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Mensch gegen Maschine : Bots kaufen schneller

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Nicht nur Supreme, sondern auch viele andere Online-Einzelhändler haben mit dieser Entwicklung zu kämpfen. Gerade Sportschuhhersteller wie Nike und Adidas kennen das Problem seit langem bei limitierten Produkten, da der Verkauf von Bots zu einem lukrativen Geschäftsmodell für die Entwickler geworden ist. Die Preisspannen und Funktionsumfänge der Bots sind dabei beträchtlich. Während der auf den Supreme-Webshop spezialisierte Bot „Supbot“ schon für knapp 20 Dollar gekauft werden kann, kostet der in vielen Webshops – wie beispielsweise Adidas und Footlocker – funktionierende „Aio Bot“ 325 Dollar. Hinzu kommen bei dem Letztgenannten weitere Gebühren nach den ersten 6 Monaten für die regelmäßigen Software-Updates, die 138 Dollar im Jahr betragen. Jene Updates sind dabei obligatorisch für den Einkaufserfolg von Bots, da die Online-Einzelhändler regelmäßig Maßnahmen ergreifen, um sie vom Kauf in ihren Webshops auszuschließen.

Ablehnung oder Stornierung von Aufträgen

Dabei greifen die Online-Einzelhändler auf verschiedene technische Verfahren zurück. Eine Möglichkeit stellt dabei die leichte Änderung des Aufbaus des Frontends oder Backends kurz vor beliebten Produktveröffentlichungen dar, um die Bots daran zu hindern, ihre vordefinierten Routinen ausführen zu können. Dies ist jedoch sehr aufwendig und wird daher in der Regel nur vereinzelt und unregelmäßig von Einzelhändlern tatsächlich auch gemacht.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Ablehnung oder Stornierung von Aufträgen, die so schnell getätigt wurden, dass eine händische Bestellung ohne Bot-Unterstützung ausgeschlossen werden kann. Die gängigsten Bots bieten allerdings bereits Optionen an, die dafür sorgen, dass die zum Kauf notwendigen Schritte nicht so schnell wie möglich, sondern mit kleinen Verzögerungen durchgeführt werden. Dadurch sind die Bots zwar ein wenig langsamer, dabei aber immer noch schneller als menschliche Nutzer.

Eine weitere Möglichkeit, Menschen von Bots zu unterscheiden, sind Captchas. Diese stellen dem potentiellen Käufer kleine Aufgaben wie die Präsentation einer Auswahl von Bildern mit der Aufforderung, auf alle Katzenbilder zu klicken. Aufgaben wie diese sind von Menschen leicht zu bewältigen, stellen für Bots aber ein schwieriges Problem dar. Einzelhändler integrieren daher immer häufiger Captchas in ihre Webshops und lassen diese vor dem Kaufabschluss entweder von allen oder nur von den sehr schnell agierenden Kunden lösen. Die Bot-Entwickler reagieren darauf beispielsweise durch die Integration eines manuellen Schritts in ihre ansonsten vollautomatisierte Routine, wodurch der Bot-unterstützte Nutzer die auftretenden Captchas innerhalb der Bot-Oberfläche händisch lösen muss.

So sorgen die Gegenmaßnahmen der Einzelhändler letztlich für ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Bot-Entwicklern und ermöglichen jenen regelmäßige Erlöse durch kostenpflichtige Software-Updates. Benachteiligt sind letztlich die regulären Konsumenten, die nichts anderes wollen, als ein schönes Produkt zur Eigennutzung zum regulären Einkaufspreis zu erstehen. Durch ihren Geschwindigkeitsnachteil gehen sie oft leer aus und haben entsprechend die Wahl zwischen Verzicht und den erhöhten Preisen von Wiederverkäufern.

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