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Macbook Pro von Apple : Der Trick funktioniert

Der Kniff ist die obere Tastenreihe mit viel Touch, das Mini-Display zeigt die jeweilige Bedeutung. Bild: Hersteller

Apple schneidet beim neuen Macbook Pro alte Zöpfe ab und ist in mancherlei Hinsicht radikal und provokativ. Das gefällt nicht jedem. Doch Design, Qualität und Bildschirm haben uns in den Bann gezogen.

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          Wer in den kommenden Wochen ein Spectre-X360-Notebook von HP kauft, muss auf das gewohnte SD-Speicherkartenlaufwerk verzichten und erhält nur noch einen einzigen USB-3-Anschluss. Zwei USB-C-Schnittstellen sollen den Verlust kompensieren. Das gleiche Bild beim sehnsüchtig erwarteten Lenovo Yoga 910: Die alten USB-Anschlüsse weichen dem modernen USB-C-Format, das verdrehsicher ist und zudem von den meisten aktuellen Android-Smartphones genutzt wird.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dass die Wellen der Empörung wegen des Wechsels der Anschlüsse hochschlagen würden, hat man bei HP oder Lenovo nicht gehört. Auch Asus wechselt hin zu USB C, etwa beim Zenbook 3. Schlagartig ändert sich jedoch das Bild, wenn es um Apple geht: Ein Adaptergate wurde gleich nach der Vorstellung der neuen Macbook-Modelle beschworen. Stein des Anstoßes: Apple setzt ebenfalls auf die Zukunftstechnik USB C. Die verbesserten Modelle haben zwei oder vier Anschlüsse, mit denen sie geladen werden, ein Display ansteuern, USB bedienen (bis 10 GBit/s) und mit Thunderbolt 3 ein irrwitziges Datentempo bis zu 40 GBit/s liefern.

           Apple setzt ebenfalls auf die Zukunftstechnik USB C.

          Es entfallen der Speicherkartenleser und der Magsafe-Netzteilanschluss, der mit seiner magnetischen Verbindung das Risiko reduzierte, dass ein Rechner vom Tisch gerissen wurde. Denn mit einem kräftigen Zug am Kabel löst sich die Magnetverbindung. Auch kann man ohne zusätzlichen Adapter nicht einmal ein iPhone 7 am jüngsten Macbook Pro anschließen. Wer indes schon jetzt mit der Technik hantiert, wird den Wechsel zu USB C als unvermeidbar und ungemein praktisch empfinden. USB C ist der Universalanschluss für sämtliche Peripherie, und mit dem Durchschleifen von einem Gerät zum anderen ergeben sich viele neue Möglichkeiten. Man benötigt in der Tat einige Adapter, die kosten Geld, aber man ist damit für viele Jahre aus dem Schneider.

          Die jungen Pro-Modelle haben als zweite Neuerung die Touch Bar, eine berührungsempfindliche Leiste mit Mini-Display anstelle der Funktionstastenleiste. Die Darstellung und Belegung wechselt je nach App und Kontext, mal kann man eine virtuelle Taste drücken, mal den Finger über einem virtuellen Schieberegler bewegen, und ein Fingerabdruckscanner mit Biometrie ist zudem darin enthalten. Die Touch Bar fehlt in der kleinsten Modellvariante des 13-Zoll-Macbook Pro, die dann auch nur zwei USB-C-Anschlüsse hat, der Startpreis liegt bei 1700 Euro (mit Core-i5-Prozessor, 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte SSD).

          Die beiden gehobenen Modellvarianten mit Touch Bar in den Formaten mit 13 oder 15 Zoll haben vier USB-C-Anschlüsse. Wir probierten das 13-Zoll-Einstiegsmodell für 2000 Euro aus. Ob seiner kompakten, flachen Bauweise vergleicht man es intuitiv mit dem etwas kleineren 12-Zoll-Macbook. Das unterschiedliche Gewicht - 900 Gramm für den kleinen, 1400 Gramm für den großen 13-Zöller - spürt man sofort, sein viel helleres, brillanteres Display fällt als Zweites auf. Das Trackpad mit gewohnt hoher Präzision ist größer geworden, und beim Spiel der Finger auf der Tastatur ist der Fortschritt ein weiteres Mal zu spüren: Gilt das Keyboard des 12-Zoll-Macbook wegen seines geringen Tastenhubs als gewöhnungsbedürftig, wartet der 13-Zöller mit einer deutlich verbesserten Einheit auf. Der Schnellschreiber mit zehn Fingern kommt sofort bestens zurecht. Nur sind die Tippgeräusche höher als auf anderen Notebooks.

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