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Base Tab von E-Plus : Hier ist nicht nur der Preis klein

Ob im Hoch- oder Querformat: Das Base Tab von E-Plus passt gerade noch in eine Hand Bild: Hersteller

Das Base Tab von E-Plus ist quasi ein Mittelklasse-Smartphone in Übergröße. Für 19 Euro im Monat kommt es ins Haus und ein recht günstiger Mobilfunkvertrag ist gleich mit dabei. Dennoch spielt es in einer ganz anderen Liga als das iPad.

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          Das Familiendrama: Der jugendliche Nachwuchs will einen Tablet PC, weil jetzt „alle“ so einen Flachcomputer haben. Natürlich soll es ein iPad von Apple sein. Die Kreditwürdigkeit des Juniors wurde jedoch vom Haushaltsvorstand schon mehrfach herabgestuft. Stichwort: alte Handy-Rechnungen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Auch potentielle private Gläubiger wie Oma und Opa sind nicht willens, auf freiwilliger Basis einen Teil der Lasten zu tragen. Also wird ein Rettungspaket geschnürt, das in der Familie jedoch höchst umstritten ist. Der Tablet wird nicht gekauft, sondern gemietet. Für 19 Euro im Monat kommt das Base Tab des chinesischen Herstellers ZTE ins Haus, das Gerät gibt es nur bei der E-Plus-Tochter, und ein recht günstiger Mobilfunkvertrag mit 500 Megabyte monatlichem Datenvolumen ist gleich mit dabei.

          Durchaus ein Schnäppchen

          Das Base Tab gehört mit Maßen von 20 × 11 × 1,3 Zentimeter und einer Bildschirmdiagonale von 18 Zentimeter zu den Tablets in besonders kleiner Bauform. Es ist vergleichbar mit dem ersten Samsung Galaxy Tab, dessen Preis seit seinem Erscheinen im vergangenen Jahr von 800 auf 380 Euro gefallen ist. Wie beim Samsung kommt als Betriebssystem Android zum Einsatz. Nicht jedoch die Tablet-Variante Honeycomb, sondern das Smartphone-System 2.2. Im Unterschied zum Samsung beträgt die Displayauflösung jedoch nur 800 × 480 Pixel statt 1024 × 600, der Prozessor ist langsamer (600 Megahertz statt 1 Gigahertz), der interne Speicher kleiner (200 statt 512 Megabyte) und die Materialanmutung schlechter. Doch die Familie rechnet: 19 Euro im Monat bei einer Laufzeit von zwei Jahren sind 456 Euro, und mit der Base-Karte erhält man nicht nur das Datenvolumen für unterwegs, sondern auch 30 Freiminuten ins E-Plus-Netz sowie 30 Gratis-SMS. Der kleinste Datentarif fürs iPad kostet bei der Telekom entweder 5 Euro am Tag oder 35 Euro im Monat - und das iPad ist noch nicht dabei. Vodafone spendiert für 15 Euro im Monat ein sehr geringes Datenvolumen von 200 Megabyte, und ein „ordentlicher“ Tarif mit 3 Gigabyte kostet 25 Euro im Monat. Abermals ohne iPad, das in der kleinsten Mobilfunk-Version für 600 Euro in der Preisliste steht.

          Bindung an das schlechteste Datennetz in Deutschland: Längere Surf-Sessions sind mit dem Base Tab eine Qual
          Bindung an das schlechteste Datennetz in Deutschland: Längere Surf-Sessions sind mit dem Base Tab eine Qual : Bild: Hersteller

          So gesehen ist das Angebot von E-Plus durchaus ein Schnäppchen. Aber lohnt sich das? Wenn es um die elementaren Parameter geht, ist die Antwort ein klares Nein. Hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Geschwindigkeit, Güte des Bildschirms und der zur Verfügung stehenden Apps hinkt das Base Tab dem iPad kilometerweit hinterher, die beiden spielen in einer jeweils ganz anderen Liga. Das günstige Gerät von E-Plus ist quasi ein Mittelklasse-Smartphone in Übergröße. Alle Android-Programme laufen wie auf dem Taschencomputer, nur in größerer Schrift. Ein Tablet PC mit größerem Bildschirm hingegen bietet mehr Übersicht durch eine raffinierte Anordnung der Inhalte. Wer aber mit den gewohnten Smartphone-Apps für Android zufrieden ist und ohnehin nur gelegentlich im Internet surfen oder die neue E-Mail abfragen will, kann getrost zugreifen. Und, ja, telefonieren kann man mit dem Base Tab ebenfalls, entweder mit einem Headset oder mit dem eingebauten Freisprecher, der ordentlich klingt.

          Längere Surf-Sessions sind eine Qual

          Im Unterschied zu anderen günstigen Tablet PCs mit Android reagiert der Bildschirm des Base Tab hinreichend präzise auf die Fingerbewegungen. Es kommt ein kapazitives Display zum Einsatz, das allerdings etwas dunkel und kontrastarm ist. Störend sind ferner die (kurzen) Wartezeiten, bis beispielsweise eine App gestartet ist. Diese kleinen Ruckler, die wir auch beim Surfen im Internet beobachteten, sind vermutlich der geringen Prozessorgeschwindigkeit und dem knappen Speicherplatz geschuldet. Bei eigenen Medien hingegen kann man aus dem Vollen schöpfen. Für Musik, Videos und Fotos liegt eine 16-Gigabyte-Micro-SD-Karte bei, und dank USB lässt sich das Base Tab an jedem PC mit Inhalten füllen.

          Ein weiterer Minuspunkt für die junge Online-Generation ist die Bindung an das schlechteste Datennetz in Deutschland. Während man mit der Telefonie im E-Plus-Netz durchaus zufrieden sein kann, sind längere Surf-Sessions eine Qual. Das betrifft sowohl das erzielbare Tempo als auch die Zuverlässigkeit im täglichen Betrieb. Wir reden hier nicht vom flachen Land, sondern haben das Base Tab im Großraum Frankfurt und in der Hamburger Innenstadt ausprobiert. Beide Male zeigte das Gerät zwar den Empfang von UMTS mit dem Datenturbo HSDPA an. Aber während das iPad mit einer Sim-Karte der Telekom ein 2-Megabyte-Anhängsel der E-Mail in Sekundenschnelle lud, warteten wir bei E-Plus länger als zehn Minuten. Auch die Test- und Messfahrten der einschlägigen Fachzeitschriften zeigen immer wieder: Für das mobile Surfen kann man E-Plus nur bedingt empfehlen, die Telekom, Vodafone und O2 sind mit Abstand besser. So bleibt also für das Base Tab eine kleine Nische. Es ist zwar nicht der Rettungsschirm vor hohen iPad-Kosten. Aber so schlecht wie es manche Kollegen gemacht haben, ist es auch nicht. Das Angebot von E-Plus ist keine Bauernfängerei mit billigster Hardware. Jedoch sollte man sehr genau wissen, worauf man sich einlässt.

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