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Apple Keynote : Cook sind Produkte wichtiger als das FBI

Immer wieder die gleichen Worte: Cook und die FBI-Affäre Bild: AFP

War da was? Wer spät einschaltete, verpasste vermutlich die wenigen Worte des Apple-Chefs zur FBI-Affäre. Ein neues iPhone und iPad waren ihm wichtiger.

          Man kennt die Szene aus vielen Hollywood-Filmen: Der Held rechnet in einer großen Rede mit seinen Gegnern ab. Rhetorisch brilliant, zielsicher treffend und argumentativ vernichtend. Etwas ähnliches hatte man an diesem Montag Abend erwartet, als Tim Cook auf die Bühne trat. Der Gegner: das FBI. Es war angerichtet für den Apple-Chef. Die Umgebung, die Town Hall in Cupertino, ist ihm vertraut, das Publikum auf seiner Seite, und draußen wollte man sehen und hören, wie Cook mit dem FBI abrechnet.

          Doch Cook war nervös und fasste sich äußerst kurz. Zunächst wiederholte er noch einmal, dass sich Apple weiterhin weigern werde, dem FBI beim Entsperren eines iPhones eines Attentäters zu helfen. Man glaube fest daran, dass Apple die Verantwortung habe, die Daten und die Privatsphäre zu schützen.

          Von dieser Verantwortung würde man nicht zurückweichen. Aus Apples Sicht ginge es um hunderte Millionen iPhone-Nutzer, das FBI fokussiere die Debatte immer nur auf das Smartphone des Attentäters.

          Appell an die Nation

          Die Argumente sind alt, Cook brachte sie von Anfang an in diesem Fall. Eine Abrechnung mit dem FBI sieht anders aus. Nur dieser Satz dürfte den Patrioten der amerikanischen Bundespolizei etwas weh getan haben: „Wir müssen uns als Nation entscheiden, wie viel Macht die Regierung über unsere Daten und Privatsphäre haben sollte.“

          Interessant wird es, diese Worte im Kontext zu Obamas Bühnengespräch auf der Digitalkonferenz South by Southwest in Austin zu lesen. Dort sagte der amerikanische Präsident vor eineinhalb Wochen: „Dieses Land ist auf eine gesunde Skepsis gegenüber Regierungsinstitutionen gegründet“. Damit kam er Cook argumentativ sogar entgegen. Doch Obama setzte auch die Frage dagegen: „Wie können wir sonst Kinderschändern, Terroristen oder auch Steuerhinterziehern auf die Spur kommen?“

          Anhörung am Dienstag

          Eigentlich hätte Cook die Keynote auch als Probeaufführung nutzen können, denn an diesem Dienstag findet eine Anhörung zu einem laufenden Rechtsverfahren mit den amerikanischen Behörden statt. Das war auch der Grund, warum so viele auf Cooks Worte gespannt waren. Denn angeblich sei der Termin bewusst um eine Woche nach hinten geschoben worden, damit die Keynote exakt ein Tag vor der Anhörung stattfindet.

          Als es dann um die neuen Armbänder der Apple Watch ging, das neue iPhone SE und das kleine iPad Pro, wurde Cook wieder geschmeidig. Auf dieser Bühne fühlt er sich zu Hause.

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