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Bluetooth-Headset im Test : Der Terminator

Für laute Umgebung: Voyager Focus 2 von Poly Bild: Hersteller

Knipst den Lärm einfach aus: Ein neues Headset von Poly killt Laubbläser und anderen Lärm. Genau das richtige für das Arbeiten im Homeoffice.

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          Auf dem Schreibtisch steht ein Radio, und der Nachrichtensprecher liest gerade sehr laut Aktuelles vor. Niemals käme man auf die Idee, mit so viel Umgebungslärm zu telefonieren. Aber mit diesem Headset ist es einen Versuch wert. Dem Autor fällt das Sprechen schwer, es ist ein Ankämpfen gegen den zweiten Mann im Raum. Wer nun erwartet, dass auch das Gegenüber am anderen Ende der Telefonleitung ein kaum anhörbares Mischmasch aus zwei Stimmen hört und sich über die schlechte Akustik beklagt, liegt beim Voyager Focus 2 von Poly falsch. Es ist verblüffend: Der Telefonpartner hört so gut wie nichts von dem Inferno um einen herum, sondern versteht den Anrufenden bestens.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Was steckt dahinter? Es geht um eine Nebengeräuschunterdrückung, die nicht den üblichen Konventionen folgt, nämlich den Träger des Headsets vor Umgebungslärm zu schützen. Das macht das Voyager Focus 2 auch. Eine Nebengeräuschunterdrückung ist in zwei Stufen einstellbar, bringt aber nicht viel. Das Poly ist stattdessen darauf ausgerichtet, dem Angerufenen eine möglichst gute Akustik zu bieten, und verwendet eine effiziente Nebengeräuschunterdrückung in den insgesamt vier Mikrofonen, die mit einer Art „akustischem Zaun“ nur das erfassen, was der Sprecher sagt.

          Somit richtet sich das Headset an Nutzer, die zum Beispiel nach Corona wieder in einem lauten Großraumbüro sitzen müssen und ihren Gesprächspartnern bestmögliche Qualität bieten wollen. Es geht hier nicht um die eigene Abschottung vor dem Lärm, vielmehr bleibt der Nutzer dieses Headsets vom Geschehen um ihn herum informiert. Gedämpft werden lediglich gleichmä­ßige Brummgeräusche, etwa von Klima­anlagen.

          Eine Nebengeräuschunterdrückung ist in zwei Stufen einstellbar, bringt aber nicht viel.
          Eine Nebengeräuschunterdrückung ist in zwei Stufen einstellbar, bringt aber nicht viel. : Bild: Hersteller

          Wie das Vorgängermodell ist auch das Voyager Focus 2 über längere Zeit gut zu tragen. Unter dem für Stabilität sorgenden Metallbügel an der Oberseite befindet sich ein elastisch aufgehängtes Polster. Die Konstruktion wirkt leicht und ist flexibel anpassbar, weil sich der Metallbügel biegen lässt. Der Mikrofonarm lässt sich drehen und damit sowohl auf der linken wie auch auf der rechten Seite tragen. Dreht man ihn nach oben, ist das Mikrofon stummgeschaltet, ein Dreh zurück öffnet das Mikrofon erneut. Das ist praktischer als die Suche nach einer Mikro-Taste, wie sie andere Headsets verwenden.

          In der UC-Version wird das Voyager Focus 2 entweder direkt mit einem Bluetooth-Partner verbunden oder mit einem beiliegenden Bluetooth-Adapter, der wiederum in eine USB-Buchse etwa des Rechners gesteckt wird. Eine zweite Version trägt den Beinamen Office und erlaubt zusätzlich den Anschluss an ein Festnetztelefon. Beide Versionen unterstützen Bluetooth 5.1 und die Option, dass das Headset mit zwei Partnern gleichzeitig verbunden ist. Die Bluetooth-Reichweite der von uns erprobten UC-Version liegt nach Herstellerangaben bei 50 Metern. Im Heimbüro war es problemlos möglich, ein Telefonat über alle drei Ebenen des Hauses unterbrechungsfrei zu führen. Für die Office-Variante verspricht der Hersteller sogar eine Reichweite bis 90 Meter.

          Der Akku lässt sich entweder mit einem historischen Micro-USB-Anschluss direkt am Headset laden - oder man nutzt die beiliegende Dockingstation, in welche sich der Kopfhörer einstecken lässt. Nach zweistündiger Ladezeit steht genug Leistung für bis zu 16 Stunden aktiver Sprechzeit zur Verfügung, und wenn man die Nebengeräuschunterdrückung ausschaltet oder nur Musik mit dem Focus 2 hört, lässt sich die Laufzeit auf bis zu 40 Stunden erweitern.

          Den Ladestand bekommt man beim Einschalten angesagt, und selbstredend gibt es auch eine App, um alle nur denkbaren Details einzustellen, darunter auch die Unterstützung von HD Voice, also Breitband-Audio für die Telefonie mit besserem Klang. Das Voyager Focus 2 bietet für die Musikwiedergabe zwar keinen individuell einstellbaren Equalizer, aber schon in der vorgegebenen Abstimmung einen angenehmen, unaufgeregten Klang. Zwar könnten die Bässe etwas wuchtiger kommen, aber insgesamt ist man doch überrascht, wie lässig das Headset eine schöne Bühne aufbaut. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt 340 Euro, das ist eine Ansage. Indes liegt der Straßenpreis bei unter 200 Euro. Die wichtigsten Rivalen sind das Evolve 2 65 von Jabra für einen Straßenpreis von rund 130 Euro und das Cisco Headset 730 für 230 Euro.

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