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Panasonic-Camcorder im Test : Filmen wie die Profis

  • -Aktualisiert am

Camcorder HC-X2000 von Panasonic Bild: Hersteller

Der HC-X2000 von Panasonic ist ein Camcorder für die Generation Youtube mit gigantischem Zoombereich. Auch für ambitionierte Hobby-Filmer ist er interessant.

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          Camcorder – gibt es die eigentlich noch? Sie stammen ja aus einer Epoche, in der es noch keine Smartphones gab, Bandwickel als Speicher dienten und Fotokameras höchstens in Briefmarkengröße filmten. So hatten wir diese Geräteart etwas aus den Augen verloren, bis Panasonic kürzlich zwei neue Modelle ankündigte, die unser Interesse weckten: Maschinen, die weniger für schnelle Schüsse am Strand gedacht sind, sondern eher für Aufnahmen, die sich selbst in professioneller Umgebung sehen lassen können.

          Wer auf Messen Youtube-Clips filmt, Video-Interviews führt oder Tutorials aufnimmt, zählt zur Zielgruppe, sagt Panasonic, und wir würden ergänzen: Auch für ambitionierte Hobby-Filmer lohnt sich die Beschäftigung mit Geräten dieser Klasse. Denn ihre professionelle Anmutung ist nur eine Hälfte der Wahrheit: Ihre erschwingliche Preisklasse, fast noch handliche Abmessungen und ein Einsatzgewicht von ungefähr eineinhalb Kilo senken die Schwelle für den privaten Einsatz.

          Wir haben uns mit dem größeren der beiden beschäftigt, dem Modell HC-X2000 für 2200 Euro. Die kleinere Variante, HC-X1500 genannt und 500 Euro günstiger, ist weitgehend identisch – bis auf zwei professionelle Details: Es fehlt ihm ein SDI-Anschluss, der unkomprimierte Videosignale über ein Koaxialkabel an externe Recorder ausgeben kann. Und es fehlt ihm der Handgriff auf dem Oberdeck.

          Auflösungen bis zum Ultra-HD-Format

          Diese abnehmbare Tragehilfe hat nicht nur ergonomische Funktion: Sie birgt eine kleine LED-Leuchte, eine ausgelagerte Zoom-Wippe und bietet externen, professionellen Mikrofonen über symmetrische XLR-Buchsen Anschluss. Phantomspeisung mit 48 Volt lässt sich zuschalten, zwei separate Regler dienen der Aussteuerung. Hochpegelquellen kommen ebenfalls als Tonlieferanten in Frage.

          Eine eingebaute Vorstufe digitalisiert die Signale mit 48 Kilohertz und 24 Bit. Die Video-Abteilung generiert bewegte Bilder mit Auflösungen bis zum Ultra-HD-Format, also mit 3840 mal 2160 Bildpunkten. Bis zu 60 Einzelbilder und 10-Bit- Kodierung sind in diesem Raster möglich. Die Filme lassen sich in verschiedenen Formaten abspeichern, zum Beispiel als mov- oder mp4-Dateien, komprimiert mit HEVC oder dem weniger effizienten Verfahren H.264. Für Filme in Full-HD-Auflösung kommt auch das Bluray-kompatible AVCHD-Format in Frage.

          Als Datenspeicher dienen SDXC-Karten. Zwei Ladeschlitze hält die Kamera für diese Medien bereit. So klappt der fliegende Wechsel: Ist eine Karte voll, übernimmt die zweite nahtlos. Die bewegten Bilder können den Camcorder aber auch via Funknetz verlassen: Über ein eingebautes W-Lan-Modus lassen sich Videos bis zur Auflösung Full HD live in Richtung Youtube und andere Plattformen streamen. Eine App konfiguriert den Prozess, spezielle Nutzer-Speichertasten halten die nötigen Parameter für den schnellen Abruf fest.

          Als Bildsensor baut Panasonic einen 1/2,5 großen Chip ein, der somit kleiner geriet als jene 1 Zoll großen Bildsensoren, mit denen vergleichbare halbprofessionelle Camcorder von Sony und Canon arbeiten. Das könnte zum Beispiel der Lichtempfindlichkeit engere Grenzen setzen, hat aber auch einen bestechenden Vorteil: So ließ sich ein Objektiv realisieren, das, in Kleinbild-Verhältnissen ausgedrückt, einen 24-fachen Zoombereich von 25 Millimetern bis zur enormen Teleperspektive 600 Millimeter abdeckt. Im Full-HD-Modus erweitert sich das Zoom-Verhältnis mit digitalen Mitteln verlustfrei auf das Doppelte – ein Rekord in dieser Geräteklasse. Unsere Testvideos haben überzeugt: Weitwinkel-Sicht ohne geometrische Verzeichnung, ruhige Tele-Aufnahmen dank Fünfachsen-Bildstabilisator, Restlicht-Verstärkung, die erst in sehr dunkler Umgebung zu ungenießbarem Rauschen führt, und eindrucksvolle Ultra-HD-Detailfreude.

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