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Apple iPad Air 2 und Mini 3 im Test : Viel Tempo und vorsichtiger Fortschritt

Das iPad Air 2 Bild: Hersteller

Vergangene Woche wurden das iPad Air 2 und Mini 3 vorgestellt. Wir haben Apples neue Tablets bereits ausprobiert. Der Kauf lohnt sich nicht für jeden.

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          Wir haben das schnellste iOS-Gerät der Welt bereits einige Tage ausprobiert, in dieser Woche ist es im Handel. Im Benchmark-Test lässt es selbst das neue iPhone 6 weit hinter sich. Es kommt laut Geekbench auf 4516 Punkte im Multi-Core-Score, während Apples Top-Smartphone bei 2880 Punkten bleibt. Die Rede ist vom iPad Air 2, das in der vergangenen Woche zusammen mit dem ebenfalls neuen iPad Mini 3 und dem iMac mit Retina-Display vorgestellt wurde.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Ungeachtet des Tempozuwachses ist Apples Modellpflege der Flachrechner mehr Evolution als Revolution. Denn für das Lesen von E-Mail oder elektronischen Büchern sowie das Stöbern im Internet benötigt man die gesteigerte Rechenleistung nicht. So wundert kaum, dass Apple während seiner Präsentation vor allem Spiele und Videoschnitt als jene Anwendungen präsentierte, die von der hohen Geschwindigkeit profitieren.

          Geekbench zeigt dann auch einige Details des Air 2, die Apple bislang nicht verraten hat: Es ist das erste iOS-Gerät mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, und als CPU wird ein ARM mit 1,5 Gigahertz und der Angabe „ein Prozessor, drei Kerne“ identifiziert. Bislang hatte Apple nur Zweikernprozessoren mit maximal ein Gigabyte Arbeitsspeicher im Einsatz. Das iPad Air des Vorjahres kam übrigens auf 2664 Punkte, der Unterschied zwischen alt und neu ist also beachtlich.

          Das iPad Air 2 Bilderstrecke

          Doch nicht nur das Tempo zählt. Als zweite Innovation stellt Apple die verbesserte Anzeige heraus. Weil die Lücke zwischen dem Deckglas und dem darunter liegenden Display verkleinert wurde, verringern sich Reflexionen. Der Bildschirm spiegelt deutlich weniger, die Farben wirken kräftiger, auch beim Blick von der Seite. Apple hat nicht zu viel versprochen. Bei der Anzeige von Fotos zeigt sich das Display in voller Pracht. Im Einsatz draußen bei hellem Sonnenschein ist die Air-2-Anzeige jedoch der besser ablesbaren des iPhone 6 unterlegen.

          Schließlich der biometrische Fingerabdruckscanner Touch ID, der erstmals in beiden neuen iPad-Modellen zum Einsatz kommt. Auch hier hat Apple in seiner Präsentation ein Detail nicht erwähnt: Er dient allein dem Entsperren des Geräts und mancher Apps, lässt sich aber für das Bezahlsystem Apple Pay nur bei Einkäufen übers Internet und im App Store verwenden, weil für die Kassenterminals im Geschäft der erforderliche NFC-Chip zur Nahfeldkommunikation fehlt. Davon einmal abgesehen, funktioniert Touch ID wie auf dem iPhone 6, und die Erkennungsrate ist exzellent.

          Das Air 2 ist schlanker als sein Vorgänger: 6,1 statt 7,5 Millimeter, und zudem ein wenig leichter (437 und 444 Gramm, je nach Modellvariante) statt 469 und 478 Gramm. Das maximal erzielbare W-Lan-Tempo wurde mehr als verdoppelt. Aber das alles ist keine Revolution. Besonders schlanke Tablet PC gibt es auch von anderen Herstellern, und wer nun meint, das neue iPad liege deswegen besser in der Hand, irrt. Für stundenlanges Lesen von elektronischen Büchern empfiehlt sich wie gehabt eher das kleinere iPad Mini – oder ein E-Book-Lesegerät.

          Die neuen Foto-Fähigkeiten des Air 2 betreffen zum einen die Kamera mit einer nunmehr auf 8 Megapixel erhöhten Auflösung und zum anderen die Effekte aus der iPhone-Welt wie Zeitraffer- und Zeitlupen-Funktion sowie Serienaufnahmen. Dass man besser mit dem großen Tablet fotografieren kann, dürfte allerdings wohl kaum kaufentscheidend sein.

          iPad Mini der zweiten Generation ist günstiger

          Das kleine iPad Mini mit einer Bildschirmdiagonale von 7,9 Zoll wurde während der Präsentation nur lieblos vorgestellt – und unwesentlich modernisiert. Nun gibt es auch hier den Fingerabdruckscanner. Das naheliegende Update auf den leistungsstärkeren A8-Prozessor des iPhone 6 ist leider nicht erfolgt. Wer auf den Scanner verzichten kann, fährt mit dem nach wie vor erhältlich iPad Mini der zweiten Generation günstiger. Beide neuen iPads bieten eine gute Akkulaufzeit von rund zehn Stunden, sie nehmen auch Videos in HD mit 1080p auf und bringen eine verbesserte Frontkamera für Videotelefonie mit.

          Die Preise für die neuen Modelle liegen je nach Speicher (16, 64, 128 Gigabyte, nicht erweiterbar) und Funkmodul (W-Lan oder W-Lan plus Mobilfunk) zwischen 490 bis 809 Euro (iPad Air 2) und 390 bis 709 Euro (iPad Mini 3). Andere Hersteller haben ähnlich gute Geräte im Angebot, teils deutlich billiger. Auch das neue Apple-Display ist keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal. Die Unterschiede sind das hervorragende Ökosystem mitsamt Mac-Anbindung und hochwertigen, teils einzigartigen Apps, die gute Verarbeitungsqualität und der hohe Wiederverkaufswert der Apple-Produkte.

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