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China-Smartphones im Vergleich : 230 oder 600 Euro: Wo liegt der Unterschied?

Honor 5X und Huawei Mate 8 Bild: Spehr

Zwei China-Smartphones im Vergleich: das Honor 5X und Huawei Mate 8. Das billigere Gerät der Huawei-Tochter bietet viel Leistung fürs Geld.

          Zwei neue Smartphones mit Android liegen vor uns. Beide könnten unterschiedlicher kaum sein, obwohl sie einen identischen Hersteller haben und das günstige Gerät nur ein Drittel des teureren kostet. Auf den ersten Blick überwiegen die Gemeinsamkeiten: Groß sind sie, das Huawei Mate 8 misst üppige sechs Zoll (15,3 Zentimeter) in der Diagonale, das kleinere Honor 5X bringt es auf 5,5 Zoll. Der winzige Unterschied in der Displaygröße rechtfertigt jedoch nicht die gewaltige Differenz des Preises: 600 Euro sind für das Huawei Mate 8 aufgerufen, nur 230 Euro indes für das Honor 5X. Honor ist eine Tochtermarke von Huawei für besonders erschwingliche Modelle.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wie passt das zusammen? Der Laie wundert sich. Denn das günstige Gerät wirkt verflixt gut verarbeitet, es liegt ordentlich in der Hand, es hat dieselbe Bildschirmauflösung wie das teure, 1920 × 1080 Pixel. Doch die Anzeige des Honor 5X ist weniger brillant und kräftig, die aufgeklebte (und leicht entfernbare) Schutzfolie sammelt Fingerabdrücke wie ein Weltmeister. Das Display des Mate 8 spielt in einer anderen Liga, es ist mitsamt hauchdünnem Schutzglas bis an den äußeren Rand gezogen. So wirkt das Mate 8 eleganter, hochwertiger, auch die Materialanmutung überzeugt.

          Krass ist ein Designfehler des Honor 5X: Die Buchse für Kopf- oder Ohrhörer ist teils in die Abschrägung der oberen Gehäusekante gebohrt. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern könnte auch die Lebensdauer des Geräts verringern. Beide Geräte bringen einen biometrischen Fingerabdruckscanner an der Rückseite mit, er funktioniert sehr gut, absolut zuverlässig und schnell. Diesen Komfort zur Entsicherung des Geräts, aber auch zum Start programmierbarer Funktionen mag man schon nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Und das bei einem 230-Euro-Gerät, man staunt.

          Das kleine Honor 5X ist aus der Perspektive des Vielreisenden sogar ein bisschen leistungsfähiger, weil es mit zwei Kartenschlitten den Einsatz von Nano-Sim-Karte, einer zweiten Micro-Sim und einer Micro-SD-Speicherkarte bietet. Mit mehreren Sim-Karten lassen sich Roaming-Gebühren drastisch reduzieren. Das Mate 8 hingegen verwendet nur einen Schlitten für Nano-Sim und Speicherkarte oder zwei Nano-Sim-Karten unter Verzicht auf den Extraspeicher.

          Viele Anleihen bei Apple

          In allen anderen Disziplinen der technischen Ausstattung fährt indes das teure Modell voran: Über Android als Betriebssystem stülpen Honor und Huawei ihre Emui genannte Software, die wenig aufdringlich ist, manches Extra mitbringt und viele Anleihen bei Apple nimmt. Arbeiten im jüngeren Honor 5X Android 5.1.1 und Emui 3.1, hat das ältere Mate 8 ein aktuelles Android 6 und die Emui-Version 4. Mehr RAM (drei statt zwei Gigabyte), mehr Arbeitsspeicher (32 statt 16 Gigabyte), die höhere Kameraauflösung (16 statt 13 Megapixel), das modernere Bluetooth (Version 4.2 statt 4.1) und mehr W-Lan-Protokolle sind die Pluspunkte des Huawei. Das Mate 8 hat einen deutlich schnelleren Achtkernprozessor, der sein Tempo weniger bei E-Mail oder Facebook ausspielt als bei grafikintensiven Anwendungen und Apps. Testergebnisse bescheinigen ihm die nahezu doppelte Rechenleistung.

          Nicht anders sieht es hinsichtlich der Akkulaufzeit aus. Der Kraftspender ist jeweils fest verbaut und vom Anwender leider nicht zu wechseln. Muss das kleine Gerät jeden Abend zum Nachtanken an die Steckdose, hält das größere anderthalb bis zwei Tage durch. Auch die Kamera bringt jenseits der physikalischen Auflösung bessere Ergebnisse für das Mate 8, vor allem unter widrigen Lichtverhältnissen. Abermals ist jedoch die Software-Plattform inklusive der Filter und Effekte nahezu identisch.

          Das Honor 5X ist spektakulär in seinem Preis-Leistungs-Verhältnis. Man erhält obere Mittelklasse zum Einstiegspreis. Mehr Smartphone für weniger Geld gibt es nicht, mit dem Fingerabdruckscanner ist sogar ein Oberklasse-Feature mit dabei. Das Mate 8 will es mit den teuren Kollegen von Samsung, LG oder Blackberry aufnehmen. Was Software, Material, Verarbeitungsqualität und Akkulaufzeit betrifft, hält es mühelos mit. Die Kamera passt nicht ganz in die 600-Euro-Preisklasse. Wer ein übergroßes Smartphone mit üppigem Bildschirm und dennoch kompakter Bauform sucht, kann indes getrost zuschlagen.

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