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Betriebssystem Linux : Der Fluch der Freiheit

  • -Aktualisiert am

Das Linux-Maskottchen Tux Bild: dpa

Entdecke den Nerd in dir: Linux ist nicht Linux, und welches Linux passt zu wem? Eine Empfehlung für ein alternatives Betriebssystem.

          4 Min.

          Der Laptop, das mittlerweile sieben Jahre alte gute Stück, ist durch ein flotteres Modell ersetzt worden. Windows XP als Betriebssystem ist auch ein längst überholtes Auslaufmodell. Ohnehin lief auf dem Rechner seit Jahren nur Opensource-Software, die es genauso auch für Linux gibt. Warum also nicht endlich Linux installieren? Bloß welches?

          Angesichts von hundert Distributionen genannten Versionen in den „Top 100“ auf Distrowatch.com erschlägt die Auswahl den Laien schier. Und wer bei den Linux-Nutzern im Bekanntenkreis herumfragt, stellt schnell fest, dass er genauso gut nach einer passenden neuen Religion hätte fragen können. Am Ende kommen in die engere Auswahl für den Selbstversuch: Linux-Mint, einsamer Spitzenreiter in der Verbreitung und für Anfänger strikt empfohlen, Mageia mit ebenfalls nicht wenigen Anhängern und OpenSUSE, angeblich auch anfängertauglich.

          Ein gewisser Respekt vor dem Betriebssystem der Computernerds steht gewiss am Anfang des Vorhabens. Doch wenn man sich vage erinnert, zu Vor-Windowszeiten schon selbst Batchfiles geschrieben zu haben, wie sollen einen da noch Kommandozeilen schocken? Und dann ist alles mal wieder ganz anders.

          Linux-Mint bietet umfangreiche Software-Verwaltung

          Als erster Kandidat kommt das von dem Linux Ubuntu abstammende Linux-Mint mit der Oberfläche Mate auf den Rechner. Die CD eingelegt, und im Nu erscheint die Mint-Benutzeroberfläche im eleganten Grau auf dem Bildschirm. Unten am Bildschirmrand das Symbol für das Netzwerk. Draufgeklickt und problemlos die Verbindung zum W-Lan hergestellt. Beherzt das CD-Symbol mit der Unterschrift „Linux Mint installieren“ angeklickt, ein paar kurze Fragen beantwortet. Ja, Mint darf sich die gesamte Festplatte nehmen, und dann kann man eigentlich bügeln gehen oder sonst etwas Sinnvolles tun. Eine gute halbe Stunde nimmt sich das Installationsprogramm Zeit, dann ein Neustart des Rechners, und Mint ist bereit.

          Die Benutzeroberfläche von Linux-Mint
          Die Benutzeroberfläche von Linux-Mint : Bild: Screenshot Linux

          Wirkt ein wenig lahm, mal nach den Treibern gucken, aber wo? Probeweise im Menü ins Suchfeld „Treiber“ eingetippt, schon erscheint die Treiberverwaltung und zeigt an, dass ein Originaltreiber für die Grafikkarte vorhanden ist und installiert werden kann. So einfach ist das. Und nun geht alles ziemlich flott. Office-Programme sind installiert, das Grafikprogramm Gimp ist da, fehlt eigentlich nur noch Spider Solitär ... Eben mal den Button „Software-Verwaltung“ ausprobiert. Alles da, was das Herz begehrt! Auswählen und installieren. So soll es sein. Zu erwähnen wäre noch, dass Linux Mint sehr aktive deutsche Nutzer hat, die Anleitungen auf Deutsch verfassen und im Forum gerne weiterhelfen. Aber bevor es ans Spielen und endgültige Einrichten geht, sind da noch die anderen Testkandidaten, die ausprobiert werden wollen. Mint wird also erst einmal wieder von der Platte geputzt.

          Erstmal nur Pixelmatsch bei OpenSUSE

          OpenSUSE ist der nächste Kandidat. Wieder tapfer Installation ausgewählt und die üblichen Fragen beantwortet, und dann will Suse einen Einhängepunkt von mir. Was soll das sein? Nach drei- bis viermal hin- und her- und rauf- und runterklicken steht da: Einhängepunkt importieren. Ja, importier mal, woher und wofür auch immer. Endlich geht’s weiter. Als OpenSUSE fertig ist, gibt es Pixelmatsch auf dem Bildschirm. Da unten am Rand ist etwas, und wenn man draufklickt, kommt Pixelmatsch. So geht das nicht weiter. Vielleicht könnte man hier auch mal nach dem Treiber für die Grafikkarte gucken? Aber da gibt es nichts - hat sich bestimmt unten am Rand im Pixelmatsch verborgen. Aber schließlich ist die Installation noch nicht abgeschlossen. Also Systemneustart.

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