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Ballmer auf der CES : Microsoft-Chef lässt viele Fragen offen

  • -Aktualisiert am

Er tut nur so, aber er kann schon was dafür: Microsoft-Chef Ballmer auf der CES Bild: dpa

Der Microsoft-Chef verkündet auf der CES in Las Vegas einen Kurswechsel beim Vorzeigeprodukt Windows. Zum Wachstumsmarkt der Tablet-PCs sagte Ballmer nur wenig. Stattdessen präsentierte er eine ganze Reihe von Geräten mit Windows 7.

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          Dem Softwarekonzern Microsoft wird oft Trägheit vorgeworfen, aber auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas demonstriert das Unternehmen echten Veränderungswillen. Vorstandsvorsitzender Steve Ballmer hatte Neuigkeiten zu vermelden, die zwar nicht sexy klingen mögen, aber für Microsoft einer Revolution gleichkommen. Sein Vorzeigeprodukt Windows für Personal Computer wird das Unternehmen künftig nicht mehr nur auf Mikrochips von Intel und Advanced Micro Devices (AMD) abstimmen, sondern zusätzlich auch auf die Architektur des britischen Unternehmens Arm Holdings. Dessen Chipdesign hat eine dominierende Position in wachstumsträchtigen Segmenten wie Tablet-Computern, es findet sich zum Beispiel im iPad von Apple. Für Microsoft wäre die Verbindung mit Arm somit ein Weg, um Windows auch stärker jenseits seiner traditionellen Säulen wie Laptops und Desktop-Computern unterzubringen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Um die Nachricht von der neuen Allianz zu verkünden, hatte Microsoft vor der traditionellen Rede von Steve Ballmer zum Messebeginn noch eine zusätzliche Pressekonferenz angesetzt. Microsoft ließ dabei aber im Dunkeln, welche Art von Geräten genau das Ergebnis der Partnerschaft sein könnten, es wurden nur einige kaum aussagekräftige Prototypen gezeigt. Offen blieb auch, wann die nächste Windows-Generation auf den Markt kommen soll. In der Branche wird der Nachfolger der aktuellen Version „Windows 7“ erst für 2012 erwartet. Und so blieb die Ankündigung dieses Kurswechsels am Ende doch unbefriedigend. Vielleicht begann Ballmer deshalb seine Rede mit einem Blick zurück zu einem stärker greifbaren Thema, das er klar als Erfolgsgeschichte für Microsoft verbuchen kann: der Bewegungssensor Kinect für die Spielekonsole Xbox, der sich seit seinem Start vor zwei Monaten offenbar glänzend verkauft hat.

          Das Interesse in der Branche richtete sich im Vorfeld des Auftritts von Ballmer aber vor allem darauf, mit welchen Tablet-Initiativen er aufwarten würde. Ballmer hatte schon vor einem Jahr bei der CES einige Prototypen gezeigt, noch bevor Apple das iPad vorstellte. Während das iPad im vergangenen Jahr zu einem Verkaufsschlager wurde, ließen die Windows-Tablets auf sich warten. Ballmer machte jetzt die Tablets nicht zu einem eigenständigen Teil seines Vortrags. Stattdessen präsentierte er eine ganze Reihe von Geräten mit „Windows 7“, darunter einige Tablets, aber auch einige gewöhnliche Laptops mit neuen Chipgenerationen von Intel und AMD. Die gezeigten Tablets von Herstellern wie Samsung und Asus werden in den nächsten Monaten auf dem Markt kommen, sagte Ballmer. Microsoft kämpft hier nicht nur gegen das iPad. So werden auf der CES auch eine Fülle von Tablets verschiedener Hersteller mit dem Programm Android des Internetkonzerns Google präsentiert.

          In seiner nächsten Version neue Flexibilität haben

          Um den Aktionsradius von Windows noch mehr zu erweitern, vertröstete Ballmer auf die nächste Generation des Betriebssystems - und hier brachte er wieder die Allianz mit Arm ins Spiel. „Das wird es uns erlauben, eine möglichst große Palette von verschiedenen Geräten anzubieten.“ Windows werde in seiner nächsten Version eine neue Flexibilität haben, versprach Ballmer. In seiner bisherigen Form gilt das Betriebssystem als übermäßig komplex für kleinere mobile Geräte wie Tablets. Ein Vorteil von Arm-Mikroprozessoren ist zudem der vergleichsweise geringe Energieverbrauch, der eine lange Batterielaufzeit möglich macht. Arm stellt Chips nicht selbst her, sondern lizenziert sie an andere Unternehmen. Die Arm-Chips für die nächste Windows-Version sollen von Qualcomm, Texas Instruments und Nvidia kommen. Neben Tablets findet das Chipdesign von Arm vor allem auf internetfähigen Handys (Smartphones) Anwendung. Microsoft arbeitet bei seiner eigenen Handy-Software Windows Phone 7 heute schon mit Arm zusammen.

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