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Apple Magic Trackpad : Sanft streicheln statt hektisch klicken

  • -Aktualisiert am

Die Größe eines stattlichen Bierdeckels: Apple Magic Trackpad Bild: Apple

Apple präsentiert das berührungsempfindliche Magic Trackpad als Mausersatz für die Mac-Familie. Es hat auch keine Stunde gedauert, bis wir absolut flüssig mit dem Trackpad arbeiteten. Erste Erfahrungen von Peter Thomas.

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          Es hat die Größe eines stattlichen Bierdeckels und tritt an, die Maus von unserem Schreibtisch zu vertreiben. Das Magic Trackpad von Apple soll den Desktop-Computern der Typen iMac, Mac Pro und Mac mini jene Multi-Gesten-Steuerung eröffnen, die von Telefonen, Tablet-Computern und Notebooks der Marke (sowie mit Abstrichen auch von der Magic Mouse) bekannt ist. Dazu haben die Produktdesigner ein Touchpad aus Alu und Glas entwickelt, das sich im Design an die Apple-Tastaturen anlehnt und die Technik von den aktuellen Macbooks übernimmt. Über Bluetooth wird das Eingabegerät mit dem Computer gekoppelt.

          Beim ersten Versuch, iMac und Magic Trackpad miteinander zu verbinden, erkannte unser Computer das Eingabegerät nur als Maus: Wir konnten lediglich den Mauszeiger über den Bildschirm steuern und mit festem Druck auf die Oberfläche einen Klickbefehl ausführen - vom versprochenen „Multi-Touch“ keine Spur. Erst das Laden eines neuen Treibers von der Apple-Homepage ließ den iMac das Magic Trackpad als solches erkennen - obwohl laut Hersteller „Mac OS X Snow Leopard 10.6.4 und die aktuellsten Software Updates“ für den Betrieb des Flachmanns genügen sollten - und die hatten wir.

          Der nächste Schritt betraf die Einstellungen: Wer die vom Werk vorgegebene Option belässt, dass ein Klick nur durch den festen Druck auf die Fläche des Trackpads registriert wird, der bekommt ziemlich schnell schwere Finger. Denn wirklich leichtgängig ist das Trackpad nicht, insbesondere Doppelklicks sind mit einer Maus deutlich komfortabler auszuführen. Das ändert sich allerdings mit der Einstellung „Klick durch Tippen“: Das Touchpad unterscheidet solch einen punktgenauen Fingerzeig sehr sauber vom Ansetzen für eine Bewegung. Und plötzlich geht die Steuerung im Wortsinn leicht von der Hand. Es hat denn auch keine Stunde gedauert, bis wir absolut flüssig mit dem Trackpad arbeiteten.

          Über Bluetooth wird das Eingabegerät mit dem Computer gekoppelt

          Magic Trackpad als Mensch-Maschine-Schnittstelle

          Nach einigen Tagen haben sich folgende Befehle als die am häufigsten benutzten Gesten erwiesen: Doppelklick (Antippen mit zwei Fingern), Scrollen (vertikales und horizontales Bewegen mit zwei Fingern), Zoomen (Zwei Finger auseinander oder zusammen ziehen), Bildschirm-Zoom (mit zwei Fingern scrollen, während Control auf der Tastatur gedrückt bleibt) und der Wechsel zwischen verschiedenen Fenstern (mit vier Fingern nach unten wischen, dann das gewünschte Fenster antippen). Weniger gut gelöst finden wir das „click and drag“ zum Bewegen von Objekten. Statt dem vorgesehenen festen Klicken auf ein Objekt (hier reicht das Antippen bei uns nicht aus) und dem Bewegen mit demselben Finger nutzen wir hier eine Bewegung mit zwei Fingern: Mit dem Daumen wird das Trackpad gedrückt und gehalten, die eigentliche Bewegung geschieht dann mit dem Zeigefinger. Vorgesehen ist das laut Bedienungsanleitung zwar nicht, funktioniert aber reibungslos.

          Wer den Umgang mit iPhone oder iPad gewohnt ist, der wird sich schnell mit dem Magic Trackpad als Mensch-Maschine-Schnittstelle für seinen Apple Desktop-Computer anfreunden. Denn auch wenn hier Eingabefläche (Touchpad) und Ausgabefläche (Bildschirm) voneinander entkoppelt sind, funktioniert die Steuerung mit bis zu vier Fingern schon nach kurzer Zeit weitgehend intuitiv. Das Magic Trackpad kostet 70 Euro und wird von zwei AA-Zellen mit Energie versorgt. Für 30 Euro bietet Apple ein passendes Ladegerät mit sechs Nickel-Metallhydrid-Akkus. Jeweils zwei Akkus können darin gleichzeitig geladen werden.

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