https://www.faz.net/-gy9-12e77

Chips für die mobile Ortung : „GPS in allen Geräten wird Realität“

  • -Aktualisiert am

GPS für alle: Auch für die beiden Bären, die für ein Experiment Universität Cambridge auf eine lange Reise gingen Bild: AFP

Der Boom der kleinen Navigationsgeräte war erst der Anfang. Jetzt werden zuerst alle Handys mit GPS-Funktion ausgestattet - dann kommen Kameras und mobile Spielkonsolen an die Reihe. Das glaubt jedenfalls Sirf-Gründer Kanwar Chadha.

          4 Min.

          Schon für weniger als 100 Euro bekommt man heute ein kleines Navigationsgerät, das einen brav von A nach B führt. Was noch vor wenigen Jahren kaum unter 300 Euro zu haben war, ist heute praktisch zur Selbstverständlichkeit geworden. Waren Navigationssysteme in Autos früher nur einer Minderheit gutbetuchter Nutzer vorbehalten, kleben die Halterungen für die Wegweiser heute in fast jedem Kleinwagen an der Windschutzscheibe. Rund 41 Millionen solcher Portable Navigation Devices (PND) wurden nach Angaben der britischen Marktforscher von Canalys international im vergangenen Jahr verkauft. Das waren 118 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies aber ist für viele erst der Anfang einer Entwicklung, die über die reine Navigation weit hinausgeht.

          Auch Kanwar Chadha gehört zu denen, die mit viel Phantasie am Werk sind, wenn es um die künftige Nutzung der Signale des Satellitensystems GPS zur Positionsbestimmung geht. Chadha ist Gründer des amerikanischen Unternehmens Sirf, einer der großen Hersteller der Chips, die GPS-Signale empfangen und daraus die Position des Nutzers berechnen. Sowohl die Chips selber als auch ganze Komponentengruppen, in die andere Funktionen integriert werden, kommen von Sirf. Zu den Kunden gehören Handyhersteller ebenso wie die Automobilindustrie oder die klassischen Anbieter von Navigationsgeräten.

          „Das Jahr 2009 wird für alle hart“

          Die aktuelle Krise ist Chadha nicht wirklich anzumerken. „Das Jahr 2009 wird für alle hart. Aber langfristig gibt es erhebliche Wachstumschancen für alle, die mit dem Thema GPS und Navigation zu tun haben“, erklärt er im F.A.Z.-Gespräch.

          „Wir sehen gerade, dass unsere Vision, die GPS-Funktion in praktisch alle elektronischen Geräte zu integrieren, langsam zur Realität wird“, fügt der Sirf-Gründer hinzu. Vor allem die Handys werden nach seiner Ansicht innerhalb einer kurzen Zeit mehrheitlich mit GPS ausgestattet sein. Für die Spitzengeräte ist diese Ausstattung schon heute selbstverständlich. Diese Erwartung wird auch von Canalys bestätigt. Demnach werden vor allem in Europa inzwischen schon mehr Multimedia-Handys mit GPS-Chip verkauft als portable Navigationsgeräte.

          Chadha setzt auf drei Märkte, die neben den klassischen Navigationsgeräten in den kommenden drei Jahren zu Großabnehmern von GPS-Chips werden sollen. Dabei nennt er an erster Stelle die Digitalkameras. „Es macht großen Sinn, die Informationen über Ort und Zeit der Aufnahme gemeinsam mit den Bilddaten zu speichern“, sagt er. Dieser Prozess wird seiner Ansicht nach dadurch unterstützt, dass sich ein ganzes Ökosystem um diese als Geotagging bezeichnete Idee entwickelt hat. So hat Google schon vor einiger Zeit den Anbieter Panoramio übernommen, mit dessen Hilfe die Nutzer ihre Bilder auf der Karte von Google Maps einstellen können. Auch das deutsche Unternehmen Locr oder der zu Yahoo gehörende Bilderdienst Flickr bieten solche Funktionen an. Schon jetzt ist zu sehen, dass immer mehr Kameras mit GPS-Chip auf den Markt kommen.

          „Wir sprechen mit Sony über solche Themen“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.