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Apple TV 4K im Test : Ich klotz TV

Kleiner geworden: Apple TV 4K Bild: Hersteller

Das neue Apple TV 4K mit kleinen Finessen wie der Homekit-Anbindung und einer Medienumschaltung ohne Blackouts. Nur die teure Version hat wichtige Extras.

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          Begann der Fernsehabend früher mit dem Einschalten des TV-Geräts, des Satellitenreceivers oder dem Start des DVD-Spielers, sind heute in vielen Haushalten nur noch zwei Komponenten gefragt: Die Inhalte kommen übers Internet von einer Set-Top-Box mit W-Lan oder Ethernet-Anschluss. Ungezählte Apps fungieren als Zuspieler. Sei es, dass sie Filme oder Dokumentationen aus dem Live-Fernsehprogramm holen oder aus den Mediatheken der Rundfunkanstalten. Dazu kommen kostenpflichtige Streamingdienste, die man abonniert hat, und im Idealfall dient die Box im Nebenjob zudem als Spielekonsole. Das Fernsehgerät selbst kann eine noch so tolle Fernbedienung haben, noch so schön gezeichnete Menüs und Optionen: Es wird reduziert auf die nackte Darstellung der Inhalte, die vom externen Zuspieler kommen. Hersteller wie Samsung haben sich das selbst eingebrockt, zum Beispiel durch die Anzeige von Werbung in den Menüs. Das will niemand sehen.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wir haben jetzt ein Apple TV der fünften Generation aus dem Jahr 2017 durch ein Apple TV 4K der siebten Generation ersetzt. Es wurde im Oktober vorgestellt und ist in zwei Versionen erhältlich: einer kleinen mit 64 Gigabyte Speicher und W-Lan (für 170 Euro) und der von uns erprobten großen Variante mit 128 Gigabyte, W-Lan und Ethernet-Anschluss sowie Thread-Unterstützung für 190 Euro. Das Gehäuse der Set-Top-Box ist mit 93 × 93 × 31 Millimetern gegenüber den Vorgängermodellen kleiner geworden, und mit einem Gewicht von 200 Gramm wurde das Kästchen auch leichter.

          Ziemlich klasse: Die alte und neue Fernbedienung
          Ziemlich klasse: Die alte und neue Fernbedienung : Bild: Hersteller

          Die Fernbedienung hatte Apple erst im Vorjahr überarbeitet. Gegenüber allen älteren Versionen wirkt sie großartig. Das betrifft die Solidität und die einfache Bedienung mit dem „Clickpad“ genannten Rundelement, das mit Kreisbewegungen des Fingers ein schnelles Scrollen durch Sendungen oder Fotos erlaubt. Gegenüber der Vorjahresversion wurde der Lightning-Anschluss an der Unterseite durch USB-C ersetzt. Er dient zum Laden des Akkus, der monatelang mit einer Füllung läuft.

          Das Fernsehgerät wird mit HDMI 2.1 angeschlossen, das Netzteil ist bereits eingebaut, man muss also nur zwei Kabel stecken. Dass das neue Apple TV 4K mit A15-Prozessor etwas schneller geworden ist, glauben wir gern. Aber die Vorgängermodelle waren nie langsam. Nach der Verknüpfung mit dem Apple-Nutzerkonto zeigen sich nicht nur die Streamingdienste, man kann auch die Apps der Rundfunksender laden, auf seine iCloud-Fotobibliothek zugreifen und nach dem Anschluss eines Spielecontrollers mit dem kostenpflichtigen Apple Arcade seine Lieblingsspiele spielen. Filme und anderes kann man mit Siri suchen, und für komplizierte Eingaben lässt sich sogar die Tastatur des iPhones nutzen.

          Freunde des vernetzten Heims können mit dem Apple TV einen schnellen Blick auf die Homekit-Überwachungskameras werfen. Man sieht also gegebenenfalls schon bei der Annäherung, wer da gleich klingeln wird. Das Fernseherlebnis selbst ändert sich nur wenig. Mit Dolby Vision und HDR 10 wird der Dynamikumfang des Bildes vergrößert, sofern das Fernsehgerät dies kann. Neu ist HDR 10 Plus, das allerdings ebenfalls vom TV-Apparat unterstützt werden muss. Angekündigt ist, dass Apple TV nach einem Softwareupdate die schnelle Medienumschaltung ohne Blackouts und Aussetzer ermöglicht. Die Technik heißt QMS VRR, es gibt indes noch keine TV-Geräte, die dergleichen beherrschen.

          Das neue Apple TV ist zwar günstiger als seine Vorgängermodelle, aber im Vergleich mit einem Fire-TV-Stick aus dem Hause Amazon teurer. Eher wird man es vergleichen mit dem Fire TV Cube, der allerdings weniger Speicher hat, indes auch mit einem Ethernet-Anschluss aufwartet. Für Freunde des Hauses Apple, die gern alles unter einem Dach haben, ist das neue Apple TV ein schönes Weihnachtsgeschenk.

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