https://www.faz.net/-gy9-9ind9

Innovative Bildschirme : Gerollt, geknickt und gekachelt

  • -Aktualisiert am

Tablet oder Smartphone: Ein Knick macht beim Flexpai von Royole den Unterschied. Bild: Hersteller

Die Evolution der Bildschirme wird in diesem Jahr zu den spannendsten Themen zählen. Welche Geräte jetzt in den Handel kommen.

          4 Min.

          Audi, BMW und Mercedes hatten ihre Konzeptautos für die elektrische und autonome Fortbewegung aufgefahren, Bosch demonstrierte seine Träume von künftiger Mobilität anhand fahrerloser Kabinensysteme, der Helikopter-Hersteller Bell hatte gar eine Maxi-Drohne mit gewaltigen Propellern für den Transport einer kompletten Kleinfamilie auf seinen Messestand gestellt. Aber keines von all diesen spektakulären Exponaten schaffte den Schlagzeilenrekord der amerikanischen Technik-Messe CES, die am vergangenen Wochenende in Las Vegas zu Ende ging. Diese Ehre blieb einem Objekt vorbehalten, das eher dem Old-School-Segment der großen Innovationsschau angehört – einem Fernseher. Aber was für einem!

          Die Rede ist vom ersten Modell der Welt, das seinen 65-Zoll-Bildschirm aufgespult in einem schlanken Kästchen verstaut. Das Behältnis birgt zugleich die Lautsprecher und zeigt nach oben nichts als ein glattes Aluminiumdeck. Dort öffnet sich bei Bedarf ein schmaler Spalt, und heraus fährt die dünne Bildfläche – ein flexibler Schirm in Oled-Technik, dem zarte Rippen auf seiner Rückseite zu mechanischer Stabilität verhelfen. Hinter verschlossenen Türen hatte LG diesen Apparat schon während der letzten CES vorgestellt, damals aber offengelassen, ob daraus jemals mehr als eine Designstudie würde. Auch wenn noch Monate vergehen werden, bis der Roll-Bildschirm in die Läden kommt, war sein serienreifer Auftritt am Messestand selbst für Experten eine Überraschung.

          Kaum weniger eindrucksvoll geriet das weitere Messe-Highlight der Koreaner: der erste Oled-Fernseher mit 8K-Auflösung. Noch zur IFA im vergangenen September galt dieses Gerät nur als Nachweis für die Möglichkeit, überhaupt einen 33-Millionen-Pixel-Jumbo in Oled-Technik zu fertigen. Jetzt hat auch dieser Apparat Produktreife, allerdings mit begrenzter Zielgruppe: Mit seinem Diagonalmaß 88 Zoll (224 Zentimeter) verlangt es nach einem großzügig geschnittenen Wohnzimmer und passendem Medienbudget. Denn der Preis wird fünfstellig ausfallen. Dass ein solches Gerät atemraubende Bilder zeigt, versteht sich fast von selbst: Die Vorzüge der Oled-Technik sind hinreichend bekannt, und das ultrafeine 8K-Raster macht den Genuss perfekt.

          Cockpit im Elektroauto der deutsch-chinesischen Marke Byton Bilderstrecke

          Das hohe Oled-Renommee sieht der andere koreanische Branchenriese seit geraumer Zeit als Herausforderung: Samsung hat sich aus der Fertigung großer Oled-Schirme schon vor einigen Jahren zurückgezogen, seither aber die konventionelle LCD-Technik so weit verfeinert, dass sich die besten Bildschirme des Herstellers – sie schmücken sich mit dem Namen Qled – nicht mehr hinter Oled verstecken müssen, in einigen Eigenschaften, etwa der Bildhelligkeit und der Langzeitstabilität, sogar überlegen sind. Das beste Beispiel sind die jüngsten Samsung-Fernseher in 8K-Auflösung.

          Sie haben eine entscheidende LCD-Schwäche nahezu völlig kompensiert: Die 8K-Modelle des Jahrgangs 2019 zeigen selbst dann noch Farben in konstanter Schönheit, wenn man sie aus sehr spitzen Winkeln betrachtet. Dafür sorgt eine spezielle Folie zwischen der Hinterleuchtung und den LCD-Schichten, die das Licht mit winzigen Prismen Pixel für Pixel bündelt – ein Kunstgriff mit verblüffender Wirkung. Andere exzellente Eigenschaften steuert die Elektronik bei: Ein potenter Bildprozessor erkennt Bewegtbilder minderer Auflösung und skaliert sie so geschickt auf das superfeine 8K-Raster, dass die Ergebnisse beeindrucken. Dabei rechnet er zugleich lästige Kompressionsartefakte wie Klötzchenstrukturen oder Moskitowolken fast rückstandslos weg.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klaus Wolfram im Februar im Prenzlauer Berg, dort also, wo früher Ostberlin war

          Ein Treffen mit Klaus Wolfram : Ostdeutscher Frühling

          Nicht nur in Thüringen versuchen rechte Demagogen den Osten zu usurpieren. Der DDR-Oppositionelle Klaus Wolfram kritisiert die ungleiche Verteilung der Diskursmacht in Deutschland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.