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Bose Frames : Sunheadset Boulevard

Bose Frames als Modell Rondo und Alto. Bild: Hersteller

Bose packt die Kopfhörer in die Sonnenbrille. So kann man einfach über die Lautsprecher in den Brillenbügeln Musik hören und telefonieren. Doch wie schaut es mit dem Klang aus?

          2 Min.

          Was gehört im Sommer zu den wichtigsten Utensilien im Freien? Sonnenbrille und Smartphone. Und der Kopfhörer? Braucht man nicht mehr. Es gibt jetzt die Bose Frames für 230 Euro. In deren Brillen-Bügel sind Lautsprecher eingebaut. Doch halt! Ganz so einfach ist es nicht. Erst einmal sind Idee und Ausführung zu loben. Weil sie geschickt gestaltet ist, sieht die Frames nicht nur auf den ersten Blick aus wie eine normale Sonnenbrille. Die Bügel sind breiter und dicker als üblich, was die meisten aber als Design interpretieren dürften. Mit 47 Gramm ist die Frames etwas schwerer, aber das fällt nicht sonderlich ins Gewicht. Sie trägt sich über mehrere Stunden hinweg angenehm.

          Die Bedienung ist einfach. An dem rechten Bügel befindet sich vorne an der unteren Seite ein goldfarbener Mini-Knopf, mit dem die Frames eingeschaltet wird. Sie erscheint wie ein kabelloser Kopfhörer in der Bluetooth-Liste des Smartphones. Einmal ausgewählt, steht die Verbindung und ist von nun an gespeichert. Mehr als den Knopf gibt es nicht, mit dem sich aber einiges anstellen lässt: Einmal drücken bedeutet Pause (bei ankommenden Anrufen nimmt man dadurch das Gespräch an), bei zweimal drücken springt die Musik-App ein Lied weiter. Drückt man dreimal hintereinander, beginnt der Song von vorne. Langes Halten des Knopfes öffnet Siri oder den Google Assistenten, aus dem heraus Anrufe getätigt, Aktionen ausgelöst und Nachrichten verschickt werden können. Ganz trickreich ist das Ausschalten gelöst: Liegt die Brille zwei Sekunden auf dem Rücken, meldet sie sich ab. Die ganze Bedienung funktioniert wunderbar. Es ist kein Gefummel, weil es nur einen Knopf gibt, der sich schnell finden lässt.

          Besonders cool ist es, mit den Frames zu telefonieren. Ein Griff an den Bügel genügt, und das Gespräch läuft. Das im rechten Bügel versteckte Mikrofon ist sensibel genug, damit einen der andere während des Telefonats gut hört. Ebenso geben die Lautsprecher die Worte des Anrufers deutlich wieder. Was erheblich stören kann ist eine windige Umgebung – gerade auf dem Fahrrad. Aber das Problem haben viele Kopfhörer und Headsets auch. Während Telefonaten wirken sprechende Bose-Frames-Träger noch seltsamer als Headset-Nutzer, weil kein Knopf im Ohr zu sehen ist. Noch eine Warnung: Wenn es ruhig ist, hört die Umgebung auch, was der Anrufer sagt.

          Ähnlich starken Einfluss haben Außengeräusche, wenn die Frames Musik spielt. Logischerweise klingt die Brille in der Stille am besten. Doch selbst hier hat der Sound ein großes Manko: den nicht existierenden tiefen Bass. Die unteren Frequenzen fehlen komplett, was etwa deutlich zu hören ist bei dem Lied „Protection“ von Massive Attack. Den Entwicklern von Bose lässt sich deswegen noch nicht einmal ein Vorwurf machen. Die Lautsprechermembran ist viel zu klein, um mehr Tiefe liefern zu können. Und im Vergleich zu In-Ear-Hörern muss der Schall noch einige Zentimeter zum Ohr überbrücken. Je mehr die Lautstärke der Umgebung steigt, desto dünner wird der Sound, was dazu führt, dass bei vielen Liedern nur noch die Stimme vernehmbar ist. Dann hört sich die Frames an wie ein Autoradio von früher oder ein kleines Kofferradio. Die Sonnenbrille berieselt mit Musik wie die Lautsprecher in einem Kaufhaus.

          Als Ersatz für gute In-Ear-Kopfhörer taugt die Bose Frames nicht, wenn einem der Klang wichtig ist. Sie taugen vielmehr als Alternative zu einem Headset. Das hat man dann nämlich immer dabei und auf, wenn man diese Sonnenbrille trägt. Und das ist in diesem Sommer häufig notwendig.

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