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Neue Software : Apple zieht es in die dunkle Wüste

I see darkness: Das Publikum feiert den Dark Mode. Bild: AFP

So konsequent hat es keiner erwartet. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple ausschließlich Neuigkeiten für die Betriebssysteme von iPhone & Co. präsentiert. Wir stellen sie vor.

          4 Min.

          Nein, Apple hat kein neues iPhone vorgestellt. Apple hat neue Software präsentiert. Das war keine Überraschung, sondern zu erwarten. Denn wer die alljährlichen Keynotes von Tim Cook verfolgt, weiß, dass es um diese Jahreszeit Neuigkeiten zu den Betriebssystem iOS, MacOS und all den anderen gibt. Schließlich hat Tim Cook mit seiner Keynote die Entwicklerkonferenz WWDC eröffnet, für die sich eben vor allen Dingen Software-Entwickler interessieren. Die haben in einer rekordverdächtig zwei Stunden langen Veranstaltung viel hören dürfen über neue Funktionen. Wir haben die wichtigsten zusammengefasst:

          Für iPhone und iPad: iOS 12

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie zu erwarten war das mobile Betriebssystem iOS als erstes an der Reihe. Die wichtigsten neuen Funktionen der Version 12 betreffen Augmented Reality, Siri und den Schutz des Nutzers vor sich selbst.

          Apple setzt weiterhin auf AR. Die zweite Version des Entwicklertools ARKit profitiert von einem neuen Dateiformat namens USDZ, das zusammen mit Pixar entwickelt wurde. Dadurch können AR-Anwendungen appübergreifend eingesetzt werden. Dafür hat sich Apple Adobe mit ins Boot geholt. In Programmen wie Photoshop und anderen aus der Creative Cloud können solchen Dateien erstellt und in Dokumente eingebunden werden. So kann ein Text zum Beispiel immer wieder durch Fotos oder Videos mit Augmented-Reality-Anmutung aufgelockert werden. Apple zeigt als Beispiel einen Text aus seiner App News.

          Let’s talk: Das Walkie-Talkie ist zurück, als App auf der Apple Watch Bilderstrecke
          Apple : Apple

          Ein anderes Beispiel: Wenn die Produkte in einem Webshop entsprechend für AR aufbereitet sind, lassen sie sich in die reale Umgebung einbinden, die gerade von der Kamera des iPhone oder iPad gezeigt wird. Man könnte also einen Teller direkt vom Webshop auf den Tisch ziehen oder einen Sessel in die Ecke des Wohnzimmers setzen. Sehr alltagstauglich scheint die neue App Measure. Man fixiert ein Objekt mit den Kameras des iPhone oder iPad, um es auszumessen. Dazu setzt man Punkte an das Ende der jeweiligen Kanten und erhält umgehend die genauen Maße.

          Ähnliche Anwendungen kennt man aus der Android-Welt. Ebenso der “Multi-User-Support”. Haben zwei Nutzer die gleiche App auf ihren Geräten können sie zusammen in der erweiterten Realität agieren. Wie das aussehen kann, wurde mit einer App von Lego veranschaulicht. Die Realität, ein Haus aus echten Legosteinen, wurde digital erweitert, beide Spieler konnten die Aktionen des jeweils anderen sehen. Was nicht nur bei dieser AR-Anwendung fraglich ist: Wieso sollte man überhaupt erst ein Legohaus aufbauen, wenn das eigentliche Spiel nur noch digital stattfindet?

          Neben Augmented Reality war Siri ein weiteres wichtiges Thema. Apples Spracherkennung, die seit einiger Zeit hinter der von Google und Amazon hinterherhinkt, holt auf. Ein Grund dafür sind zunächst die Shortcuts (Amazons Alexa würde Routinen dazu sagen). Auf dem iPhone oder iPad lassen sich sprachliche Befehle definieren, die dann eine bestimmte App öffnen und dort einen bestimmten Befehl ausführen. Bisher gab es in gewisser Weise auch Shortcuts in Apps wie Kalender und Mail. Doch die waren auf bestimmte Apps beschränkt. Denkbar ist nun: Nach den Worten “Hey Siri, ich habe Hunger” öffnet sich eine Pizza-App und die Nummer 5 in der Bestellliste wird um 12 Uhr an die Geschäftsadresse geliefert. Die Empfehlungen haben den gleichen Zweck, nur dass sie Siri selbst entwickelt. Um beim Pizza-Beispiel zu bleiben: Siri würde irgendwann den Nutzer darauf aufmerksam machen, dass er jeden Mittag eine Pizza bestellt und die entsprechend Aufforderung anzeigen.

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