wird auf den Servern der Nuance-Ausgründung Cerence gesucht, auf diese Weise gewinnt die Erkennung an Güte. Das alles funktioniert jedoch nur bei bestehender Mobilfunkversorgung und die vom Fahrer angeforderte Bestätigung wird oft nicht erkannt.

          In den weiteren Abteilungen zeigen sich keine Überraschungen, gute Basisfunktionalität für Telefonie, Medienwiedergabe und Personalisierung bestimmt das Bild. Dass man „Themen“ für die Displaydarstellung wählen kann, ist ein nettes Extra, wir hätten uns solche liebevollen Details auch für das digitale Cockpit gewünscht. Ein kleines Head-up-Display mit Plexiglasscheibe gehört von der Modellvariante „Feel Pack“ an zur Serienausstattung, zeigt jedoch Navi-Anweisungen nicht so detailreich wie bei der Konkurrenz.

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