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Mensch gegen Maschine : Bots kaufen schneller

  • -Aktualisiert am

Der Mensch hat keine Chance gegen die Bots. Bild: dpa

Bots kaufen automatisiert besonders begehrte Produkte im Internet. Weil sie schneller als Menschen sind, haben diese das Nachsehen.

          4 Min.

          Wenn donnerstags um 11 Uhr die Bekleidungs- und Skateboardmarke Supreme neue Produkte auf den Markt bringt, gilt es schnell zu sein: Innerhalb weniger Sekunden sind die begehrtesten Kleidungsstücke und Accessoires ausverkauft. Der immer größer werdenden Nachfrage steht ein knappes Angebot gegenüber, der den Reiz der Marke auszeichnet und zudem den Wiederverkaufswert steigert. Nicht selten sind Gewinne von 200 bis 300 Prozent beim Weiterverkauf zu erreichen – bei Einkaufspreisen um die 180 Euro je Pullover ein lukratives Geschäft.

          Findige Wiederverkäufer versuchen daher, möglichst viele der begehrtesten Stücke zu erstehen und verwenden dafür sogenannte Bots. Abgeleitet vom englischen Wort Robots – Roboter – handelt es sich um Computerprogramme, die automatisiert und viel schneller als Menschen einfache, klar definierte, sich häufig wiederholende Aufgaben beispielsweise über das Internet ausführen können. Im Kontext des Online-Einzelhandels gibt es dabei zwei unterschiedliche Arten von Bots: Frontend-Bots und Backend-Bots.

          Bei der ersten Art wird zunächst der Aufbau des Webshop-Frontends – also des Teils des Webshops, mit dem ein Nutzer typischerweise während des Kaufprozesses interagiert, wie Eingabefelder und Schaltflächen – vom Bot-Entwickler analysiert. Darauf aufbauend wird der Bot so programmiert, dass er in der Lage ist, das Klicken und Tippen eines menschlichen Nutzers zu replizieren. Die Routine eines solchen Bots startet dann mit dem wiederholten Aufruf des Webshops zu dem vom Einzelhändler kommunizierten Veröffentlichungszeitpunkt, bis das gesuchte Produkt tatsächlich im Webshop vorrätig ist. Anschließend erfolgt der Klick auf die Schaltfläche „in den Warenkorb legen“, die Eingabe des Benutzernamens und des Passworts beziehungsweise der Adress- und Zahlungsinformation des Käufers, und schließlich der Klick auf die Schaltfläche „Kauf abschließen“ – in Sekundenbruchteilen und ganz ohne menschliches Zutun.

          Ohne den Umweg über das Frontend

          Backend-Bots ignorieren dagegen bei ihren Routinen das Webshop-Frontend vollständig und interagieren direkt mit dem Backend. Generell ist das Backend von Webshops dafür zuständig, die von dem Nutzer über das Frontend getätigten Eingaben zu verarbeiten und entsprechende Funktionen auszuführen. Beispielsweise sorgt ein Klick auf „in den Warenkorb legen“ im Frontend für eine entsprechende Anfrage im Backend. Dieses führt dann die zugehörige Funktion aus und informiert den Nutzer anschließend über das Frontend über den Erfolg oder Misserfolg der Aktion. Daher analysieren die Entwickler von Backend-Bots zunächst die Art und den Aufbau der Anfragen, die durch die verschiedenen Frontend-Nutzerinteraktionen an das Backend gesendet werden. Nachdem sämtliche für den Kauf eines Produktes relevanten Anfragen bekannt sind, kann ein Backend-Bot dann so programmiert werden, dass er jene Anfragen direkt an das Backend des Webshops sendet, ohne den Umweg über das Frontend zu nehmen.

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