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Apple Watch Series 6 im Test : Wie die Stunde schlägt

Wichtig ist die Pulsoximetrie als Warnung vor der Höhenkrankheit im Hochgebirge. Mit der Höhe sinkt der Luftdruck, daher ist in der Atemluft weniger Sauerstoff enthalten. Der Körper muss mehr rote Blutkörperchen mit sauerstoffbeladenem Hämoglobin bilden, und das dauert. Selbst gut trainierte Bergsteiger können durch zu schnellen Aufstieg höhenkrank werden.

Wer sich entscheidet, die Uhr auch nachts zu tragen, anstatt ihren Akku auf dem Ladepuck induktiv zu betanken, benötigt eine andere Lade-Strategie. Doch zum Glück hält der Kraftspender der Series 6 deutlich länger durch, und er ist schneller betankt. Mit ein bis zwei Sportprogrammen am Tag reichte bei uns ein kurzes Laden nach dem Frühsport und ein einstündiges vor dem Zubettgehen. Doch insgesamt gibt die Auswertung des Schlafs nicht viel her, Schlafphasen werden zum Beispiel nicht unterschieden.

Neue Sportprogramme

Der Pulssensor wurde etwas verbessert. Die Uhr misst zwar überragend genau die Herzfrequenz, aber sie tendiert zu Aussetzern, wenn das Band nicht ganz exakt anliegt, was bei uns während des Laufens und Radfahrens immer wieder auftritt. Die GPS-Erfassung der zurückgelegten Strecken ist wie bei der Series 5 einsame Spitze. Hinsichtlich der Genauigkeit kann keine andere Sportuhr mithalten, auch schwierige Herausforderungen wie das Laufen im Wald ohne freie Sicht zum Himmel werden bestens genommen. Allerdings stellte sich bei uns gleich der Health-GPS-Datenbankfehler ein, den Apple derzeit repariert.

Einige Sportprogramme sind neu hinzugekommen, bei den bestehenden hat sich nicht viel geändert. Noch immer gibt es zum Start einer Trainingserfassung den albernen Countdown, den Apple nach fünf Jahren in den Ruhestand hätte schicken können. Eine automatische Pausenfunktion gibt es nur fürs Laufen, aber nicht für die Radsportler. Neu sind viele Kleinigkeiten, etwa die Messung der bipedalen Abstützungsdauer, die Auskunft über das Gleichgewicht beim Gehen gibt, und die Erfassung eines asymmetrischen Gangs.

Uhr ohne iPhone, das geht auch

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Option, eine Apple Watch für ein Familienmitglied zu konfigurieren, das kein eigenes iPhone hat, etwa einen Senior oder ein Kind. Gesundheitsdaten oder die Sturzerkennung werden an das Handy des Familienoberhaupts gesandt, und dieser kann zum Beispiel während der Schulzeit den Start von Uhren-Apps blockieren. Auf diese Weise will Apple neue Zielgruppen erschließen, und das ist auch die Strategie hinter der Watch SE, die mit 290 Euro startet und im Vergleich mit der Series 6 auf das „Always on“-Display wie auch auf die Erstellung eines EKGs und die Messung der Sauerstoffsättigung verzichten muss, aber davon abgesehen viel Technik aus der Series 5 mitbringt, unter anderem deren Prozessor. Die Watch SE ist nur im Aluminiumgehäuse erhältlich und als Einstiegsgerät empfehlenswert. Aber, dieser Seitenblick muss sein, eine Huawei Watch GT 2 Pro mit Saphirglas und Titangehäuse wirkt edler und kostet auch nur 300 Euro.

Mit Messung der Sauerstoffsättigung: Apple Watch Series 6 und iPhone.
Mit Messung der Sauerstoffsättigung: Apple Watch Series 6 und iPhone. : Bild: Hersteller

Insgesamt haben uns an der Series 6 die hellere Anzeige und der schnellere Prozessor gefallen. Die Messung der Sauerstoffsättigung ist keine Revolution, und die Schlafanalyse bleibt schwach. Dass man die Uhr auf jeder Handy-Qi-Ladestation betanken kann, bleibt ebenso wie eine noch längere Akkulaufzeit ein Wunsch für die Zukunft. Die herausragende Verarbeitungsqualität und ihre vielen Talente als Generalistin machen auch die diesjährige Apple Watch zu einer attraktiven Begleiterin am Handgelenk.

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