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Blackberry Key 2 im Test : Tastatur nicht totzukriegen

Key 2 mit Maßen von 15,2 × 7,2 × 0,9 Zentimeter und einem Gewicht von 180 Gramm gehört zu den eher größeren Smartphones. Bild: Hersteller

Wer ein Smartphone mit Tastatur und vielen Blackberry-Apps mag, liegt hier genau richtig. Der Key 2 ist ein interessanter Außenseiter, der sich vom typischen Android-Einerlei wohltuend abhebt.

          Seit mehr als einem Jahr kommen die Blackberrys von TCL. Blackberry war früher ein Pionier unter den Smartphone-Herstellern, und der erste, der eine brauchbare E-Mail-Funktionalität in die Hosentaschengeräte brachte. Nun stellt das chinesische Unternehmen TCL neue Geräte mit dem Namen Blackberry her, und sie laufen zudem mit dem Android-Betriebssystem. Einige Funktionen aus alten Zeiten wurden gerettet, dazu gehört der Hub als zentrale Anlaufstelle für Nachrichten und Neuheiten und bei dem nun erhältlichen Key 2 die physische Mini-Tastatur.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Früher war die Blackberry-Tastatur legendär. In Verbindung mit der Software erlaubte sie eine unglaublich schnelle E-Mail-Bearbeitung und Text-Erstellung. Wer es draufhatte, arbeitete mit seinem Blackberry produktiver als mit jedem anderen Smartphone. Der Key 2 mit Maßen von 15,2 × 7,2 × 0,9 Zentimeter und einem Gewicht von 180 Gramm gehört zu den eher größeren Smartphones, aber das 4,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1620 × 1080 Pixel bleibt klein, weil unten 35 hintergrundbeleuchtete Mini-Tasten sitzen.

          Die Tastatur ist gut, reagiert aber nicht so knackig wie jene der früheren Blackberrys. Geblieben sind auf den ersten Blick nicht zu entdeckende Finessen wie die Nutzung der gesamten Tastenfläche als Touchpad zur Cursorsteuerung. Auch die von alten Blackberrys bekannte Option, Vorschläge der Wortratefunktion mit einem Fingerwisch auszuwählen, funktioniert wie gehabt. Wem die Blackberry-Arbeitstechniken in Fleisch und Blut übergegangen sind, der kommt mit diesem Modell gut zurecht. Ein Fingerabdruck-Scanner in der Leertaste gehört auch dazu, er arbeitet leider nicht immer perfekt.

          Das 4,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1620 × 1080 Pixel bleibt klein.

          Ob der Rückblick auf alte Tugenden und Techniken für eine neue Blüte der Marke ausreicht, sei dahingestellt. Die Verarbeitungsqualität des Key 2 gefällt, die Anmutung stimmt, sein nicht wechselbarer Akku hält mindestens einen Tag durch. Die Ausstattung ist nur Mittelklasse, immerhin wurden RAM und Flashspeicher gegenüber dem Vorgänger Keyone auf sechs und 64 Gigabyte verdoppelt, erweiterbar mit Micro-SD-Karten. USB-C-Anschluss, Android 8.1 und eine Dualoptik-Kamera mit zweimal 12 Megapixel gehören ebenfalls dazu. Die zweite Linse arbeitet als Teleobjektiv, die Fotoqualität ist dennoch nur ausreichend. Android kommt ohne Verbastelungen, aber die von Blackberry mitgelieferten Apps für E-Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben fordern sehr viele Datenzugriffs-Rechte und wirken damit übergriffig. Neu und pfiffig sind ein Sichtschutz gegen neugierige Sitznachbarn und der Redactor zum Schwärzen von Bildschirminhalten, wenn man einen Screenshot erstellt.

          Wer das ungewöhnliche Konzept mit der Tastatur und vielen Blackberry-Apps mag, liegt hier genau richtig. Der Key 2 ist ein interessanter Außenseiter, der sich vom typischen Android-Einerlei wohltuend abhebt. Der empfohlene Preis von 650 Euro ist jedoch viel zu hoch. Das Pendant ohne Tastatur, der Blackberry Motion, liegt derzeit bei unter 400 Euro, und in diese Preisregion wird auch der Key 2 in wenigen Wochen abtauchen.

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