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Telefonieren ohne iPhone : Die neue Apple Watch verblüfft im Test

Ein zweiter interessanter Aspekt ist die Möglichkeit, nunmehr seine Lieblingsmusik via Mobilfunk auf die Uhr zu streamen und von dort an ein Bluetooth-Headset weiterzuleiten. Der Umweg des Musikdownloads auf die Uhr - dafür stehen etwas mehr als zehn Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung - entfällt. Das funktioniert indes nur mit Apple Music, also dem hauseigenen Musikangebot der Kalifornier. Man achte auf das Datenvolumen.

Die Preise beginnen bei 370 Euro

Die Apple Watch mit Mobilfunk ist an dem roten Punkt auf der Krone erkennbar, der LTE-Aufpreis für das kleinste Modell mit Aluminiumgehäuse beträgt 80 Euro. Die Preise reichen von 370 bis 480 Euro. Die Edelstahlbaureihe kostet 650 bis 700 Euro und hat stets Mobilfunk eingebaut. Für die Mobilfunk-Anbindung während der Inbetriebnahme muss man einen QR-Code scannen. Bei uns ließ sich die E-Sim in der Uhr mit unserem privaten iPhone verbinden, obwohl die E-Sim zu einer anderen Telekom-Karte gehörte. Wie man die E-Sim von einem Vertrag wieder trennt, wenn es etwa darum geht, die Series 3 zu verkaufen, haben wir nicht herausbekommen. WiFi-Calling soll funktionieren, tat es bei uns aber nicht, vermutlich, weil es besagte zweite Telekom-Sim-Karte nicht freigeschaltet hatte.

Im praktischen Betrieb hielt der Akku der Series 3 mindestens einen Tag durch. Wer wenig telefoniert und wenig Sport treibt, kann indes durchaus auf drei Tage kommen. Denn diese beiden Aktivitäten sind es, die den Kraftspender in die Knie zwingen.

Beim Joggen hat sich nichts verbessert

Bei der ersten und zweiten Apple Watch hatten wir kritisiert, dass die Herzfrequenzmessung zwar sehr genau ist, aber bisweilen minutenlang pausiert, wenn der Uhrenboden mit den Sensoren nicht exakt am Arm aufliegt. Das betraf bei uns nicht alle Sportarten, aber einige. Beim Joggen hat sich nach unseren ersten Beobachtungen nichts verbessert: Mess-Pausen und falsche Werte sind wie gehabt ein Ärgernis.

Unser 5-Kilometer-Lauf am Sonntag: Die ordentlich arbeitende Garmin-Uhr ermittelte eine durchschnittliche Herzfrequenz von 145 Schlägen in der Minute, die Apple Watch Series 3 zeigte während des Laufs überwiegend abstrus hohe Spitzenwerte oder nichts - und kam auf einen Durchschnitt von 164 Schlägen.

Die zugehörige Trainings-App auf dem iPhone zeigt nun eine Grafik der einzelnen Messwerte. Mit einem Blick sieht man die Lücken zwischen den einzelnen Pünktchen und damit das Problem. Auf dem Crosstrainer war die Linie fein durchgezogen, auch die kurzen Trainingspausen mitsamt Abfall der Herzfrequenz waren bestens zu erkennen.

Neu ist, dass die Health App auf dem iPhone die Herzfrequenzvariabilität ermittelt. Ein Wert in Millisekunden ist angegeben, es fehlt jedoch jede weitere Erklärung. Garmin kann den Wert im Zusammenspiel mit einem Brustgurt bestimmen, es wird jedoch ein Schema von 0 bis 100 zur Bewertung eingesetzt. Warten wir ab, was Apple dazu noch sagt. Die zweite Überraschung für Sportler: Nun wird der VO2max gemessen und angezeigt, ein wichtiger Indikator für die Sauerstoffaufnahme und kardiovaskuläre Fitness.

Fazit nach einigen Tagen: Die neue Series 3 überzeugt mit höherem Arbeitstempo und verbesserter Software. Letztere wird auch den Trägern der ersten beiden Versionen bereitgestellt. Den Mobilfunk in der Uhr wird man vermutlich nur sehr selten nutzen, aber froh sein, dass es ihn gibt, wenn man ihn braucht. Faszinierend der Gedanke, wie das Smartphone durch solche Wearables ersetzt wird.

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