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Nach der Apple Keynote : Die Zeit ist reif für die Uhr

Kindisch ist die Apple Watch keineswegs. Im Gegenteil: Sie wirkt sehr reif Bild: Reuters

Apple weiß, wann ein Produkt auf den Markt gehört. Es muss reif dafür sein und Unternehmen dürfen nicht fahrlässig auf eine zweite Chance setzen. Ein Risiko bleibt dennoch.

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          Es ist ein beliebtes Argument der Apple-Gegner, dem Unternehmen vorzuwerfen, dass es seine Produkte als innovative Ersterscheinungen verkauft, obwohl Mitbewerber doch längst etwas ähnliches auf den Markt gebracht haben. Häufig ist dieses Argument sogar richtig, weil sich Beispiele finden lassen. Beim iPhone ist es allerdings schwierig, beim iPad schon möglich, beim MacBook Air fast leicht.

          Und bei der Apple Watch? Geschenkt! Noch nie waren so viel Geräte auf dem Markt, bevor das Unternehmen aus Cupertino seine Interpretation der Gattung in Form eines Produktes auf den Markt brachte. Mich konnte Apple an diesem Montagabend eigentlich nicht überraschen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona bekam man die Smartwatches gar nicht mehr vom Handgelenk. So viele gibt es bereits. Etwas gänzlich neues konnte da nicht kommen.

          Für jeden ist bei der Konkurrenz eine dabei: Die Mächtige von Sony, die Feine von Huawei, die Autonome von LG, die Kompatible von Pebble, die Gebogene von Samsung. Leider haben diese Smartwatches auch alle etwas gemeinsam. Legt man sie an, bekommt man das Gefühl nicht wieder los, dass sie alle nicht reif sind. Mal funktioniert etwas nicht, dann hält der Akku nur einen halben Tag, die Menüführung ist nicht durchdacht oder sie sehen einfach bescheiden aus. Die Kreditkarte bleibt diesen Produkten erst einmal stecken.

          Keynote : So funktioniert die Apple Watch

          Apple hat nun zwar sehr lange gewartet mit seiner Watch. Dafür hat Tim Cook aber den richtigen Zeitpunkt erwischt, um seine Vorstellung einer Smartwatch zu präsentieren. Es gibt zwar wenige Features, die die Konkurrenz nicht bei irgendwelchen Modellen hat. Und über das Design mag man sich noch streiten können. Über die Funktionalität und Durchdachtheit aber nicht. Die Software scheint - noch hat sie keiner getestet - wieder aus einem Guss. Das ist immer der Joker, den Apple ausspielt.

          Und Apple hat vermutlich wieder genügend Verhandlungen geführt mit den vielen Partnern, ohne die solche Gadgets heutzutage wertlos wären. Garagentor und Hotelzimmer öffnen, Sportnews und Fluginfos erhalten oder mit Apple Pay zahlen. All das macht dem Nutzer nur Spaß, wenn es möglichst überall einsetzbar ist. Dafür braucht man Unternehmen, die die Technik annehmen. Die Akzeptanz kann Apple schnell erzeugen. Denn das iPhone ist bereits von Millionen Kunden akzeptiert.

          Dennoch sind Smartwatches kein Selbstläufer. Ob sich diese Art von Wearable letztlich durchsetzt, bleibt nach wie vor offen. Apple hat ein reifes Produkt auf den Markt gebracht. Die Kunden müssen nun entscheiden, ob sie es brauchen und wollen.

          Die Watch soll laut Cook die Uhrzeit sehr, sehr genau anzeigen Bilderstrecke
          Die Watch soll laut Cook die Uhrzeit sehr, sehr genau anzeigen :

          Wer kein Freund von Uhren jeglicher Art ist, hatte während der Keynote vermutlich dennoch seine Freude. Das neue MacBook ist das eigentliche Schmuckstück des Abends gewesen: Leichter und dünner als das „Air“, dank neuen Prozessors braucht es keinen Lüfter mehr, die Tastatur reagiert noch besser und es hat ein Retina-Display.

          Ja, ähnlich dünne und leichte Produkte gab es bereits vorher. Ja, es ist mit 1450 Euro nicht günstig. Alles richtig. Doch auch bei diesem Produkt wird man lange nach Fehlern suchen, sei es im Design, bei der Hardware oder im Betriebssystem. Es ist eben ein reifes Produkt.

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