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Apple iPhone 6 und 6 Plus im Test : Beim iPhone wird nicht gespart

Bild: F.A.Z.

Am Freitag kommen zwei neue iPhone-Modelle in die Geschäfte. Beide Geräte sind jenseits von Bauform und neuem Betriebssystem eine Evolution, keine Revolution. Das zeigt unser Test.

          5 Min.

          Am Freitag kommen zwei neue iPhone-Modelle in die Geschäfte, und wie immer ist der Andrang überwältigend. Vier Millionen Vorbestellungen allein in den ersten 24 Stunden meldete Cupertino, die Reservierungssysteme der Netzbetreiber brachen zusammen, und gewiss werden sich bis Freitag lange Schlangen vor den Apple-Stores bilden, weil es dort noch eine kleine Chance gibt, die begehrten Objekte in die Hand zu bekommen.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Marke ist stark wie nie. In den ersten drei Tagen nach Verkaufsstart wurden vom iPhone 4 im Jahr 2010 1,7 Millionen Geräte verkauft, vom iPhone 5 waren es zwei Jahre später bereits 5 Millionen in drei Tagen, und vor einem Jahr meldete Apple 9 Millionen iPhone 5s und 5c im gleichen Zeitraum. Die beiden neuen iPhone 6 und 6 Plus werden die 10-Millionen-Hürde in drei Tagen locker nehmen, und zum Vergleich noch eine weitere Zahl: Samsung benötigte für sein aktuelles Flaggschiff Galaxy S5 gute 25 Tage.

          Am Freitag kommen zwei neue iPhone-Modelle in die Geschäfte Bilderstrecke
          iPhone 6 : Die zwei Modelle im Überblick

          Wir haben beide Geräte bereits einige Tage ausprobiert, und uns zu Anfang genau die Frage gestellt, die jeder potentielle Käufer ebenfalls an erster Stelle beantworten muss: Welche Größe soll es sein? Das iPhone 6 Plus ist groß. Es hat eine Displaydiagonale von 5,5 Zoll wie etwa ein LG G3, während die meisten anderen großen Smartphones unter dieser Diagonale bleiben und typischerweise derzeit 5 Zoll aufweisen. Man geht hier also den eher ungewöhnlichen Weg. Das iPhone 6 hingegen ist mit einer Diagonale von 4,7 Zoll geradezu unauffällig, quasi die natürliche Evolution der bisherigen iPhone-Modelle 5 und 5s. Das Wachstum ist maßvoll, angemessen, werden die meisten Menschen sagen und sich für diese Bauform entscheiden. Beide Geräte sind identisch ausgestattet, die wenigen Unterschiede betreffen neben dem Display nur den Akku und die Kamera, dazu später mehr.

          Das neue Design mit stärkeren Rundungen und flacherer Bauweise kaschiert ein wenig das Wachstum, beide Modelle sind keine Moppelchen. Das Display erreicht beim kleinen Modell eine Auflösung von 1134 x 750 Pixel, beim größeren sind es 1920 x 1080. Mit 326 und 401 ppi sind keineswegs Rekordwerte aufgestellt, vielmehr ist die Auflösung klassentypisch. Das erwähnte LG G3 schafft 2560 x 1440 Pixel und 538 ppi. Der Pfeil, den Apple aus dem Köcher zieht, heißt Retina HD und sorgt für deutlich höhere Kontraste, bessere Schwarzwerte und schärfere Textdarstellung bei erweitertem Betrachtungswinkel. Die Pluspunkte sind in der Tat unmittelbar sichtbar, Apple hat also die Vorzüge der Amoled-Technik mit denen von IPS kombiniert. Das iPhone 6 Plus bringt die etwas schärfere Darstellung und das höhere Kontrastverhältnis (1400:1) mit, aber die Unterschiede sieht man kaum. In der maximalen Helligkeit (500 cd/m2) bleiben beide Geräte zum Beispiel hinter einem Samsung Galaxy S5 zurück.

          Wie macht sich die größere Displayfläche bemerkbar? Man aktiviert wahlweise eine Standardanzeige, die eine zusätzliche Icon-Menüreihe erlaubt, oder wählt den Modus „Vergrößert“, mit dem Icons und Inhalte hochskaliert werden. Die hauseigenen Apple-Apps profitieren bereits von dem Plus an Fläche, die von Drittanbietern in der Regel nicht. Hier ist dann manches Menü sehr grobschlächtig in dicker Schrift gestaltet. Auch arbeiten viele von uns geprüfte Apps noch gar nicht mit iOS 8 zusammen, man stelle sich auf fleißiges Aktualisieren in den nächsten Wochen ein.

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